Bebauungsplan „Schulzentrum Bad Neuenahr“ musste noch mal angepackt werden
Auwald soll wiederhergestellt und dann sich selbst überlassen werden
Weitere Nutzung als Freizeit- und Sportgelände – Kein alternativer Standort für Wohnmobil-Stellplatz gefunden
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit dem Bebauungsplan „Schulzentrum Bad Neuenahr“ musste sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung noch einmal beschäftigen. Erkenntnisse aus den Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz, die weiter voranschreitenden Planungen im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2022 und besonders sich zwischenzeitlich veränderte landesplanerische Voraussetzungen waren Gründe für die Überarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfs.
So hatte die CDU-Stadtratsfraktion im vergangenen April die Verwaltung gebeten, Alternativstandorte für den dort geplanten Wohnmobilstellplatz zu prüfen. Diese Prüfung habe mittlerweile stattgefunden, berichtete Stadtplanerin Barbara Krutzsch. Dabei seien die Ostwiese des TWIN, eine Teilfläche des Parkplatzes am Apollinaris-Stadion sowie die Wiese unterhalb des Augustinums in Augenschein genommen worden. Im Ergebnis sei der geplante Standort am Schulzentrum für einen Kurzreisestellplatz am besten.
Außerdem sei ein Teilbereich aufgrund eines Antrags der Grünen als „natürliche Sukzessionsfläche im Überschwemmungsbereich ohne bauliche Anlagen“ ausgewiesen worden. Nach den erfolgten Auslichtungsmaßnahmen durch die Herausnahme dichten Unterholzes und stark verschattender Bäume sollen in Abstimmung mit der Forstbehörde Auwald-typische Bäume und Sträucher neu gepflanzt werden, um den Auwald-Charakter wiederherzustellen. Nach dieser „Starthilfe“ soll die Fläche sich selbst überlassen werden.
Aus Gründen des Artenschutzes sind außerdem die Installation von zwölf Vogelkästen und ebenso vielen Fledermausspaltenquartieren geplant. Damit soll ein kurzfristig wirkender Ausgleich für die bereits erfolgte Fällung von etwa einem Dutzend Biotopbäumen geleistet werden. Außerdem soll eine mindestens 650 Quadratmeter große Habitatfläche für die blauflügelige Ödlandschrecke mit Sonnenplätzen und Versteckmöglichkeiten in Form von Steinriegeln, Altholzhaufen sowie Stein- und Sandlinsen errichtet werden. Diese Heuschreckenart steht zwar auf der Roten Liste, ist europarechtlich aber nicht geschützt.
Alles in allem soll also die geplante Nutzung als Freizeit- und Sportgelände weiterbetrieben werden. In Ergänzung zum Apollinaris-Stadion und als Raum für Bewegung und Begegnung soll sich künftig ein Sportband von der Kreuzstraße im Norden bis zum Ahrufer erstrecken. Außerdem soll ein Kurzreisestellplatz entstehen mit 49 Stellplätzen und zentraler Ver- und Entsorgungsstation. Die dafür vorgesehene Platzfläche ist in unmittelbarer Nähe des Eingangsbereichs zur Landesgartenschau 2022 angeordnet. Sie dient während der Landesgartenschau als Lagerfläche für Akteure und könne auch als Veranstaltungsraum genutzt werden.
Entstehen sollen außerdem ein Beachvolleyballfeld sowie Spielflächen mit Kletter-, Kraft-, Motorik- und Turn-Elementen für alle Generationen. Auf der tief liegenden Fläche südlich des geplanten Blockheizkraftwerks soll zudem ein Skatepark errichtet werden. Schon zur Landesgartenschau soll die geplante Adventure-Minigolfanlage zu nutzen sein, für die es auch eine kleine Gastronomie geben kann. JOST
