Politik | 27.09.2019, 13:36 Uhr

„Fridays for Future“- Demo in Sinzig

Bürger gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße

Rund 300 Teilnehmer brachten ihren Ärger auf die Bundespolitik zum Ausdruck

„Our house is on fire“ - Unser Haus steht in Flammen - war auf den Plakaten zu lesen. Fotos: ROB

Sinzig/Kreis Ahrweiler.. Über ein Jahr ist es nun her, dass die junge Schwedin Greta Thunberg ihren Dienst als Schülerin für einen Freitag quittierte und „blau“ machte um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Aus Thunbergs Idee wurde eine globale, soziale Bewegung und „Fridays for Future“ war geboren. Das Phänomen machte auch vor Sinzig nicht halt. Vor gut einem Monat gründete sich der Sinziger Ortsverband der „Fridays for Future“-Bewegung. Ins Leben gerufen wurde der lokale Ableger der Initiative von Finja Bareis und Younes El Battahi. Am vergangenen Freitag wurde nun gemeinschaftlich für mehr Sensibilität in Sachen Klima protestiert. Einen Unterschied hatte die lokale Version jedoch: Gestartet wurde um 16.15 Uhr, geschwänzt werden musste also nicht. Außerdem wurde die Uhrzeit von Initiatorin Finja Bareis, einer Schülerin des Rhein-Gymnasiums, bewusst gewählt, damit sich auch Erwachsene anschließen konnte. Dem Aufruf folgten tatsächlich Teilnehmer aller Altersklassen. Von Unterstufenschülern über Eltern mit Kinderwagen und Senioren war alles vertreten. Versammelt wurde sich auf der Jahnwiese; anschließend wurde eine circa fünf Kilometer Strecke durch die Sinziger Innenstadt als Marschroute bestimmt. Während die Veranstalter von rund 100 Teilnehmern ausgingen, zählte Heinrich Klar, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Remagen, schon knapp 250 Demonstranten. Und dies bevor der eigentlich Zug überhaupt startete. Zwischenzeitlich sollen sich bis zu 500 Menschen an der Klima-Demo beteiligt haben. Gesichert ist diese Zahl jedoch nicht. Fest steht, dass die Resonanz durchaus als gewaltig zu bezeichnen war. Mit Megaphonen, Bannern und Plakaten brachten die Teilnehmer ihren Ärger auf eine für sie viel zu träge reagierende Politik zum Ausdruck. „Die Klima-Pläne der Bundesregierung sind einfach ein Witz“, unterstrich Bareis.

Ein großes Kernthema der Forderungen war dabei der sofortige Ausstieg aus der Kohlekraft. Auch der Verzicht auf Fleisch oder Kritik an der Massentierhaltung waren wiederkehrende Motive auf den selbst gebastelten und entsprechend beschrifteten Plakaten. Nach dem knapp eineinhalbstündigen Zug durch Sinzig fand schließlich eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musik auf dem Kirchplatz vor dem Rathaus statt. Größere Zwischenfälle gab es nicht zu vermelden. Die Polizei beschränkte sich auf das Sichern der Zugteilnehmer und die Verkehrsregelung. Unterstützt wurden die Beamten dabei von Kräften des Ordnungsamtes. Für zusätzliche Sicherheit sorgten Ordner, die die Initiatoren dem Demo mitgebracht hatten.

Demonstration mit Strahlkraft

Nicht nur Sinziger beteiligten sich an dem Protestmarsch. Auch Interessierte aus dem kompletten Kreisgebiet, insbesondere aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, kamen in die Barbarossastadt, darunter auch die Schüler verschiedener Schulen.

Das Datum, der 20. September, war nicht willkürlich gewählt. Tags drauf fand der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York statt. In insgesamt 30 weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz fanden vergleichbare „Fridays for Future“-Kundgebungen statt. Nach der Demo war noch lange nicht Schluss. An die Aktion schloss sich ein so genanntes Klima-Camp an. Die Mitglieder des Ortsverbands der Sinziger „Fridays for Future“ schlugen schon am Montag ihre Zelte zum Protest- und Informations-Camping vor dem Rathaus auf. Dort können sich Interessierte unter anderem über die Möglichkeiten zum Klimaschutz informieren. Das Camp läuft noch bis Freitag, 27. September. ROB

Der Abschluss fand auf dem Sinziger Kirchplatz statt.

Der Abschluss fand auf dem Sinziger Kirchplatz statt.

Viele junge Familien begleiteten den Demonstrationszug.

Viele junge Familien begleiteten den Demonstrationszug.

Finja Bareis (Mitte) bei der Begrüßung der Teilnehmer.

Finja Bareis (Mitte) bei der Begrüßung der Teilnehmer.

„Our house is on fire“ - Unser Haus steht in Flammen - war auf den Plakaten zu lesen. Fotos: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Daueranzeige
Anzeige Werbekampagne "Am Zeiberberg"
Dauerauftrag 2026
Michelsmarkt Andernach
Stellenausschreibung Kennziffer 096/2026
Titel-Anzeige
Tag der offenen Tür Freiwillige Feuerwehr Kripp
Firmenübernahme TGAPLAN Münch
Empfohlene Artikel
Die Organisatoren um Versammlungsleiterin Rieke Post (2. v. r.) erklärten, warum sie Anna Köbberling (r.) das Mikrofon wegnahmen.Fotos: HEP
449

Koblenz. Mit fast 4.500 Teilnehmern war die Demonstration für den Klimaschutz eine der größten in Koblenz. Lediglich der Protest gegen den rechten Kongress im Januar 2017 hatte mehr als 5.000 Teilnehmer. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr unsere Zukunft klaut“, stand nicht nur auf Bannern der Bewegung „Fridays for Future“, sondern riefen bei dem Umzug quer durch Koblenz lautstark Kindern, Jugendliche und auch Erwachsene.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Schängelmarkt zog mit seinen vielfältigen Attraktionen auch in diesem Jahr viele interessierte Besucherinnen und Besucher an. Fotos: SCH
1349

Koblenz. Fast ein halbes Jahrhundert gibt es jetzt schon den Koblenzer Schängelmarkt. Mit seinen 48 Jahren gehört dieses Stadtfest zu einem der größten in Rheinland-Pfalz mit langer Tradition. Immer wieder verwandelt sich die Innenstadt in einen lebendigen Markt mit einem abwechslungsreichen und lebendigen Programm für alle Generationen. Am langen Wochenende vom 18. bis 20. September, inklusive verkaufsoffenem...

Weiterlesen

14jährige Salima Günther gewinnt U17 Turnier
492

Halle an der Saale. Nachdem Salima Günther schon das U16-Turnier in Düsseldorf gewinnen konnte, setzte sie am Wochenende in Halle an der Saale, beim bundesoffenen Sichtungsturnier der U17, unter den Augen des Bundestrainers Juan Ignacio Cuneo, noch einen drauf. Sie ließ sämtliche Konkurrentinnen in der Gewichtsklasse -63 kg hinter sich und stand am Ende des Tages ganz oben auf dem Treppchen. Der Bundestrainer lud sie daraufhin zu einem DJB-Lehrgang nach Leipzig ein.

Von Yamina Bouchibane aus UNKEL

Weiterlesen