Blaulicht | 03.11.2024, 10:37 Uhr

Erstmals Zivilcourage-Preis durch Kreispolizeibehörde Euskirchen verliehen

Verhinderter Suizid und erfolgreiche Reanimation: Polizei würdigt Zivilvourage von mutigen Bürgern

Mutige Bürgerinnen und Bürger wurden mit dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet. Foto:Kreispolizeibehörde Euskirchen
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Euskirchen. Die Kreispolizeibehörde Euskirchen hat am Dienstag (29. Oktober) erstmalig den Zivilcourage-Preis verliehen. Die feierliche Veranstaltung fand unter Anwesenheit zahlreicher Gäste in der Ideenfabrik (frühere Alte Tuchfabrik) in Euskirchen-Euenheim statt, darunter auch Landrat und Behördenleiter Markus Ramers, der die Eröffnungsrede hielt und den hohen Wert der Zivilcourage betonte.

„Zivilcourage bedeutet, Mut und Entschlossenheit zu zeigen, wenn es darauf ankommt, und für das Wohl anderer einzustehen“, erklärte Ramers. Er lobte das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger, die sich durch beherztes Eingreifen in kritischen Situationen als Vorbilder für die Gesellschaft erwiesen haben. Acht Bürgerinnen und Bürger wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet, durch den sie in unterschiedlichen Situationen das Leben anderer sicherer gemacht haben.

Der Zivilcourage-Preis der Kreispolizeibehörde Euskirchen wurde ins Leben gerufen, um Menschen auszuzeichnen, die in schwierigen Momenten Verantwortung übernehmen und für die Sicherheit anderer einstehen. „In einer Zeit, in der viele lieber zurückhaltend bleiben, ist es wichtig, diejenigen zu würdigen, die mutig handeln und unsere Gesellschaft durch ihren Einsatz stärken,“ betonte Ramers in seiner Ansprache.

Mit dem Preis soll nicht nur den Preisträgerinnen und Preisträgern Dank und Respekt ausgesprochen werden, sondern auch die Bedeutung von Zivilcourage in der Gesellschaft gefördert werden. Die Preisträgerinnen und Preisträger seien Beweise für den Wert von Zusammenhalt und die positive Wirkung, die einzelne Personen durch ihr Handeln haben können, so Ramers weiter.

Die acht geehrten Personen stammen überwiegend aus dem Kreis Euskirchen und darüber hinaus. Ihre Einsätze waren unterschiedlich – ob sie Schutz geboten, Verantwortung übernommen oder Menschlichkeit gezeigt haben, ihr mutiges Handeln bleibt ein Vorbild. Die Verleihung des Zivilcourage-Preises soll auch andere Menschen dazu ermutigen, Zivilcourage zu zeigen und im Bedarfsfall Verantwortung zu übernehmen.

35-Jähriger enttarnte versteckten Dieb

Am 24. Januar versuchten drei Männer in Schleiden, einen Zigarettenautomaten mit mehreren Werkzeugen aufzubrechen und einen Diebstahl zu begehen. Ein 35-Jähriger konnte die Männer während der Tathandlung beobachten und verständigte die Polizei. Bei Eintreffen der Polizisten machte der Schleidener die Beamten darauf aufmerksam, dass sich einer der Männer in seinem Vorgarten versteckte. Die drei Männer konnten festgenommen werden.

Der Pkw der Täter konnte ebenfalls durch den Zeugenhinweis, dass die Personen zunächst in einem Pkw gesessen hätten, sichergestellt werden. In dem mitgeführten Pkw wurden zudem noch weitere Einbruch- und Aufbruchwerkzeuge aufgefunden.

Nachbarin vertreibt aggressiven Ex-Freund

Am 19. Februar beabsichtigte ein 28-jähriger Mann in Euskirchen in die Wohnung seiner Ex-Freundin einzudringen, um das gemeinsame Kind zu sehen. Hierzu trat er die Wohnungstüre ein. Eine 29-jährige Nachbarin befand sich zu diesem Zeitpunkt im Treppenhaus und bekam den Streit mit.

