Blaulicht | 23.08.2025, 13:02 Uhr

Dreifach-Mord in Weitefeld: Details zu Tod des Tatverdächtigen bekanntgegeben

Symbolbild. Foto. ROB
1851

Weitefeld. Das Polizeipräsidium Koblenz resümierte jüngst den Ablauf der Fahndungsmaßnahmen nach dem Tatverdächtigen des Tötungsdeliktes in Weitefeld. Dabei wurden auch Details zum Tod des Tatverdächtigen bekanntgegeben.

Ablauf der Fahnundsmaßnahmen

Die Fahndungsmaßnahmen nach dem flüchtigen Tatverdächtigen erfolgten in mehreren Phasen. Die Tat ereignete sich in den Morgenstunden des 6. April. Die zunächst unmittelbar eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen der Polizei waren auf die Suche nach mindestens einem unbekannten, gewaltbereiten, bewaffneten und flüchtenden Täter ausgerichtet.

Mit der Identifizierung in den späten Abendstunden des 6. April konnte mit Hochdruck - auch mit Hilfe der Öffentlichkeit - nach dem Tatverdächtigen gefahndet werden. Die ersten Fahndungsmaßnahmen ergaben sich insbesondere aus der Vielzahl unterschiedlicher Hinweise aus der Bevölkerung, die in den ersten Tagen häufig mit dem Einsatz von Spezialeinheiten einhergingen. Darüber hinaus bildeten die potentiellen Fluchtwege, die sich aus der Tatort-Wohnortbeziehung und den Einsätzen der Diensthunde ergaben, die Schwerpunkte in den Tagen nach der Tat.

Mit dem Fortgang der Öffentlichkeitsfahndung, die in ihrer größten Wahrnehmbarkeit am 16. April in der Ausstrahlung der Fahndungssendung „XY Aktenzeichen“ im ZDF mündete, ergaben sich insgesamt bis zu der Sendung annähernd 1.000 Hinweise (Anm.: Bis letzte Woche waren es insgesamt rund 1.990 Hinweise), die es weiterhin abzuarbeiten galt. Insofern waren die Hinweise zu seinem möglichen Aufenthaltsort oder dem Fluchtweg, die Abklärung bekannter persönlicher Kontakte und möglicher Anlaufstellen nun Hauptaufgabe im Rahmen der polizeilichen Fahndung.

In der Folge und mit zunehmender Zeitdauer waren die Fahndungsmaßnahmen auf einen größeren potentiellen Fluchtradius auszurichten. Die Alternative, dass der Täter sich nach wie vor in der Nähe verborgen hält, war weiterhin eine der möglichen Hypothesen. Konkretisierbare Anhaltspunkte gab es allerdings keine.

Am 17. April hatte das Polizeipräsidium Koblenz sodann eine großflächige Absuche der Region mit Unterstützung der Polizeien auch andere Bundesländer organisiert und durchgeführt. Rund 1.000 Polizeibeamtinnen und -beamte waren eingesetzt. Ein Suchkorridor war ohne konkrete Hinweise zur Zieleingrenzung in einem weitläufigen und schwierigen Gelände einzurichten. Leider führte auch diese Maßnahme nicht zum Auffinden oder zur Festnahme des Täters. Der spätere Fundort der Leiche war von dieser Suchmaßnahme nicht umfasst. Der Suchkorridor befand sich aufgrund der zu damaligen Zeitpunkt vorliegenden Erkenntnis- und Hinweislage im nördlichen Bereich von Weitefeld.

Auf diese Maßnahmen aufbauend wurde die Absuche der weitläufigen, ländlichen Flächen weiter sorgsam strukturiert und geplant. Entsprechende Maßnahmen wurden sukzessive mit Unterstützung von Personal, Hunden und dem Einsatz von Technik (Boote, Taucher, Sonar, Hubschrauber) sowie externen Stellen, wie beispielsweise die Unterstützung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Johannes-Keppler-Universität Linz (Österreich), durchgeführt. Bis zum Schluss hatte die eingesetzte Sonderkommission hieran gearbeitet. Die letzten geplanten Suchmaßnahmen erfolgten erst jüngst am 24. Juli in einer Industriebrache bei Steineroth.

Fundort wurde abgesucht

Die Stelle, an der letztlich der verstorbene Tatverdächtige aufgefunden wurde, war im Zuge des strukturierten Vorgehens tatsächlich ab dem 24. April intensiviert auch mit starkem Personaleinsatz, Leichensuchhunden und Hubschrauber erfolglos abgesucht worden. Diese Fläche war zu diesem Zeitpunkt aufgrund seiner „sumpfigen“ Beschaffenheit nur schwer abzusuchen. Nach den in den letzten Tagen gewonnenen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass die Leiche zu diesem Zeitpunkt noch nicht dort lag.

Die Hinweise, dass sich der Täter bei der Tatausführung in einem unbekannten Ausmaß verletzt hat, konkretisierten sich in den Wochen nach der Tat, weshalb auch die Hypothese, dass eine leblose Person gesucht und gefunden werden könnte, mehr und mehr in Betracht zu ziehen war.

Wie gelangte die Leiche des Tatverdächtigen an den Fundort?

Die nun vorliegenden Ermittlungsergebnisse indizieren, dass der Tatverdächtige auf der Flucht nach der Tat ein etwa 60 cm Durchmesser großes Betonrohr im Elbbach als Unterschlupf- bzw. Versteckmöglichkeit genutzt hat und in diesem Rohr zu Tode gekommen ist. Eine Todesursache weist das Obduktionsergebnis aufgrund des fortgeschrittenen Zersetzungsprozesses der Leiche nicht aus. Trotzdem dürften den durch die Tat erlittenen Verletzten eine nicht unwesentliche Bedeutung zuzumessen sein.

Vermutlich ist die Leiche dann zu einem wesentlich späteren Zeitraum bei größeren Wassermengen aus diesem Rohr ausgespült und zum Auffindeort getrieben worden. Hierzu könnte ein Starkregenereignis Anfang Juni beigetragen haben.

Die beschriebenen, mutmaßlichen Abläufe korrelieren mit Zeugenaussagen und mit dem Fundort der mutmaßlichen Tatwaffe in dem besagten Betonrohr in etwa 100 Meter Entfernung vom Leichenfundort. Ab welchem Zeitpunkt sich der Tatverdächtige letztendlich im Bereich des Rohres befunden hat, ist nicht nachvollziehbar. Pressemitteilung Polizeipräsidium Koblenz

Weitere Themen

Symbolbild. Foto. ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kokubu - 14.01.27
Jahreskampagne 6. Anzeige - Herbstvergnügen
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv erleben
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
423

Bonn. Am Abend des 13. August 2026 ereignete sich auf der Friedrich-Breuer-Straße in Bonn-Beuel ein schwerer Unfall, bei dem eine 79-jährige Fußgängerin lebensgefährlich verletzt wurde. Die Frau trat plötzlich vor einen 29-jährigen Radfahrer auf die Straße, der trotz einer sofortigen Vollbremsung den Zusammenstoß nicht mehr verhindern konnte. Nach diesem tragischen Vorfall verstarb die Frau am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, in einer Klinik.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Ahrpegel in Bad Bodendorf
685

Bad Bodendorf. Der Ahrpegel Nr.8 am Sportplatz in Bad Bodendorf ist der letzte auf dem Weg der Ahr zur Mündung in den Rhein bei Kripp. Er wurde nach der Flut 2021 technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die wechselnden Wasserstände (z.Zt 53cm) kann man jederzeit aktuell im INTERNET ansehen.Man sieht je nach Witterung interessante Verlaufsprofile.

Von Michael Zahrobsky aus Sinzig

Weiterlesen

Christuskirche vor der Sanierung
284

Christuskirche. Der Förderverein Christuskirche lädt seine Mitglieder zur bereits angekündigten außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Sie findet am 13. November um 18 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche statt. Der Vorstand bitte um zahlreiches Erscheinen, es geht nur um einen Tagesordnungspunkt von erheblicher Bedeutung: Die Auflösung des Vereins. Auf der letzten Jahreshauptversammlung kündigten...

Von Helmut Freise aus Andernach

Weiterlesen

Thomas Hille führte die Teilnehmenden fachkundig ins intuitive Bogenschießen ein,
61

Bei herrlichem Herbstwetter stand am Samstag, 24. Oktober, im Sportpark „Am Querweg“ eine etwas andere Sportart im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem erfahrenen Bogenschützen Thomas Hille hatte der SV Kripp zu einem Schnuppertag im intuitiven Bogenschießen eingeladen. Insgesamt 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Pfeil und Bogen zu sammeln und eine faszinierende Sportart kennenzulernen.

Von Sportverein 1946 Kripp e.V. aus Remagen

Weiterlesen