Virtuose Ensembles der Kreismusikschule begeistern seit 20 Jahren
Die faszinierende Welt der Blockflöte entdecken
Montabaur. Wenn die Blockflöten-Ensembles der Kreismusikschule Westerwald musizieren, hat das wenig mit den gängigen Klischees rund um dieses Instrument zu tun. Statt an mitunter mühsame erste Spielerfahrungen aus der Grundschulzeit zu erinnern, entfaltet sich ein beeindruckendes Klangerlebnis. Seit inzwischen 20 Jahren bereichern die fünf Ensembles mit musikalischer Qualität, Ausdruckskraft und stilistischer Vielfalt zahlreiche Konzerte.
Ursprünglich wurden drei der Formationen von der Blockflötistin und damaligen Privatmusiklehrerin Petra Souren gegründet. Ihre berufliche Neuorientierung führte dazu, dass 2006 die Gruppen als Uccellini-, Renaissance- und Barock-Ensemble Teil der reichhaltigen Angebote der Kreismusikschule Westerwald wurden. Sie ergänzten dort die zwei bestehenden Formationen – das Kammermusik-Ensemble und das Bad-Marienberger-Blockflöten-Ensemble.
Seitdem musizieren alle fünf Blockflöten-Ensembles unter der Leitung des Blockflötisten Torsten Greis und begeistern mit ihrem breit gefächerten Repertoire, das von klassischen Werken des Mittelalters bis zu unterhaltsamer Musik aus den letzten 100 Jahren reicht. Bei gemeinsamen Auftritten der Ensembles vereinen sich über 30 Mitwirkende zu einem eindrucksvollen Klangkörper und präsentieren die gesamte Bandbreite der Blockflötenfamilie. Diese reicht vom nur wenige Zentimeter kleinen Garkleinflötlein bis zur mehr als zweieinhalb Meter großen Subkontrabassblockflöte – ein Spektrum, das vielerorts für Staunen sorgt.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten waren die Ensembles gern gesehene Gäste bei Konzerten in Kirchen, historischen Gebäuden, Gärten und Parkanlagen, darunter auch im Kurpark in Bad Marienberg. Besondere Höhepunkte bildeten unter anderem ein Auftritt in der Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“, ein Konzert im Rahmenprogramm der Bundesgartenschau in Koblenz sowie die Mitwirkung an einer Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ in Kooperation mit der Kleinen Oper Bad Homburg. Das Renaissance-Ensemble ist zudem regelmäßig in historischer Gewandung auf mittelalterlichen Märkten der Region zu erleben.
Ein zentrales Anliegen der Ensembles ist das generationenübergreifende Musizieren. So lag beim Konzert zum 50. Jubiläum der Kreismusikschule Westerwald im vergangenen Jahr ein Altersunterschied von beeindruckenden 90 Jahren zwischen dem jüngsten Teilnehmer und der ältesten Mitwirkenden. Leiter Torsten Greis dankt all jenen, die seit so vielen Jahren mit Leidenschaft, Freude und Kompetenz Teil der Formationen sind. Er betont aber auch, dass er sich immer über neue Mitglieder freut: „Die Blockflöte ist klar im Klang, vielseitig in ihren Ausdrucksmöglichkeiten und für jedes Alter zugänglich. Gerade junge Menschen sollten ihr eine Chance geben – denn hinter ihrer scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine Welt voller Kreativität, Gefühl und musikalischer Entfaltung.“
Eine Gelegenheit, die Blockflöten-Ensembles live zu erleben, bietet sich am 18. April ab 16 Uhr beim Hachenburger Klangspaziergang. In verschiedenen historischen Gebäuden der Löwenstadt präsentieren sie ihr Können. Andere Formationen aus unterschiedlichen Fachbereichen der Kreismusikschule werden vor Ort musikalische Glückwünsche zum 20. Jubiläum übermitteln, sodass ein facettenreicher Streifzug durch die Klangwelten der Schule entsteht. Ob Musikliebhaber, Kulturinteressierte oder Freunde besonderer Stadtführungen – dieser Nachmittag verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis in besonderer Atmosphäre. Karten sind bei der Tourist-Information Hachenburger Westerwald erhältlich unter tinyurl.com/floetenlive.
Seit 20 Jahren sind die Ensembles gefragte Gäste bei Konzerten an besonderen Orten – von Kirchen und historischen Gebäuden bis hin zum Kurpark in Bad Marienberg. Foto: Torsten Greis
Beim Festkonzert zum 50-jährigen Jubiläum der Kreismusikschule Westerwald präsentierten die Blockflöten-Ensembles in wechselnden Besetzungen eindrucksvoll ihr musikalisches Können. Foto: Kreisverwaltung / Nicole Chemnitz
So mancher Mittelaltermarkt wird stilecht mit Auftritten bereichert. Foto: Thorsten Melhfeldt
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