Sie wollte die 28-jährige Nachbarin unterstützen und zog den Ex-Freund aus der Wohnung. Hierbei wurde sie von dem Mann geschlagen. Der 28-Jährige flüchtete daraufhin von der Örtlichkeit und konnte wenig später von hinzugerufenen Polizeibeamten angetroffen werden.

Männer retten Unfallopfern das Leben

Am 25. März ereignete sich in Euskirchen ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 83-Jähriger verlor aufgrund eines internistischen Notfalls das Bewusstsein und somit die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte ungebremst mit einer Skulptur, in der Mitte eines Kreisverkehrs. Das im Fahrzeug befindliche Ehepaar wurde bei dem Verkehrsunfall schwer verletzt.

Ein 70-Jähriger befand sich zum Unfallzeitpunkt in seinem Pkw hinter dem Auto des Ehepaares und konnte den Verkehrsunfall beobachten. Er zog den 83-jährigen Fahrer aus seinem Fahrzeug und leistete Erste-Hilfe. Er reanimierte den Rentner bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Die Reanimation, die später von den Rettungskräften übernommen wurde, verlief erfolgreich und der 83-Jährige überlebte den Verkehrsunfall.

Ein 57-Jähriger war zum Unfallzeitpunkt fußläufig in der Nähe unterwegs und konnte den Verkehrsunfall beobachten. Er ging zum Pkw und half der schwer verletzten 81-jährigen Beifahrerin aus dem Fahrzeug. Danach versuchte er die Frau bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu versorgen und den massiven Blutverlust einzudämmen.

Suizid verhindert

Am 4. Juni kletterte eine 54-jährige Frau in suizidaler Absicht über das Geländer der Oleftalsperre in Hellenthal und hielt sich rücklings an der Absperrung fest. Drei Angestellte vom Wasserverband (30, 42, 63) hielten sich zu dem Zeitpunkt unterhalb der Staumauer auf. Sie konnten die 54-Jährige von unten beobachten.

Gemeinsam begaben sie sich schnellstmöglich auf die Staumauer und kontaktierten die Polizei. Sie konnten die Frau über das Geländer zurück auf die Staumauer ziehen und den Suizidversuch verhindern.

83-Jähriger stellt sich Schläger in den Weg

Am 8. Juli wurde eine 85-jährige Frau auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Kall von einem ihr unbekannten Mann (31) aus dem Nichts angegriffen. Der 31-Jährige packte die Frau mit beiden Händen am Oberteil und warf sie zu Boden. Anschließend nahm er die am Boden liegende Frau, schüttelte sie und trat nach ihr.

Ein 83-Jähriger sah den Angriff und eilte zu Hilfe. Er stellte sich zwischen die 85-Jährige und den Täter und forderte ihn auf, damit aufzuhören. Der 31-Jährige versuchte nach dem Herrn zu treten, verfehlte ihn jedoch. Anschließend flüchtete er von der Örtlichkeit. Dank dem Einschreiten des 83-Jährigen konnte Schlimmeres verhindert und der Täter verjagt werden.

„Wir alle könne von Ihrem Mut und Ihrer Entschlossenheit lernen“

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Ramers den Preisträgern für ihren Einsatz und sprach ihnen höchste Anerkennung aus: „Sie sind ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft, und wir alle können von Ihrem Mut und Ihrer Entschlossenheit lernen.“

Mitarbeitende des Berufsbildungszentrums Euskirchens (BZE) fertigten einen Engelstatue aus Holz mit einer Widmung auf Metall. Außerdem erhielten die Preisträger ein Dankeschreiben.

Die Laudatio zu den einzelnen Preisträger hielten der Abteilungsleiter Polizei, Polizeidirektor Harald Mertens, die Direktionsleiterin Verkehr, Polizeioberrätin Martina Mensching, der Direktionsleiter Kriminalität, Kriminaloberrat Ulrich Linden und Polizeihauptkommissarin Katja Littke (Polizeipräsidium Münster), die ihren Vater als Preisträger mit einer Laudatio überraschte und ehrte. Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde Euskirchen

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