Politik | 01.04.2026, 11:01 Uhr

Digitaler Lotsen-Service

CDU Westerwald wünscht digitalen Vereins- und Veranstaltungslotsen zur Unterstützung des Ehrenamts

„Vereins- und Veranstaltungslotse“ für den Westerwaldkreis

Westerwaldkreis. Die CDU-Kreistagsfraktion im Westerwaldkreis will das Ehrenamt stärken und setzt dafür auf digitale Unterstützung. Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel kündigte für die kommende Kreistagssitzung einen Initiativantrag an, der die Entwicklung eines zentralen digitalen Informationsangebots für Vereine und kommunale Veranstalter vorsieht. Der geplante „Vereins- und Veranstaltungslotse“ soll künftig als internetbasierte Serviceplattform alle relevanten Hinweise, Vorgaben und Ansprechpartner bündeln. Mit dieser Serviceeinrichtung soll die Durchführung von Veranstaltungen erheblich erleichtert werden.

Ehrenamt als Rückgrat des Westerwalds

Krempel betont die besondere Bedeutung des Ehrenamts für die Region. Der Westerwaldkreis lebe in hohem Maße vom Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Feste, Märkte, Kultur- und Vereinsveranstaltungen prägten das gesellschaftliche Leben und seien ein wesentlicher Faktor für die Attraktivität des ländlichen Raums. Gleichzeitig nehme die Komplexität bei der Planung und Durchführung solcher Veranstaltungen stetig zu.

Viele Ehrenamtliche stünden vor der Herausforderung, sich in einem Geflecht aus rechtlichen Vorgaben zurechtzufinden. Je nach Art und Größe einer Veranstaltung seien unterschiedliche Regelwerke relevant – von Sicherheitsauflagen über Lärmschutz bis hin zu Hygiene- oder Verkehrsvorschriften. „Für ehrenamtlich Engagierte ist es häufig schwierig zu erkennen, welche Vorgaben im konkreten Fall zu beachten sind, welche Stellen zuständig sind und welche Risiken bestehen“, so Krempel. Die Folge seien Unsicherheiten, hoher Abstimmungsaufwand und im schlimmsten Fall ein Rückgang des Engagements.

Digitale Orientierungshilfe für Vereine und Kommunen

Mit dem geplanten „Vereins- und Veranstaltungslotsen“ greift die CDU eine Anregung des Hofer Gewerbevereins auf. Bei einem Treffen vor wenigen Wochen hatte deren Vorsitzender Robert Fischbach, der auch Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion ist, dieses Modell vorgestellt und um eine entsprechende Initiative im Kreistag gebeten. Demnach soll die Plattform rechtliche Anforderungen verständlich aufbereiten, die entsprechenden örtlichen Zuständigkeiten transparent darstellen und damit die Planungsprozesse gerade für die Ehrenamtler deutlich erleichtern.

Im Fokus steht damit zunächst die Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen. Die Plattform soll jedoch perspektivisch ausgebaut werden können – etwa durch einen KI-gestützten Chatbot, der die individuellen Fragen beantwortet oder durch zusätzliche Inhalte zur Vereinsführung. Damit würde sie den bereits bestehenden VHS-Kurs „Vereinsführerschein“, der ebenfalls auf CDU-Initiative zurückgeht, sinnvoll ergänzen.

CDU-Kreistagsmitglied Robert Fischbach unterstrich die Bedeutung einer regional zugeschnittenen Lösung. Zuständigkeiten und Verwaltungsabläufe unterschieden sich zwischen Landkreisen teils erheblich, weshalb ein spezifisches Angebot für den Westerwaldkreis besonders hilfreich sei.

Auftrag an die Kreisverwaltung

Die Kreisverwaltung soll nun ein umfassendes Konzept erarbeiten. Vorgesehen ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Kommunen, Vereinen sowie gegebenenfalls externer Expertise. Geprüft werden sollen dabei die inhaltliche Struktur und Funktionsumfang der Plattform, technische Umsetzungsmöglichkeiten, sowie möglich Zuständigkeiten auch für die dauerhafte Pflege. Nach Abschluss dieser Konzeptphase soll dann der Kreistag über die weitere Umsetzung beraten und entscheiden.

Nach Vorstellung der CDU könnte dies ein wichtiger Schritt sein, um das Ehrenamt im Westerwaldkreis nachhaltig zu entlasten und zu stärken. Krempel dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich dem Gewerbeverein Hof als kreativer Ideengeber, der CDU-Kreistagsfraktion sei es sehr wichtig, Vorschläge aus dem gesellschaftlichen Raum aufzunehmen und in den politischen Prozess einzubringen. In diesem Sinn seien nach seiner Einschätzung die regelmäßigen „Impuls-Gespräche“ der CDU-Kreistagsfraktion ein ganz wichtiger Beitrag für eine bürgernahe Politik im Westerwald.

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