Politik | 22.10.2026, 14:42 Uhr

Aufstieg von der Kreisklasse in die Bundesliga

„Sozis“ Beeindruckt von Besuch in Oberelbert

Der SPD-Ortsverein Montabaur Land zeigte sich bei einem Ortsbesuch beeindruckt von der positiven Entwicklung der Ortsgemeinde Oberelbert.
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Oberelbert. Der SPD-Ortsverein Montabaur Land war Gast in Oberelbert und hatte zur Erkundung einer aufstrebenden Gemeinde eingeladen. Mit den Worten „Aufstrebend sind wir seit 30 Jahren, heute spielen wir als Dorf in der Bundesliga“, begrüßte Ortsbürgermeister Sebastian Stendebach die interessierten Gäste. Zwei Stunden später stimmten der Aussage des Ortschefs alle zu: was in Oberelbert über drei Jahrzehnte geschaffen wurde, ist über die Region hinaus beispielhaft.

Erfreut waren alle, dass bei dem Rundgang außer dem langjährigen früheren Ortsbürgermeister Karl Jung auch Edmund Schaaf als ehemaliger Bürgermeister der VG Montabaur und SPD-Kreisvorsitzender Hendrik Hering dabei waren. Letzterer zeigte sich schon beim Start des Rundgangs begeistert: „Alle wichtigen Einrichtungen und Treffpunkte des Dorfes sind ausnahmslos in der Ortsmitte angesiedelt, das findet man landesweit sehr selten“, so der frühere Landtagspräsident.

Für den SPD-Ortsverein begrüßte Uli Schmdit alle Teilnehmenden und dankte insbesondere Altbürgermeister Karl Jung für sein langjähriges nachhaltiges Engagement und seinen kommunalpolitischen Weitblick! „Ohne Karl würden wir jetzt nicht hier stehen und uns über ein Vorzeigedorf freuen, dem kommunal der Aufstieg von der Kreisklasse in die Bundesliga gelungen ist!“, so Schmidt anerkennend.

Erste Station war die Wohnpflegegemeinschaft „Zum Wiesengrund“, die mit 12 Plätzen und 2 Mietwohnungen die Möglichkeit bietet, in Gemeinschaft mitten im Dorf selbstbestimmt alt zu werden und gemeinsam den Herausforderungen eines zunehmenden Hilfs- und Pflegebedarfs zu begegnen. Nachdem die Eröffnung in die Coronazeit fiel, mit zunächst nur einer Bewohnerin, gibt es inzwischen eine Warteliste und die im demografischen Wandel wegweisende „Senioren-WG“ ist immer voll belegt.

Nach wenigen Metern war die Gruppe dann an der 1994 fertiggestellten Stelzenbachhalle, die zu einem echten Dorfmittelpunkt geworden ist. „Durch die enge Kooperation mit der Kirchengemeinde wurde diese so realisiert, dass die Unterhaltung für beide bis heute tragbar ist“, stellte Karl Jung dazu fest.

In einem weiteren Bauabschnitt wurde die Halle ergänzt um den bis heute betriebenen Dorfladen, der auch zu einem sozialen Treff geworden ist – zumal er vor wenigen Jahren um ein Dorfcafé ergänzt wurde. Mit der Erweiterung wurde auch mit der „Stelzenbach Stubb“ eine Dorfkneipe geschaffen, die mit der deutsch-türkischen Küche nicht nur für Oberelberter zu einem gastronomischen Anziehungspunkt geworden ist. Besichtigt wurden auch das Dienstzimmer des Ortsbürgermeisters mit einem Besprechungsraum im gleichen Gebäude.

Vorbei am Sportlerheim des SV Oberelbert durfte der 1990 zu einem Rasenplatz umgebauten Sportplatz bewundert werden. „Dank der zuverlässigen Bewässerung durch den vorbeifließenden Bach ist das sicher einer der allerbesten Rasenplätze hier in der Region“, so Ortsbürgermeister Stendebach. Alle fußballerfahrenen Teilnehmenden stimmten dem voll zu. Nicht weniger eindrucksvoll das mit Mitteln der Dorferneuerung geschaffene angrenzende Freizeitgelände mit dem bei Kindern und Eltern beliebten Kinderspielplatz – inklusive renaturiertem Bachlauf und einem kleinen Entenweiher. Das Gelände soll bald um eine Beach-Volleyballfeld und eine Spielstätte für den Trendsport Padel-Tennis erweitert werden.

„Wir haben hier mit Unterstützung von Kreis und Land 4,5 Mio. € in eine moderne Kindertagesstätte in Trägerschaft der Ortsgemeinde investiert“, stellte der Ortsbürgermeister beim Betreten der erst im April 2026 eröffneten neuen Einrichtung mit Namen „Zauberwald“ stolz fest. Dank einem engagierten und kompetenten Team sei das eine tolle Sache und mit den 75 Plätzen habe die Gemeinde wohl für immer vorgesorgt.

Bei all der Begeisterung über die größte Investition der Dorfgeschichte in die Zukunft der Kinder, geriet fast der neue Bauhof am anderen Ende des Sportplatzes in Vergessenheit, mit dem die Bedingungen für die Gemeindearbeiter wesentlich verbessert werden konnten. Dank zweier engagierter Jungs und unbürokratischer Unterstützung aus der Gemeinde und den Verwaltungen war in Nachbarschaft des Bauhofs 2020 in wenigen Wochen ein sogenannter Pumptrack entstanden. Bemerkenswert: Der etwa 500 Quadratmeter große Mountainbike-Parcours wurde komplett durch Sach- und Geldspenden finanziert und in Eigenleistung errichtet.

Bei einem abschließenden Gespräch der Teilnehmenden wurde von Sebastian Stendebach besonders der Oberelberter Vereinsring gelobt, bei dem sich alle zusammen für ein reges Vereinsleben und viele Veranstaltungen zur Förderung der Dorfgemeinschaft engagieren würden. Einer, der die Entwicklung der Ortsgemeinde Oberelbert immer eng begleitet hat, ist Edmund Schaaf: „Die Gemeinde hatte immer nur ein geringes Gewerbesteueraufkommen und verfügte auch sonst nicht über nennenswerte Einnahmen“. Umso erstaunlicher sei es, was hier für ein gesundes dörfliches Gemeinwesen geschaffen wurde, so der frühere VG-Chef.

Diskutiert wurde auch darüber, wie man die Strukturen der demokratischen Parteien in der Fläche, also auch in den Ortsgemeinden, stärken kann, um den populistischen Demokratiefeinden wirksamer begegnen zu können. Alle waren sich einig: in der Stadt Montabaur und den umliegenden Ortsgemeinden wurde in den vergangen Jahrzehnten viel erreicht, was es zu erhalten und noch zu verbessern gilt Letzteres gehe nur mit stabilen demokratischen Strukturen, zu denen alle etwas beitragen müssten. „Da genügt es nicht mehr, einmal im Jahr zu einer Demo zu gehen“, stellte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Erik Walter, abschließend fest.

Pressemitteilung SPD-Ortsverein Montabaur

Der SPD-Ortsverein Montabaur Land zeigte sich bei einem Ortsbesuch beeindruckt von der positiven Entwicklung der Ortsgemeinde Oberelbert. Foto: SPD-OV Montabaur Land, Erik Walter

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