Politik | 29.12.2023, 08:00 Uhr

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Bundesweites Böllerverbot: Stille Nacht zum Jahresstart?

Auch in diesem Jahr gibt es eine Debatte darum, ob das Böllern an Silvester verboten werden sollte.  Foto: pixabay.com
471

Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um ein Böllerverbot an Silvester.

Deutschlandweit kam es vergangenen Jahreswechsel zu Krawallen, darunter auch im Koblenzer Stadtteil Neuendorf, wo Einsatzkräfte in der Nacht zu Silvester mit Raketen und Böllern beschossen wurden. Für dieses Jahr fordert ein Aktionsbündnis aus Umwelt-, Verbraucher-, Tierschutz- und Gesundheitsorganisationen um die Deutsche Umwelthilfe ein bundesweites Böllerverbot. Ein sinnvoller Vorschlag?

Pro: Ohne diesen antiquierten Brauch ginge es allen besser

Mit einem Böllerverbot würden wir gleich mehrere Probleme auf einmal beheben. Denn Feuerwerkskörper verschmutzen die Luft durch Feinstaub und verursachen dabei auch noch jede Menge Müll. Mit einem Verbot würden wir also sowohl der Umwelt als auch auch unseren Lungen einen großen Gefallen tun. Zudem führt der unsachgemäße Umgang mit Pyrotechnik jedes Jahr zu zahlreichen, teils schweren Verletzungen. Bei einem böllerfreien Silvester lägen die Unfallzahlen wesentlich niedriger und das Leben der Rettungskräfte und Mitarbeiter in den Notaufnahmen wäre deutlich einfacher.

Vergessen wir bei der Debatte aber auch unsere Haus- und heimischen Wildtiere nicht. Sie leiden enorm unter dem Krach, so wie im Übrigen auch Menschen mit traumatischen Erfahrungen, etwa Kriegsflüchtlinge. Kurzum: Das Böllern an Silvester ist ein antiquierter Brauch, der abgeschafft gehört!

Contra: Verbot wäre kontraproduktiv

Das Feuerwerk ist ein fester Bestandteil der Silvestertradition, bei der die Menschen zusammenkommen, um fröhlich das neue Jahr zu begrüßen. Wollen wir diese Tradition wirklich einfach so aufgeben? Und sollte der Staat überhaupt darüber entscheiden, wie man den Jahreswechsel auf dem eigenen Grundstück begeht?

Denken wir im Übrigen auch an unsere Wirtschaft: Die Feuerwerksindustrie macht den Großteil ihres Umsatzes in den Tagen vor Silvester. Ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper würde daher akut Arbeitsplätze gefährden. Und ob ein Verbot die Menschen tatsächlich vom Böllern abhält, ist ebenfalls fraglich. Anstelle der streng geprüften Feuerwerkskörper vom deutschen Markt würden die Leute dann nur die gefährlicheren aus dem Ausland kaufen. Ein Böllerverbot würde damit genau das Gegenteil von dem bewirken, wozu es eigentlich gedacht ist.

Wie ist Euer BLICKwinkel?

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf ein Böllerverbot? Könntet Ihr auf die Knallerei an Silvester verzichten oder gehört sie für Euch einfach zum Jahreswechsel dazu?

Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung Eures vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de. BA

Umfrage

Welche Alternativen zum klassischen Feuerwerk im Garten/auf der Straße bevorzugt Ihr?

47 abgegebene Stimmen

Auch in diesem Jahr gibt es eine Debatte darum, ob das Böllern an Silvester verboten werden sollte. Foto: pixabay.com

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
132

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
140

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Steampunk-Abendmarkt "Zeitreise im Lichterglanz
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, November 2026
Karnevalsauftakt in Mülheim Kärlich
Tag der offenen Tür 2026
Stellenanzeige staatl. anerkannte Erzieher / päd. Fachkräfte
Stellenanzeige: Sachbearbeiter Vorzimmer und Gärtner (m/w/d)
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
871

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
1059

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
406

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen