Politik | 01.10.2018

Koblenzer Ratsmitglieder verwundert über plötzlichen Sinneswandel der Landesregierung

Baubeginn für Hallenbad greifbar nah

Mainzer Innenministerium gab grünes Licht – Stadt darf Sauna und Gaststätte betreiben

Koblenz. „Zehn Jahre lang wurden 56 Ratsmitglieder veräppelt und Sie fahren nach Mainz und et klapp. Ich versteh et nit“, sagte Manfred Gniffke, Vorsitzender der Fraktion Freie Wählergruppe, in der Koblenzer Stadtratssitzung zu Oberbürgermeister David Langner. Aber auch andere Ratsmitglieder waren erstaunt über einen plötzlichen Sinneswandel der Landesregierung, durch den der Baubeginn des Hallenbads in greifbare Nähe rückt. Das Mainzer Innenministerium hatte bisher zur Auflage gemacht, dass die Bäder GmbH in einem noch zu bauenden Hallenbau im Rauenthaler Moselbogen nur das Hallenbad, jedoch nicht Sauna und Gaststätte betreiben dürfe. Ansonsten würden die drei Millionen Euro Landeszuschuss gestrichen und aufgrund der Finanzlage dürfe die Stadt dann kein mehr Hallenbad bauen.

Vor acht Jahren wurde der Hallenbadneubau vom Rat definitiv beschlossen und vor etwa vier Jahren begannen die Finanzierungsplanungen. Damit die Stadtwerke Koblenz mit dem Hallenbad-Minus Steuern sparen, erhielt sie eine Tochter, die Bäder GmbH. Die gründete eine weitere Tochter, um das Grundstück am Moselbogen zu kaufen, und soll dann aufgelöst werden. Warum das so ist und wie Geldmittel hin- und hergeschoben wurden und werden, begreifen eigentlich nur Fachleute in der Koblenzer Stadtverwaltung. Jedenfalls segneten Innenministerium und ADD das Konglomerat ab und der Hallenbadplanung stand, bis auf die Verpachtung von Sauna und Gaststätte nichts mehr im Wege. Rat und Verwaltung kamen überein das Hallenbad zu errichten und erst, wenn man einen Pächter gefunden hat, Sauna und Gaststätte zu bauen, um einige seiner Wünsche erfüllen zu können.

Da ein Hallenbad, das überwiegend sportlichen Zwecken dient, immer Minus macht, hätte das durch Sauna und Gaststätte gemindert werden können, so der Plan. Da machte das Innenministerium aber einen Strich durch die Rechnung, da der Zuschuss nur für eine Sportstätte sei, die von der Kommune betrieben werde.

Einen adäquaten und vertrauenswürdigen Pächter zu finden gestaltete sich schwierig und so verging Monat für Monat. „Mein Ziel ist es, Hallenbad-, Sauna und Gaststätte parallel zu bauen“, erklärte in der Ratssitzung der Oberbürgermeister und war daher vor etwa drei Wochen zur Landesregierung gefahren. Von dort hieß es jetzt: „...die Stadt kann nunmehr das Hallenbad im Rahmen der aktuellen Kostenkalkulation, die vom Stadtrat am 21. Juni 2018 beschlossen wurde, errichten. Die Stadt darf zusätzlich einen wirtschaftlich zu betreibenden Gastronomie- und Saunabereich errichten.“

David Langner ist begeistert: „Die Zusage ist wunderbar, jetzt dürfen wir alles machen und selbst betreiben. Die jetzige Zusage hätte aber vor zehn Jahren kommen sollen.“ Thorsten Schupp zeigte sich erstaunt über die Ratsvorlage: „Der OB hat erzählt, es geht nicht und jetzt geht es doch. Was haben Sie, was Ihr Vorgänger nicht hat?“, fragte er David Langner. „Es liegt daran, wen man auf der anderen Seite hat, in Mainz haben die Protagonisten gewechselt“, antworteten die Verhandlungsteilnehmer.

Bauplan vorhanden

Darüber, dass für den Badneubau bald die Bagger anrollen dürfen, sind wohl nicht nur Rat und Verwaltung, sondern auch die Koblenzer froh, denn der Vorlage war bereits ein Bauplan für Sauna und Gaststätte beigelegt. HEP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Daueranzeige
Rund ums Haus
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Innovatives rund um Andernach
Anzeige KW 14
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
23

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Auf der Bühne herrschte bei den Spielen eine lockere Atmosphäre.  Foto:WAMFO.de
5

Nürburgring. Ally-Pally-Atmosphäre am Nürburgring: Tausende Fans der fliegenden Pfeile haben die Ringarena am vergangenen Samstag erneut in einen Darts-Tempel verwandelt. In den Trikots ihrer Lieblingsspieler oder kreativ verkleidet als Zwerg oder Zielscheibe, erlebten rund 4.000 Besucher bereits im fünften Jahr spannende Partien zwischen den bekannten Größen des (Dart)Sports. Auf der Bühne der „Darts-Arena“ lieferten sich die Darts-Stars spannende Duelle.

Weiterlesen

Symbolbild.
135

Rettungshubschrauber im Einsatz: Motorradfahrer geriet aus bisher ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn

06.04.: Schwerer Unfall auf der L330: Motorradfahrer nach Unfall mit Pkw schwer verletzt

Nassau. Am 6. April 2026 ereignete sich gegen 17:15 Uhr auf der L330 zwischen Nassau und Hömberg ein Verkehrsunfall, an dem ein PKW und ein Motorrad beteiligt waren. Der Motorradfahrer bewegte sich auf der Strecke von Nassau in Richtung Hömberg, während der PKW-Fahrer in entgegengesetzter Richtung unterwegs war.

Weiterlesen

Symbolbild.
14

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Titel
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anlagenmechaniker
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita