Blaulicht | 10.04.2025

Wer keine Schutzmaßnahmen trifft, riskiert hohe Strafen

Rehkitze in Gefahr: Landwirte sollten Wildtiere vor dem Mähtod retten

Mit dem Frühjahr beginnt in Rheinland-Pfalz die Mähsaison - eine Zeit, in der viele Wildtiere, insbesondere Rehkitze, zur Welt kommen. Symbolfoto: Pixabay

Region. Mit dem Frühling beginnt in Rheinland-Pfalz auch die Mähsaison – eine Zeit, in der viele Wildtiere, insbesondere Rehkitze, das Leben erblicken. Diese jungen Tiere werden von ihren Müttern oft in Wiesen abgelegt, wo sie sich bei Gefahr instinktiv ducken und regungslos verharren. Doch genau dieses Verhalten macht sie für Maschinenführer kaum erkennbar, was zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod durch Mähwerke führen kann. Aber auch andere Tiere, wie Bodenbrüter-Vögel und junge Feldhasen, sind in dieser Zeit gefährdet.

Tierschutzgesetz als Grundlage

Gemäß dem Tierschutzgesetz sowie dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Wirbeltiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Der § 17 des Tierschutzgesetzes sieht bei Verstößen gegen diese Bestimmung Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder hohe Geldstrafen vor. Das Mähen ohne Schutzvorkehrungen wird dabei nicht als vernünftiger Grund angesehen. Landwirte sind daher gesetzlich verpflichtet, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das Leben der Jungtiere zu schützen.

Effektive Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere

Viele Landwirte in Rheinland-Pfalz haben bereits bewährte Methoden zur Rehkitzrettung etabliert. Zu den klassischen Schutzmaßnahmen zählen das Aufhängen von Luftballons, Blinklampen oder Kunststoffsäcken sowie das gründliche Absuchen der Wiesen vor der Mahd. Eine zunehmend verbreitete und besonders effektive Technik ist der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras, mit denen Rehkitze und andere Wildtiere schnell aufgespürt und in Sicherheit gebracht werden können.

Diese Drohnentechnologie hat sich als besonders vielversprechend erwiesen, um den Mähtod von Wildtieren zu verhindern. Häufig arbeiten Landwirte, Jäger und freiwillige Helfer eng zusammen, um die Jungtiere während der Mähsaison zu schützen. Kitze werden dabei in Kisten oder Körben gesichert und nach der Mahd wieder freigelassen.

Wichtige Hinweise für Spaziergänger

Spaziergänger, die während ihrer Ausflüge auf ein Kitz oder andere Jungtiere stoßen, sollten sich bewusst sein, dass ihre Hilfe nicht immer die richtige Lösung ist. Die Tiere sollten nicht eigenmächtig freigelassen oder beunruhigt werden. Im Zweifelsfall ist es ratsam, den zuständigen Jagdpächter zu kontaktieren, um die Tiere sicher in die Obhut von Fachleuten zu übergeben.

Strafen und Konsequenzen

Trotz der meisten verantwortungsbewussten Landwirte gab es im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz vereinzelt Fälle, in denen keine Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. Dies führte zu Geldstrafen von jeweils 900 Euro und 2.400 Euro, die in zwei Fällen verhängt wurden. Das LKA Rheinland-Pfalz appelliert daher an alle Landwirte und Maschinenführer, die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen und umzusetzen.

Verantwortung übernehmen und Tierschutz fördern

Durch konsequentes und verantwortungsbewusstes Handeln kann das Leid vieler Jungtiere verhindert werden. Landwirte, Jäger und Naturschützer sollten sich regelmäßig über die neuesten Schutzmethoden informieren. Auf der Website des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz ist eine Liste von Drohnenpiloten zur Kitzrettung abrufbar, um den Schutz der Wildtiere in der Region weiter zu verbessern.

Ein hilfreicher Ratgeber der Deutschen Wildtier Stiftung gibt weiteren Aufschluss über sinnvolle Maßnahmen zur Vermeidung des Mähtods bei Wildtieren und kann auf deren Website abgerufen werden: Ratgeber Wildtierschutz bei der Mahd.

BA

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