Politik | 12.05.2013

„Neuwied baut Zukunft“

Neuer Busbahnhof am Luisenplatz

Die Marktstraße wird in der Mitte komplett umgebaut, das Millionenprojekt soll Ende nächsten Jahres fertig sein

Bei der Pressekonferenz mit Bürgermeister Kilgen zweiter von links wurde auch ein Baustellenmarketing vorgestellt.  HEP

Neuwied. „Neuwied baut Zukunft“, verkündet stolz die Stadtverwaltung. Autofahrer begeistert das kaum, denn Sperrungen und Umleitungen wegen Bauarbeiten in Engersgaustraße, Karl-Marx-Straße, Rasselstein-Kolonie, Stahlwerkstraße, Sandkauler Weg, Wollendorfer Straße und noch ca. 50 sogenannte Aufgrabungen im gesamten Stadtgebiet nerven oft die Autofahrer. Die Spitze bildet allerdings die Marktstraße, die in wenigen Tagen bis November zur Sackgasse wird. Denn im Bereich der Langendorfer Straße entsteht für etwa 1,5 Millionen Euro der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB). Der zuständige Neuwieder Bürgermeister Rainer Kilgen bezeichnete das Ganze als Wohlfühlbaustelle, denn hier sind zuvor nicht nur alle Geschäftsleute, sondern auch die Anwohner informiert worden. Und zu Beginn soll es mit Bauarbeitern und Anwohnern ein gemeinsames Frühstück geben, damit man sich kennenlernt und die Baustellenleute so direkt mit Problemen konfrontiert werden können. Als „Aktives Stadtzentrum“ bezeichnete Kilgen das Entwicklungs- und Handlungskonzept zur Stärkung der Neuwieder Innenstadt. Nach der Neugestaltung der Mittelstraße folgt nun mit dem Bau des ZOB ein zweites für die Weiterentwicklung der City bedeutsames Projekt aus dem von Bund und Land geförderten Programm. Die zahlen nämlich für den ZOB eine Million Euro, sodass die Stadt lediglich noch 500 000 Euro hinblättern muss. Aber der städtische Kämmerer muss noch weitere 370 000 Euro in die Hand nehmen, denn dafür wird gleichzeitig das Rondell zwischen Markt- und Pfarrstraße ausgebaut. Und wenn schon mal aufgerissen ist, legen Stadtwerke Versorgungs- und die Servicebetriebe Entsorgungsleitungen für rund 870 000 Euro, sodass in die gesamte Baustelle rund 2,75 Millionen Euro fließen. Mit der Bündelung der Bushaltestellen in dem ZOB verschwinden die entlang der Markstraße verteilten Haltepunkte, die laut Stadtverwaltung bislang einer attraktiveren Gestaltung des Straßenraumes im Weg stand. Somit wird dann auch der Weg frei für eine Neugestaltung der gesamten Marktstraße. Abgerissen wurde bereits das in die Jahre gekommene Gebäude der Tourist-Information, die bis zum Neubau in der Langendorfer Straße 110 neben der American Sportsbar untergebracht ist. Wie im Theater ist die Großbaustelle ein Projekt in drei Akten. Phase I dauert etwa acht Monate (Mai bis Dezember). Ob die Baustelle zum Weihnachtsgeschäft vorübergehend verschwunden ist, wollte man auf der Pressekonferenz nicht vorhersagen. Die Phase II hat ebenfalls acht Monate von Januar bis August 2014 und Phase III mit drei Monaten beginnt im September und soll im November 2014 enden. Laut Kilgen wurden die Behinderungen während der Bauphasen so gering wie möglich gehalten. So legte auch Franz Becher, Vorstandssprecher des AktionsForums, Wert darauf, dass fast alle Parkplätze in der Marktstraße auch während der Bauphase erhalten werden und die Marktstraße von beiden Seiten bis zur Baustelle befahren werden kann. Hier gibt es dann Wendemöglichkeiten, die Einbahnregelung ist dann natürlich aufgehoben. Der Durchgangsverkehr von der Kirchstraße aus kann die Pfarrstraße oder die Wilhelm- und die Friedrichstraße benutzen. Dies gilt auch für die Busse, deren Fahrgäste an der Marktkirche, und zwar in der Markt- und Engerser Straße, ein und aussteigen. Obwohl auch das Rondell zwischen Markt- und Pfarrstraße um- und ausgebaut wird, ist es stets befahrbar. In Phase I kann der obere Teil (Richtung Hermannstraße) und in der Phase II der untere Teil (Richtung Engerser Straße) benutzt werden. In der Phase zwei ist sogar die Durchfahrt von der Marktstraße zur Pfarrstraße möglich. Und in Phase III ist das Rondell schließlich komplett frei. Während der Bauarbeiten fallen hier lediglich 30 Parkplätze weg.

Bei der Pressekonferenz mit Bürgermeister Kilgen zweiter von links wurde auch ein Baustellenmarketing vorgestellt. Foto: HEP

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