Politik | 26.08.2026, 17:31 Uhr

Kinderrechte stärken in Neuwied

Neuwied setzt auf Kinderfreundliche Kommune und stärkt Kinderrechte mit neuem Aktionsplan

Die Mitglieder der Fraktionen von CDU, Bündnis90/die Grünen, FWG, BSW und FDP informieren sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Jan Einig und Bürgermeister Peter Jung in Sachen „Kinderfreundliche Stadt Neuwied“.
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Neuwied. Die Fraktionen des Neuwieder Bündnisses aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen, BSW, FWG und FDP sprechen sich dafür aus, den eingeschlagenen Weg als „Kinderfreundliche Kommune“ konsequent fortzusetzen. Der Stadtrat soll der Teilnahme Neuwieds an einer zweiten, dreijährigen Siegelphase zustimmen und damit zugleich den Weg für die gemeinsame Erarbeitung eines neuen Aktionsplans freimachen.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Kinderfreundliche Kommune weit mehr ist als ein Siegel oder ein einzelnes Projekt. Es ist gelungen, die Interessen von Kindern und Jugendlichen stärker und verbindlicher in das kommunale Handeln einzubeziehen.

Diesen erfolgreichen Weg wollen wir gemeinsam weitergehen“, sind sich die Fraktionsvorsitzenden Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Die Grünen), Lars Ebert (FWG), Tobias Härtling (BSW) und Dr. Dietrich Rühle (FDP) einig und betonen zugleich, „auch in Zukunft Kinder und Familien in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit zu stellen“.

Neuwied war 2023 die erste und ist bis heute die einzige zertifizierte Kinderfreundliche Kommune in Rheinland-Pfalz. Grundlage war ein Aktionsplan mit 14 Maßnahmen zur Stärkung der Kinderrechte und zur Beteiligung junger Menschen. Der nun vorliegende Abschlussbericht zeigt, dass wesentliche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden und Kinderrechte heute stärker in Planungs- und Entscheidungsprozessen der Stadt berücksichtigt werden.

Dabei ging es von Beginn an nicht um kurzfristige Einzelprojekte, sondern um nachhaltige Veränderungen. Beteiligungsformate wurden ausgebaut, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Bereiche der Verwaltung intensiviert und verbindliche Strukturen geschaffen. Kinder und Jugendliche sollen nicht erst dann gefragt werden, wenn Entscheidungen bereits weitgehend getroffen sind, sondern ihre Perspektiven frühzeitig einbringen können.

„Kinderfreundlichkeit ist für uns keine Einzelmaßnahme, sondern Stadtentwicklungspolitik“, betonen die fünf Fraktionsvorsitzenden. „Wenn wir Wohnraum schaffen, Schulen und Kitas weiterentwickeln, öffentliche Räume gestalten oder sichere Wege planen, müssen wir immer auch die Perspektive von Kindern und Jugendlichen mitdenken. Unser Ziel ist es, gute Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen und allen Kindern bestmögliche Chancen zu eröffnen.“

Dass dieser Ansatz inzwischen konkret wirkt, zeigen zahlreiche Beispiele: Beim Kinder- und Jugendbudget „Lasst uns mal ran!“ können junge Menschen eigene Projektideen entwickeln und über deren Umsetzung mitentscheiden. Das Format „Frag doch mal den Bürgermeister“ schafft einen direkten Austausch mit der Stadtspitze. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Spielraumplanung wurde durch einen einstimmigen Stadtratsbeschluss verbindlich verankert. Aus der Beschäftigung mit Kinderarmut und Chancengerechtigkeit ist zudem mit dem „Neuwieder Weg“ ein Fördermodell entstanden, über das insgesamt 60.000 Euro für partizipative Projekte bereitgestellt werden.

Nicht alle Maßnahmen konnten im vorgesehenen Zeitraum vollständig abgeschlossen werden. Die Erfahrungen aus der ersten Siegelphase zeigen zugleich, an welchen Stellen Prozesse weiter verbessert werden können. Auch diese Erkenntnisse sollen in die zweite Siegelphase einfließen.

Bürgermeister Peter Jung und das Team des Jugendamtes rund um Sonja Jensen wollen den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit den beteiligten Partnern konsequent fortsetzen.

„Kinderfreundlichkeit ist kein Zustand, den man nach drei Jahren für abgeschlossen erklären kann. Entscheidend ist, dass aus guten Ideen dauerhafte Strukturen entstehen und Beteiligung im Alltag tatsächlich gelebt wird. Die erste Siegelphase hat dafür wichtige Grundlagen geschaffen. Darauf wollen wir jetzt aufbauen.“

Welche konkreten Maßnahmen Bestandteil des zweiten Aktionsplans werden, soll dabei ausdrücklich nicht vorweggenommen werden. Kinder und Jugendliche, der Jugendbeirat, Politik, Verwaltung und freie Träger sollen erneut in den Entwicklungsprozess einbezogen werden. Auch die bereits durchgeführten Zukunftswerkstätten haben zahlreiche Impulse geliefert – von sicheren Schul- und Radwegen und attraktiven Aufenthaltsorten bis hin zu mehr Natur, Barrierefreiheit und neuen Beteiligungs- und Informationsformaten für Jugendliche.

Für Hahn, Wilke, Ebert, Härtling und Dr. Rühle ist deshalb klar: „Die zweite Siegelphase soll auf den erreichten Strukturen aufbauen, erfolgreiche Ansätze weiterentwickeln und zugleich neue Impulse aus der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aufnehmen. Wir wollen nicht nur Politik für Kinder machen, sondern Politik auch mit Kindern und Jugendlichen gestalten.“

Der neue Aktionsplan soll im ersten Quartal 2027 in verschiedenen Beteiligungsformaten entwickelt und anschließend den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden.

„Eine kinderfreundliche Stadt entsteht nicht allein im Rathaus. Sie entsteht dort, wo Politik, Verwaltung, Schulen, Kitas, freie Träger, Vereine und vor allem Kinder und Jugendliche gemeinsam Verantwortung übernehmen. Diesen gemeinsamen Weg wollen wir als Neuwieder Bündnis auch in den kommenden Jahren unterstützen.“

Die Mitglieder der Fraktionen von CDU, Bündnis90/die Grünen, FWG, BSW und FDP informieren sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Jan Einig und Bürgermeister Peter Jung in Sachen „Kinderfreundliche Stadt Neuwied“. Foto: Jörg Niebergall

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