Lokalsport | 09.08.2026, 11:44 Uhr

Reiterverein Jubiläum

100 Jahre Reiterverein Neuwied mit großem Fest im Aubachtal

Die Reitsportanlage Flohr im Neuwieder Aubachtal, der Sitz des Reitvereins Neuwied. Foto Reitverein Neuwied

Neuwied. 100 Jahre Reiterverein Neuwied Fürst zu Wied war der erste Reitlehrer Jubiläumsfeier im Aubachtal am 14. August mit großem Programm Der Reiterverein Neuwied e.V. feiert ein stolzes Jubiläum: Seit genau 100 Jahren verbindet der Verein die Leidenschaft für den Reitsport, sportliche Höchstleistungen und gelebte Gemeinschaft. Was am 2. Mai 1926 mit 22 Pferdebegeisterten um Fürst Friedrich zu Wied begann, hat sich über ein Jahrhundert hinweg zu einer der traditionsreichsten und modernsten Reitsportanlagen im Rheinland entwickelt.

Unter den ersten 22 Mitgliedern nahm das Fürstenhaus zu Wied von Beginn an eine prägende Rolle ein: Fürst Friedrich zu Wied übernahm nicht nur das Amt des 1. Vorsitzenden, sondern engagierte sich persönlich als Reitlehrer. An seiner Seite erwies sich seine Ehefrau Fürstin Pauline – eine passionierte Reiterin – als unvergessene Förderin des Neuwieder Reitsports.

Nach den schweren Jahren des Zweiten Weltkriegs und der Auflösung des ursprünglichen Vereins fassten 19 engagierte Pferdefreunde 1952 den Mut zum Neuanfang. 1955 übergab Fürst Friedrich Wilhelm zu Wied dem Verein die Fürstliche Reithalle an der Andernacher Straße. Mit stark steigenden Mitgliederzahlen in den 1960er Jahren stieß die alte Anlage an ihre Grenzen. Nach intensiver Geländesuche fiel der Blick auf das malerische Aubachtal in Oberbieber. Am 25. August 1970 erfolgte der Spatenstich, und bereits am 1. Oktober 1971 konnte das bis heute vorbildliche neue Reitsportzentrum im Aubachtal eröffnet werden.

Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitglieder, großzügiger Spenden und der Anerkennung als Landesleistungszentrum (Nord) entstand eine Vorzeigeanlage. In den Folgejahren baute der Verein die Infrastruktur konsequent aus: 1984 folgte die Einweihung der zweiten Reithalle – realisiert durch eine gewaltige Gemeinschaftsleistung von über 3.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden der Mitglieder. Später kamen Außenboxen, Führanlagen und moderne Sanitärbereiche hinzu.

Über Jahrzehnte hinweg war der Reiterverein Neuwied Magnet für den nationalen und internationalen Reitsport. Die legendären Osterturniere ab 1972 sowie die traditionellen Herbstmeetings und das Mittelrheinische Springderby lockten die absolute Weltspitze in die Deichstadt. Namen wie Hans-Günter Winkler, Dr. Reiner Klimke, Isabel Werth, Alwin Schockemöhle, Harry Boldt, Fritz Ligges, Josef Neckermann, Sönke Sönksen, Norbert Koof und Gerd Wiltfang lasen sich in den Neuwieder Starterlisten wie das Reitsport-Lexikon der Bundesrepublik. Auch internationale Jugendturniere mit Mannschaften aus Österreich, Frankreich, Belgien und der Schweiz festigten den exzellenten Ruf des Vereins weit über die Landesgrenzen hinaus.

Dass der Reiterverein Neuwied heute auf festen Beinen steht, ist auch wegweisenden Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit zu verdanken. Mit der Gründung der Vermögensverwaltungsgesellschaft K+E im Jahr 2010 unter der Führung von Ralf Engel, Klaus Kaiser und Ivo Schwaderlapp wurden umfangreiche Sanierungen realisiert, der Wartungsstau abgebaut und die Infrastruktur auf den modernsten Stand gebracht.

Heute präsentiert sich die Reitanlage im Aubachtal als idyllische Oase für Freizeitreiter, Dressur- und Spring-Talente gleichermaßen und wird geleitet von Ralf Engels Sohn Daniel und seiner Frau Carolin. Hohe Stallauslastungsquoten, engagierte Nachwuchsförderung und ein lebendiges Vereinsleben zeigen: Die Faszination Pferd ist in Neuwied auch nach 100 Jahren lebendiger denn je.

Am Freitag, 14. August, wird das Jubiläum auf der Reitanlage im Aubachtal mit einem großen Fest gefeiert. Ab 18 Uhr erwartet die Besucher auf dem Derbyplatz der Reitsportanlage Flohr ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tombola und Vorführungen.

Die Reitsportanlage Flohr im Neuwieder Aubachtal, der Sitz des Reitvereins Neuwied. Foto Reitverein Neuwied Foto: Reitverein Neuwied

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