Politik | 16.06.2014

„Die Linke“ Ahrweiler setzt sich in Remagen für einen selbstverwalteten Bürgerladen ein

Beschäftigte übernehmen ihren Betrieb in Eigenregie

Remagen. Gutverdiener in Städten haben die Qual der Wahl. Sie können in den Supermarkt gehen oder sich via Smarthpone oder Internet die Lebensmittel gleich nach Hause liefern lassen. Was machen allerdings ältere Menschen auf dem Land, in den Kleinstädten, Kinder und Jugendliche, Kranke, Menschen ohne Auto? Nicht jeder hat einen Internetanschluss und nicht jeder möchte nur dieses oder jenes im Supermarkt einkaufen, sondern auch dort Anschluss zu anderen Menschen suchen und finden, andere Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Diese Menschen „sehen alt aus”, wenn der einzige (Lebensmittel-) Laden im Dorf, in der Kleinstadt, die Türen schließt, warum auch immer. Es ist schwierig, mit einem Tante Emma Laden noch genug Geld zu erwirtschaften, um ein Existenzminimum zu sichern. Deshalb gibt es auch meist keine Nachfolger für einen Laden, dessen Inhaber aus Altersgründen oder Rentabilitätsgründen schließen muss. Vor diesem Problem stehen nun die Remagener Bürgerinnen und Bürger ganz aktuell. Der Lebensmitteldiskounter Kaiser will im Sommer seine Pforten schließen. Marion Morassi, frisch in den Ahrweiler Kreistag gewählt, hat konkrete Vorstellungen, wie es zukünftig anders und besser laufen kann mit der Nahversorgung in der Remagener Innenstadt: „Unser Slogan lautet hier: „Wartet nicht auf Wunder von oben, packt es selbst an. Da, wo ihr lebt, arbeitet, eure Freizeit verbringt!“ Auf die aktuelle Situation in Remagen gemünzt heißt das: „Die Linke“ setzt sich für einen selbst verwalteteten Bürgerladen ein, organisiert und verwaltet von Bürgern für Bürger, zum Beispiel in Form einer Bürgergenossenschaft. Eine Anschubfinanzierung für das erste Jahr sollte durch Regionalbanken, durch die Stadtverwaltung Remagen, insbesondere durch das Wirtschaftsförderungsamt der Stadt und durch Vereine respektive engagierte Bürgerinnen und Bürger erfolgen. Das jetzige, gut ausgebildete und erfahrene Personal könnte man übernehmen. Sie könnten auch die Akteure in einem solchen Laden sein. So werden Entlassungen vermieden. Entscheidend ist, dass die dort arbeitenden Menschen die Geschäftsführung selbst in die Hand nehmen.“

Das Geschäftskonzept

Wolfgang Huste, der für „Die Linke“ im Stadtrat von Bad Neuenahr sitzt, ergänzt: „Das Geschäftskonzept, wie wir es vorschlagen und zur Diskussion stellen, besteht aus dem Kerngeschäft (gute Lebensmittel, möglichst aus regionalem Anbau), einem Dienstleistungssektor (Lotto, Post- und Paketservice, Reinigungsannahme, Kopierer …) und einem sozialen Treffpunkt (Kommunikation, Information, Veranstaltungen …). Der Treffpunkt ist dabei die kommunikative Säule in einem solchen Bürgerladen, in einem „Lädchen für alles“. Außer seiner sozialen Funktion für die Remagener Innenstadt erhöht der Treffpunkt auch die Besucherzahl im Laden und stärkt ihn so wirtschaftlich. Wie der Treffpunkt gestaltet wird hängt von den Gegebenheiten und Bedürfnissen der Remagener Bürgerinnen und Bürger ab. Egal welche Art von Treffpunkt letztendlich verwirklicht wird – entscheidend für den Erfolg ist das Eigenengagement der dort arbeitenden Menschen. Da sie für sich arbeiten, für ihr Projekt, für die Gemeinschaft und nicht für andere, sind sie hoch motiviert, den Laden erfolgreich zu führen. Bürgerinnen und Bürger sollen sich hier mit ihren Ideen und Vorstellungen flankierend mit einbringen, damit aus einem Bürgerladen ein Gemeinschaftsprojekt für alle wird“.

Nach den Vorstellungen der beiden Linken soll der Laden durch die Bündelung verschiedener Dienstleistungen für die Bürger attraktiver werden, da sie hier viele Dinge auf einem Weg erledigen können. Dazu können neben Bankautomat, Lotto/Toto und Annahmestellen für Post, Reinigung, Änderungsschneiderei oder Schuhrepatur auch folgende Leistungen angeboten werden: Lieferservice, Partyservice, Präsentkörbe, Fotoservice, Annahme Druckpatronenbefüllung, Kopier ­ und Faxservice. Marion Morassi: „Durch das Prinzip „Bürgerinnen und Bürger übernehmen ihren Betrieb in Eigenregie“ teilen sich die Beschäftigten ganz demokratisch, nach sozialen Gesichtspunkten, den erwirtschaften Gewinn unter sich auf, nach vorher schriftlich fixierten Kriterien“. Mittels einem durchdachten Dienstleistungsmix und die Idee, Treffpunkt für alle Menschen im Innenstadtbereich zu werden, soll, so der Vorschlag von Marion Morassi und Wolfgang Huste, der Bürgerladen zum Leben erweckt werden. Es würde sich demnach um ein shop-in-shop-Modell handeln. Mit diesem Konzept, davon sind die beiden Linken überzeugt, wird die Nahversorgung der Remagener Bürgerinnen und Bürger gesichert, ebenso zahlreiche Erwerbsarbeitsplätze und „nebenbei“ das Bedürfnis nach einer allgemeinen Kommunikation der Bürger untereinander. Der Druck der Profitmaximierung fällt wegen des gemeinnützlichen Genossenschaftswesens weg. Gewinne werden direkt an die Kunden weitergegeben, in Form von Preissenkungen, oder einer langfristigen Preisstabilität in Form einer besseren Bezahlung der dort Beschäftigten und/oder durch eine Erweiterung des Waren- und Dienstleistungsangebots. Mitglieder der Genossenschaft erhalten einen entsprechenden „Vorteilsbonus“ auf ihre Einkäufe, denn Solidarität soll sich auch auszahlen. Marion Morassi: „Die Verwirklichung eines solchen Modells wäre eine win-win-Situation für die Bürgerinnen und Bürger, ebenso für die dort Beschäftigten, die dadurch ihren Erwerbsarbeitsplatz behalten können, aber auch für die Stadt Remagen. Die Stadt würde durch einen solchen innerstädtischen Bürgerladen ein großes Stück attraktiver, lebens- und liebenswerter werden.“

Pressemitteilung

der Linken Ahrweiler

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