Durch Flut- und Corona-Folgen, Lieferengpässe und Ukrainekrieg gerät der Arbeitsmarkt ins Stocken
Arbeitslosigkeit im Kreis Ahrweiler ist gestiegen
Kreis Ahrweiler. Die Sommerferien haben in diesem Jahr spät begonnen. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass der regionale Arbeitsmarkt ein wenig länger im saisonalen „Sommerloch“ festhängt: Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ahrweiler ist im August noch einmal um 100 auf nun 2.568 gestiegen. Das sind 149 arbeitslose Menschen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 3,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent.
„Ein großer Teil der Menschen, die in den letzten Wochen arbeitslos wurden, sind junge Leute um die 20 Jahre. Die meisten von ihnen haben ihre Ausbildung gerade beendet und wurden nicht von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen – oder hatten einfach andere Pläne, wie eine Auszeit oder ein Studium“, erklärt Thomas Becker, stellvertretenden Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, und betont, dass es sich dabei um ein bekanntes, saisonbedingtes Phänomen handelt. „Die meisten dieser jungen Leute werden in den nächsten Wochen entweder eine neue Stelle antreten oder studieren. Aus unserer Statistik werden sie dann spätestens im Oktober wieder herausfallen.“
Weitreichende Folgen
Allein damit lasse sich der aktuelle Anstieg vor allem im Vergleich zum Vorjahr allerdings nicht erklären, räumt Becker ein und verweist auf die Entwicklung der letzten Monate. „Wir stellen ja schon seit geraumer Zeit fest, dass der Arbeitsmarkt angesichts der vielen Belastungen, denen er sich etwa durch Flut- und Corona-Folgen, Lieferengpässe oder Ukrainekrieg ausgesetzt sieht, auch bei uns ins Stocken geraten ist.“ Allerdings bewege sich die Arbeitslosigkeit bei einer Quote von 3,7 Prozent noch immer auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Positiv bewertet der stellvertretende Agenturchef die Stellenentwicklung: 162 offene Arbeitsplätze meldeten die Betriebe aus der Region dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen – deutlich mehr als im Vormonat, was für August nicht unbedingt üblich sei. Insgesamt zählt die Arbeitsagentur im Landkreis 827 offene Stellen. Dies zeige, dass Unternehmen trotz aller Skepsis weiter auf der Suche nach Fachkräften seien.
Viele Azubis starten jetzt
Derzeit starten die meisten der neuen Azubis in ihr erstes Lehrjahr. Doch es gibt auch Jugendliche, die weiter auf der Suche sind – und das bei aus ihrer Sicht günstigsten Voraussetzungen, denn auch viele Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. So stehen laut Statistik im Ahrkreis zum Monatsende 126 unversorgten Bewerbern 171 offene Ausbildungsplätze gegenüber.
Das Vermittlungsgeschäft der Berufsberatung laufe deshalb auch weiter, sagt Thomas Becker. „Solange der Stoff der Berufsschule nachholbar ist, vermitteln wir. Wer noch auf der Suche sei, solle sich deshalb schnell bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern melden. „Sie helfen dabei, sich auf dem Ausbildungsmarkt zu orientieren und sie wissen, welche Arbeitgeber noch in diesem Herbst Nachwuchs suchen.“
Pressemitteilung
Bundesagentur für Arbeit
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