Politik | 07.12.2023

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Bundesweites Böllerverbot: Stille Nacht zum Jahresstart?

Auch in diesem Jahr gibt es eine Debatte darum, ob das Böllern an Silvester verboten werden sollte.  Foto: pixabay.com

Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um ein Böllerverbot an Silvester.

Deutschlandweit kam es vergangenen Jahreswechsel zu Krawallen, darunter auch im Koblenzer Stadtteil Neuendorf, wo Einsatzkräfte in der Nacht zu Silvester mit Raketen und Böllern beschossen wurden. Für dieses Jahr fordert ein Aktionsbündnis aus Umwelt-, Verbraucher-, Tierschutz- und Gesundheitsorganisationen um die Deutsche Umwelthilfe ein bundesweites Böllerverbot. Ein sinnvoller Vorschlag?

Pro: Ohne diesen antiquierten Brauch ginge es allen besser

Mit einem Böllerverbot würden wir gleich mehrere Probleme auf einmal beheben. Denn Feuerwerkskörper verschmutzen die Luft durch Feinstaub und verursachen dabei auch noch jede Menge Müll. Mit einem Verbot würden wir also sowohl der Umwelt als auch auch unseren Lungen einen großen Gefallen tun. Zudem führt der unsachgemäße Umgang mit Pyrotechnik jedes Jahr zu zahlreichen, teils schweren Verletzungen. Bei einem böllerfreien Silvester lägen die Unfallzahlen wesentlich niedriger und das Leben der Rettungskräfte und Mitarbeiter in den Notaufnahmen wäre deutlich einfacher.

Vergessen wir bei der Debatte aber auch unsere Haus- und heimischen Wildtiere nicht. Sie leiden enorm unter dem Krach, so wie im Übrigen auch Menschen mit traumatischen Erfahrungen, etwa Kriegsflüchtlinge. Kurzum: Das Böllern an Silvester ist ein antiquierter Brauch, der abgeschafft gehört!

Contra: Verbot wäre kontraproduktiv

Das Feuerwerk ist ein fester Bestandteil der Silvestertradition, bei der die Menschen zusammenkommen, um fröhlich das neue Jahr zu begrüßen. Wollen wir diese Tradition wirklich einfach so aufgeben? Und sollte der Staat überhaupt darüber entscheiden, wie man den Jahreswechsel auf dem eigenen Grundstück begeht?

Denken wir im Übrigen auch an unsere Wirtschaft: Die Feuerwerksindustrie macht den Großteil ihres Umsatzes in den Tagen vor Silvester. Ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper würde daher akut Arbeitsplätze gefährden. Und ob ein Verbot die Menschen tatsächlich vom Böllern abhält, ist ebenfalls fraglich. Anstelle der streng geprüften Feuerwerkskörper vom deutschen Markt würden die Leute dann nur die gefährlicheren aus dem Ausland kaufen. Ein Böllerverbot würde damit genau das Gegenteil von dem bewirken, wozu es eigentlich gedacht ist.

Wie ist Euer BLICKwinkel?

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf ein Böllerverbot? Könntet Ihr auf die Knallerei an Silvester verzichten oder gehört sie für Euch einfach zum Jahreswechsel dazu?

Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung Eures vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de. BA

Umfrage

Welche Alternativen zum klassischen Feuerwerk im Garten/auf der Straße bevorzugt Ihr?

47 abgegebene Stimmen

Auch in diesem Jahr gibt es eine Debatte darum, ob das Böllern an Silvester verboten werden sollte. Foto: pixabay.com

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
06.01.202408:01 Uhr
W. Hans

Selbst hin- und hergerissen war ich neugierig auf die Pro-/Contra-Argumente. Mein Fazit: Es spricht nichts für private Feuerwerkerei. Zusammenkommen geht auch ohne Lärm. Und die Henker haben sich auch beschwert, als die Todesstrafe abgeschafft wurde, die Kutscher als die ersten Autos kamen... Dinge ändern sich! Manchmal zum Guten. Zugegeben, die Knallerei vertreibt die bösen Geister des vergangenen Jahres, bedient den destruktiven Teil der Persönlichkeit und verleiht das Gefühl von Macht. Mit Vernunft hat das eher weniger zu tun. Wenn schon, dann doch lieber als ein zentrales, orchestriertes Feuerwerk, das etwas leiser, nach einer sehr definierten Zeit vorbei und trotzdem schön anzusehen ist!

03.01.202419:49 Uhr
Helmut Gelhardt

Zu K. Schmitt: "Lieber geradezu extremistisch alles verbieten wollen, was anderen Spaß macht."

Niemand will den Menschen ungefährlichen, nicht in die existenziellen Rechte ANDERER eingreifenden Spaß verbieten.

Es ist aber unzweifelhaft kein Spaß mehr, wenn die 'Böller- und Feuerwerkerfraktion' ANDEREN reale Gefahren für Gesundheit und Leben, Sachschäden an Gebäuden, unnötigen gewaltigen Lärm, Rauchbelästigung, Feinstaub, Vermüllung und Verkehrsbehinderungen aufbürden, denen diese ANDEREN gar nicht unmittelbar entgehen können. Große Teile der Tierwelt (Haustiere wie Wildtiere) sind tagelang (vor und nach Silvester und insbesondere an Sylvester) völlig verängstigt und immens gestresst. Müssen diese ANDEREN all dies hinnehmen, weil einige Unbelehrbare/Uneinsichtige ihren "Spaß" haben müssen und dieses MUSS gnadenlos einfordern. Dieses gnadenlose, rücksichtslose Spaß einfordern ist wahrhaft extremistisch - nicht die Forderung nach dem walten lassen der Vernunft!

03.01.202415:02 Uhr
K. Schmidt

Warum wird hier eigentlich kein bisschen differenziert? Es gibt Feuerwerk, Fontänen in verschiedenen Größen, die klassische Rakete, das finde ich gut, schön anzusehen, und erhaltenswert. Dafür schaue ich auch Silvester ab 12 gerne mal aus dem Fenster. Ein "Böller" ist dagegen ein stupides Teil, anzünden, knallt einmal, bringt keinerlei Lichteffekt. Den Mist kann man direkt verbieten. Damit wäre der Tierwelt schon sehr geholfen, der Umwelt auch, Müll wird auch deutlich weniger. Und die Kandidaten, die meinen den Kram auch außerhalb der Silvesternacht über mehrere Tage zünden zu müssen, auch im Hellen, werden wohl auch weniger, genau wie die verletzten/getöteten durch falschen Gebrauch. Damit wären eigentlich alle Interessen berücksichtigt, auch der Industrie. Ich kann nicht verstehen, wieso in dieser Gesellschaft solche differenzierten Sichtweisen immer weniger werden. Lieber geradezu extremistisch alles verbieten wollen, was anderen Spaß macht.

03.01.202412:50 Uhr
Helmut Gelhardt

Zu Herbert Herrn Hospen:
Diese völlig unsinnige und gefährliche/schädliche Böllerei ist keine Tradition, sondern absoluter Unfug. Was muss noch alles (Schlimme) durch diesen absoluten Unfug passieren, damit die Unbelehrbaren/Uneinsichtigen doch noch zur Vernunft kommen ???!!!

30.12.202317:11 Uhr
juergen mueller

Je hohler die Birne,
je dicker die Böller.

30.12.202316:52 Uhr
Gabriele Friedrich

Also ich habe noch keine mutigen Politiker gesehen. Bundesweit ist das ein Milliardenumsatz und der Staat kassiert fleissig mit, denn auch diese Branche ist wie Karneval und auch Formel 1 ein Wirtschaftszweig. Tabakindustrie genauso.
Verbote sind gut und schön, aber es ist eine Frage der Gesellschaft, ob man den alten Menschen und den Tieren dieses Knallerei antun will. Ich hasse es jedes Jahr aufs neue und dann der Dreck.
Besonders leid tun mir die Polizeibeamten in Berlin und anderen Großstädten, und hier sind es nicht unbedingt die Bio-Deutschen, die Krawall machen.
Allen Sicherheits- und Rettungskräften wünsche ich einen guten und gesunden Rutsch ins Jahr 2014. Möge niemandem etwas passieren und vielleicht lässt ja unser Herrgott Hirn regnen.

30.12.202311:56 Uhr
Rudolf Kowalski

Bei "Contra" kommt mal wieder das Totschlag-Argument mit den Arbeitsplätzen. Sollen etwa auch die Gruben im Ruhrgebiet wieder öffnen, einfach so, wegen der Arbeitsplätze? Dann machen diese Firmen eben etwas Anderes. Und ungeprüfte Böller aus dem Ausland sind verboten - per Gesetz. Nach dem Contra-Argument verstoßen wir doch einfach mal gegen geltende Gesetze...was soll das denn?
Feinstaub, Tiere, Müll usw. DAS sind doch Argumente gegen diese Tradition, die überhand nimmt.

30.12.202307:21 Uhr
Herbert Hospen

DOCH! Tradition! So ein Dummgeschwätz was man meint anderen immer vorzuschreiben!

29.12.202312:58 Uhr
Helmut Gelhardt

Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was für diese sinnlose und mehrfach gefahrvolle/schädliche B ö l l e r e i spricht.

Gesundheits-, Verletzungsgefahr / Lärm / vielfach totale Verängstigung der Haus- und Wildtiere / immense Brandgefahr / Vermüllung / teilweise Verkehrsgefährdung.

Diejenigen Kommunen, die kein Böllerverbot aussprechen, handeln nach meiner Ansicht verantwortungslos! Diese gehen vor denjenigen Zeitgenossen in die Knie, die "Freies Böllern für freie Bürger" verlangen und letztlich faktisch durchsetzen. Damit kapitulieren diese Kommunen vor der großen Unvernunft. Das ist feige !

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rolf Stern : Die Rechtslage ist eindeutig und lässt keinen Raum für politische Wunschinterpretationen. Nach § 10 Abs. 2 KAG Rheinland-Pfalz sind Erneuerung, Verbesserung und Umbau öffentlicher Verkehrsanlagen beitragspflichtig.
  • Oliver Spielmann: Es sollte besser heißen, Neuwied zerstört Lebensraum. Spätestens jetzt müsste eigentlich dem Letzten Bürger ein Licht aufgehen, welcher Stellenwert unser Grossbaumbestand in den Quartieren hat. Möglicherweise...
  • Markus Witsch: Es kann ja sein, dass 66% der Merzbacher sich einen eingeschränkten Nahversorger wünschen, aber die Bewohner von Schlebach, Irlenbusch, Neukirchen, Kurtenberg, Berscheid und Loch/Queckenberg haben andere Einkaufsgewohnheiten.
  • Hink Heike: Hat die UWG, CDU und der Herr Meyer sich auch einmal überlegt,wie die Senioren vollgepackt mit ihrer Ware, die ganzen Berge wieder hochkommen sollen? Und die Todenfelder, Hilberather, Locher und Queckenberger...
Helfende Hände gesucht
Holz Loth-Entsorgung
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Karneval im Brohltal
Kreishandwerkerschaft
Bad Neuenahr-Ahrweiler feiert Karneval
Karneval im Blick
Karneval im Blick
Karneval in der VG Altenahr
Empfohlene Artikel

Neuwied. Bereits im Vorfeld hatte die Stadtratssitzung Wellen geschlagen. CDU-Fraktionschef Martin Hahn hatte auf social media gepostet, dass die AfD der Einrichtung dreier Ganztagsschulen in Heimbach-Weis, Feldkirchen und Engers, im vorgelagerten Haushaltsausschuss nicht zugestimmt hatte.

Weiterlesen

Remagen. Anlässlich der Pressekonferenz von Gesundheitsminister Hoch zum Krankenhausinvestitionsprogramm 2026 fordert die CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz eine deutlich stärkere finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser im Land. Die aktuelle Lage zeige unmissverständlich, dass das bisherige Investitionsniveau nicht ausreiche, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

Weiterlesen

Bendorf. Auf Einladung der Bendorfer Grünen hatten sich zahlreiche interessierte Bürger im Bendorfer Makerspace eingefunden, um gemeinsam mit Experten und erfahrenen Bürgern nach Wegen zu suchen, wie man seine Immobilie fit für die Zukunft machen kann.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Jeckes Spektakel unter dem Motto “Das Karussell dreht sich weiter”

Saalfastnacht beim Kerer LCC: Traumhafte Tänze und amüsante Narrenschelte

Landkern. Die örtliche Eifelgoldhalle übernahm auch in diesem Jahr den Part einer trefflich geschmückten Narrhalla, in welche die Offiziellen des Landkerner Carneval Club (LCC) zur Saalfastnacht eingeladen hatten. Unter der närrischen Taktstockführung von Henny Stein wurde das jecke Spektakel zu einem närrischen Reigen unter dem Motto “Das Karussell dreht sich weiter”.

Weiterlesen

Fahrer eines 40-Tonners gefährdete mehrere Verkehrsteilnehmer

07.02.: Mit über 2 Promille auf der A3: Polizei stoppt betrunkenen Lkw-Fahrer

Montabaur/Dierdorf. Am Samstag, 7. Februar, gegen 0.15 Uhr, hatte ein 23-jähriger Zeuge einen Gliederzug bestehend aus Lkw mit Anhänger („40-Tonner“) auf der A3 im Bereich der Anschlussstelle Montabaur in Richtung Köln fahrend gemeldet. Den Schilderungen des Zeugen folgend, hatte dieser versucht, das Gespann zu überholen. Dieses war dabei gefährlich in Richtung des Pkw des Zeugen gezogen. Der 23-Jährige habe eine Kollision nur knapp verhindern können.

Weiterlesen

Anzeige Kundendienst
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Karneval in der Region (Pellenz)
Karneval in Oberbreisig
Karneval in Oberbreisig
Karneval in der Grafschaft
Karneval in der VG Altenahr
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Karneval im Brohltal
Karneval im Brohltal
Heimersheimer Karnevalsumzug, 14.02.26
Karneval in der Region
Kreishandwerkerschaft
Öffnungszeiten Karneval
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0072#