Politik | 13.03.2026, 09:05 Uhr

Schulsozialarbeit Westerwald

Aktuelle Lage und Perspektiven der Schulsozialarbeit im Westerwaldkreis

Kinder auf dem Schulweg
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Die CDU-Kreistagsfraktion informierte sich über die Schulsozialarbeit im Westerwaldkreis angesichts zunehmender Polizeieinsätze an rheinland-pfälzischen Schulen. Im Gespräch mit Verantwortlichen wurden Herausforderungen, personelle Ausstattung und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schulsozialarbeit und Jugendamt thematisiert.

Westerwaldkreis. Alarmstimmung an rheinland-pfälzischen Schulen, Schulleiter berichten von häufigen Polizeieinsätzen. Wie sieht es an den Westerwälder Schulen aus, wollte die CDU-Kreistagsfraktion wissen und hat sich deshalb zu einem ausführlichen Gespräch mit Landrat Achim Schwickert, der für den Schulbereich zuständigen Ersten Kreisbeigeordneten Gabriele Wieland sowie Vertreterinnen und Vertretern des Jugendamtes und einer Schulsozialarbeiterin über den aktuellen Stand der Schulsozialarbeit im Westerwaldkreis informiert. Im Mittelpunkt standen sowohl die Herausforderungen als auch die Perspektiven dieses wichtigen Arbeitsfeldes.

Zu Beginn unterstrich die stellvertretende Fraktions- und Kreisvorsitzende Jenny Groß MdL angesichts der kritischen Situation im Land die große Bedeutung der Schulsozialarbeit. Sie betonte, dass Lehrkräfte, Sozialarbeit, Schulpsychologie und Schulassistenzen künftig noch enger und schulformübergreifend in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten müssten. Nur so könne man Schülerinnen und Schüler individuell fördern und gleichzeitig das Lehrpersonal entlasten.

Einblicke in die tägliche Arbeit

Einen Einblick in die praktische Arbeit gab Verena Alhäuser, Schulsozialarbeiterin an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Selters. Seit 19 Jahren begleitet sie dort junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Der Beratungsbedarf sei kontinuierlich gestiegen, berichtete sie. Ein klar strukturiertes, altersgerechtes Konzept bilde die Grundlage ihrer Arbeit.

Tina Schrader, Referatsleiterin im Jugendamt, erläuterte die personelle Ausstattung an den kreiseigenen Schulen sowie die Kooperation mit Schulen anderer Träger. Besonders hob sie die Bedeutung der Netzwerkarbeit hervor, die auch Aspekte des Kinderschutzes umfasse.

Kritisch äußerte sich Jugendamtsleiter Udo Sturm zur finanziellen Unterstützung durch das Land. Der Landeszuschuss für eine Vollzeitstelle liege seit 25 Jahren unverändert bei rund 30.000 Euro und decke damit nur etwa ein Viertel der tatsächlichen Kosten. Einigkeit bestand unter den Gesprächsteilnehmern darüber, dass eine deutliche Erhöhung des Landesanteils sowie eine Orientierung an den tatsächlichen Schülerzahlen notwendig sei.

Landrat Achim Schwickert erinnerte an die Anfänge der Schulsozialarbeit im Westerwaldkreis, die an der Burggarten-Schule (Förderschwerpunkte Lernen sowie Sozial Emotionale Entwicklung) in Hachenburg ihren Ausgang nahm. Gerade an Förderschulen sei eine täglich erreichbare Schulsozialarbeit unverzichtbar, betonte er.

Bessere Rahmenbedingungen im Land schaffen

Abschließend wurde deutlich, dass das Land dringend bessere Rahmenbedingungen für schulische Bildung schaffen müsse. Jedes Kind verdiene die besten Chancen, so der Tenor. Ein verlässliches Bildungssystem, frühe Sprachförderung, ein verpflichtendes Vorschuljahr, die Grundschulgarantie sowie der Erhalt eines gegliederten Schulsystems seien zentrale Bausteine, damit junge Menschen ihr Potenzial voll entfalten können. Die CDU-Kreistagsfraktion, so der Vorsitzende Stephan Krempel, könne jedenfalls aus dem Gespräch die Erkenntnis mitnehmen, dass an den Westerwälder Schulen durchweg noch geordnete Verhältnisse herrschen, weil die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schulsozialarbeitern und Kreisverwaltung hervorragend funktioniere. „Dieser wichtige Dienst an unseren Kindern“, so auch Jenny Groß zusammenfassend „sei der engagierten und harmonischen Arbeit an den Westerwäldern Schulen zu verdanken“.

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Kinder auf dem Schulweg Foto: CDU

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