Politik | 19.12.2022, 08:37 Uhr

Kreistag beschließt Gebührenerhöhungen

Abfallgebühren steigen zum Jahreswechsel um ein Viertel an

Explodierende Kosten durch Energiekrise und den Ukraine Krieg seien für die Gebührenerhöhung verantwortlich - der Markt für Altpapier ist stark eingebrochen

Foto: Pixabay.com

Von unserem Mitarbeiter Volker Jost

Kreis Ahrweiler. Um etwa ein Viertel teurer werden die Abfallgebühren im Kreis Ahrweiler ab dem 1. Januar 2023, das beschloss der Kreistag jetzt einstimmig. „Angesichts explodierender Kosten durch Energiekrise und Ukrainekrieg ist es uns dennoch gelungen, die Gebührenerhöhung insgesamt noch moderat zu gestalten“, kommentierte Landrätin Cornelia Weigand (parteilos). Sie wies zudem darauf hin, dass die Gebühren seit 2017 und damit fünf Jahre lang konstant geblieben seien.

Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr habe nur geringen Einfluss auf die Gebührenerhöhung gehabt, lediglich drei Prozent seien auf eine nun geringere Zahl an Einwohnern gegenüber den Vorjahren zurückzuführen, wodurch die Gebühren nun von weniger Haushalten getragen werden müssten als zuvor.

Die Kosten von bislang mehr als einer 145 Millionen Euro allein für die Beseitigung von über einer Million Tonnen Flutabfällen seien dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Ahrweiler (AWB) bisher vollständig durch den Wiederaufbaufonds erstattet worden und belasteten somit nicht die Müllgebühren.

Verlust aus dem laufenden Jahr ausgleichen

Doch auch die Entsorgungsindustrie bleibe von deutlichen Kostensteigerungen vor allem in Energiesektor nicht verschont. So rechnet der AWB damit, dass 2023 die Kosten für die Abfallentsorgung gegenüber dem Vorjahr um rund 1,1 Millionen Euro steigen. Verantwortlich hierfür sind die höheren Kosten für Energie, Personal, Entsorgungsdienstleistungen und Investitionsgüter. Ein Ausgleich aus Wirtschaftsergebnissen der Vorjahre sei nicht mehr möglich. Der AWB erwartet für das laufende Jahr 2022 zudem einen Verlust von 493.000 Euro. Auch dieser müsse im kommenden Jahr ausgeglichen werden.

Den größten finanziellen Einbruch habe jedoch der Markt für Altpapier zu verzeichnen. Hier rechnet der AWB mit mehr als einer Million Euro an Mindererlösen, weshalb die Rückvergütung für gesammeltes Altpapier rigoros zusammengestrichen werden musste. „Dennoch kann es bei einer Rückvergütung für das Altpapier bleiben, um einen sichtbaren Anreiz zu bieten, Wertstoffe zu sammeln“, erklärte Werkleiter Sascha Hurtenbach. Er zeigt in einer Beispielrechnung auf, dass sich die Gebühren für Haushalte mit Biotonne je nach Haushaltsgröße im Durchschnitt zwischen 31,21 und 56,44 Euro pro Jahr erhöhen werden, „wenn gut sortiert wird und nur sechs Restmüll-Leerungen in Anspruch genommen werden.“ Das anspricht einer prozentualen Erhöhung zwischen 23,8 und 25,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwas moderater sieht es aus bei Eigenkompostierern ohne Biotonne, die mit Erhöhungen zwischen 23,39 und 27,48 Euro pro Jahr rechnen müssen, was einer Erhöhung zwischen 11,3 und 19,5 Prozent entspricht.

Kosten können reduziert werden

Jeder einzelne Haushalt könne jedoch aktiv dazu beitragen, die Mehrkosten zu reduzieren, so Hurtenbach. So seien in den Abfallgebühren grundsätzlich sechs Leerungen der Restmülltonne pro Jahr eingeschlossen. Im Durchschnitt benötige jeder Haushalt jedoch neun bis zehn Leerungen, je nach Tonnengröße. „Noch gezielteres Trennen des Abfalls kann dazu beitragen, eine oder mehrere Leerungen im Jahr einzusparen und damit die Kosten insgesamt zu mindern“, rechnete Hurtenbach vor. Eine zusätzliche Leerung schlägt, je nach Größe der schwarzen Tonne, mit 4,32 bis 12,97 Euro zu Buche.

JOST

Foto: Pixabay.com

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Monatliche Anzeige
Imageanzeige
Image
Anzeige On Air
Pellenzer Lehrstellenbörse
Sonderseiten Pellenzer Ausbildungsmesse
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1204

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
1071

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
807

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen