Kölner Derby-Eskalation
11.10.: Polizei sieht keine Fehler im Sicherheitskonzept
Köln. Am vergangenen Sonntag eskalierte die Gewalt beim Fußballspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach, als Gladbacher Anhänger eine Plexiglasbarriere zerstörten und Pyrotechnik in den Kölner Block feuerten. Diese Vorfälle führten zu Verletzungen mehrerer Personen.
Der Ordnerdienst entschied, aus Sicherheitsgründen nicht einzugreifen, was dazu führte, dass es einige Minuten dauerte, bis die Polizei den Block erreichte und die Situation beruhigen konnte.
In der Öffentlichkeit wird das neue Sicherheitskonzept der nordrhein-westfälischen Polizei für Spiele in den ersten drei Ligen kritisiert. Viele sehen in den Ausschreitungen einen Beweis für das Scheitern der Strategie, die Anzahl der Polizeikräfte bei Fußballspielen zu reduzieren. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) NRW teilt diese Einschätzung jedoch nicht.
Das Spiel wurde als ein Derby mit hohem Risiko für Ausschreitungen eingestuft und daher von zahlreichen Polizeikräften begleitet, darunter Einsatzhundertschaften sowie Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten. Diese Einheiten konnten schließlich die Lage beruhigen und begannen Tatverdächtige zu identifizieren. Die Polizei bleibt im Stadion in der Regel zurückhaltend, da der Ordnerdienst primär für die Ordnung zuständig ist. Diese Praxis ist nicht neu und wird nicht als Ursache der Ausschreitungen gesehen.
Die DPolG NRW sieht den Fokus auf das polizeiliche Konzept als unangebracht an und fordert vielmehr eine gründliche Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen seitens der Veranstalter, insbesondere der Maßnahmen, die das Einschmuggeln von Pyrotechnik verhindern sollen. Die Vereine müssten stärker in die Verantwortung genommen werden, da unzureichende Einlasskontrollen und Sicherheitsmaßnahmen zur Verbringung von Pyrotechnik ins Stadion beitragen.
Der Landesvorsitzende der DPolG NRW, Sascha Gerhardt, betont, dass die Polizei während der An- und Abreise der Fans keine nennenswerten Störungen verzeichnete und dass die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte im Block Anerkennung verdient. Er fordert drakonische Strafen für Veranstalter, die es nicht schaffen, Pyrotechnik aus den Stadien zu verbannen, und stellt fest, dass der Fußball ungerechtfertigte Sonderrechte genießt.
Gerhardt schlägt vor, die Vereine an den Kosten der Polizeieinsätze zu beteiligen und ihre Zuverlässigkeit bei der Durchführung von Großveranstaltungen zu hinterfragen. Bei wiederholten Verstößen sollten Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um die Gewalt in den Stadien einzudämmen.
BA
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