Politik | 22.06.2017

Bündnis 90/Die Grünen Fraktion im Gemeinderat Straßenhaus

Der Tunnel für Straßenhaus bleibt aktuell

Straßenhaus. Der offensichtlich im Wahlkampfmodus befindliche Herr Rüddel (MdB) verbreitet zur Ortsumfahrung Straßenhaus bedenkliche Informationen. Von einem miserablen Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Tunnellösung zu sprechen ist deshalb falsch, weil überhaupt keine Kosten-Nutzen-Rechnung vorgelegt wurde. Die Kosten für den Tunnel zu verteufeln geht deshalb an der Wahrheit vorbei, weil die dazu vorgelegte Studie erkennbar ein Gutachten mit erwünschtem Ergebnis war. Eine viel zu lange Absenkungsstrecke vor dem Tunnel¬portal Süd, eine übertrieben lange eigentliche Tunnelstrecke, unnötig hohe 16 Meter Überdeckung, ein unnützes Anschlussbauwerk statt seitlicher Rampen neben dem Tunnel-portal Nord und einige andere teure Eigenschaften der beschriebenen Tunnellösung haben die Kosten auf ein Niveau deutlich über dem Maßstab aller vergleichbaren Projekte getrieben.

Der Bevölkerung wird etwas eingeredet, weil man - was nicht verwerflich ist - die Summe für die Realisierung der B256-Baumaßnahme niedrig halten will. So werden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu Steuer-Spar-Kommissaren umgeschult. Zuvor hat niemand jemals gefragt, was eine Ortsumgehung kosten würde. Die Summe aus der Tunnelstudie kennt jetzt jeder. Die Umgehung wurde immer billiger. Der Preis sank von 19,1 über 18,2 und 17,3 auf 16,8 Mio. Euro, die auch zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet wurden. Verteuerung beim Tunnel, Verbilligung bei der Umgehung ein rein politisches Gezerre, um die Bevölkerung auf die Billiglösung einzustimmen.

Laut Veröffentlichung vom Finanzministerium NRW kostet 1 km Straße im Durchschnitt 11,3 Mio. Euro. Die 2.835 m lange Ortsumgehung kostet demnach 32 Mio. Euro. Sie ist über 1.585 m sogar dreispurig; das kostet etwas mehr. Dazu kommen sechs Brücken. Eine davon ist 109 m lang; die kostet rund 5 Mio. Euro. Zwei großräumige Anschlussbauwerke einschließlich zwei Brücken für je 3,1 Mio. Euro, also zusammen 6,2 Mio. Euro, kommen hinzu. 3 weitere Brücken können mit zusammen 2 Mio. Euro veranschlagt werden. Ein Regenrückhaltebecken ist mit 1 Mio. Euro anzusetzen. Damit beträgt die Summe 46,2 Mio. Euro.

Wie das später bei nur angemeldeten 16,8 Mio. Euro abgerechnet wird? Ganz einfach: Wenn der Bund eine Verpflichtung eingegangen ist, muss er auch später anfallende Mehrkosten übernehmen.

Da darf man sich nicht wundern, wenn eine Bürgerinitiative wegen der zu erwartenden Beeinträchtigungen durch Lärm und Abgase sowie wegen erheblicher Wertminderungen von 20 bis über 50 Prozent am Immobilieneigentum zu Gegenmaßnahmen greift.

Wie könnte denn nun eine Lösung aussehen, die ALLEN Einwohnern von Gesamt-Straßenhaus gerecht wird? Dass der Verkehr wegen der überaus großen Belastung von der Raiffeisenstraße weg auf eine andere Strecke verlegt werden sollte, ist unbestritten. Aber nun wird es Zeit, dass ALLE Betroffenen sozusagen auf die Barrikaden gehen und die Tunnellösung fordern, bei der es so gut wie keine Enteignungverfahren gibt, Einsprüche und Klagen nicht zu erwarten sind, die Planung einfacher ist, die Realisierung schneller geht. Und: Die Ortsteile werden nicht durch einen bis zu 9,5 m hohen Wall abgetrennt, die Ellinger müssen keinen Fußweg nach Straßenhaus mit 45 Treppenstufen ertragen, die Auseinandersetzungen der Einwohner im Ort können beendet werden.

Wirklich qualifizierte Ingenieurbüros und Tunnelbau-Spezialisten sind in der Lage, die Lösung in 10 Jahren zu bewältigen. Tunnelvortrieb von 10 m täglich sind möglich, 3 bis 5 m also durchaus realistisch. Netto-Bauzeit bei 900 m Tunnelröhre demnach 300 bis 450 Arbeitstage.

Besänftigt werden müssten nur noch diejenigen Raiffeisenstraßen-Anwohner, die Risse in ihren Häusern befürchten, wenn der Tunnel gebaut wird. Bleibt die Frage zu beantworten, ob nicht ALLE Bürger von Straßenhaus die Tunnellösung fordern sollten, um endlich vom Fleck zu kommen. Erstaunlich einfach zu lösen ist der Vorgang, wenn die Ortsgemeindevertretung den Beschluss von 1996 aufhebt und einen neuen Beschluss zum Tunnelbau fasst. Denn durch die Ortsgemeinde allein - also durch die Bürger bzw. die gewählten Vertreter - wird entschieden, ob, was und wo etwas gebaut wird. Das ginge dann alles bedeutend schneller voran - auch wenn jetzt Ängste aufkommen, der Bund könnte nein sagen.

Pressemitteilung Fraktion i

m Gemeinderat Straßenhaus

Bündnis 90 / Die Grünen,

Elisabeth Bröskamp und

Herbert Krobb

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Gegengeschäft
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
44

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
195

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
49

Puderbach. Am 23.04.26 gegen 16:25 Uhr wurde der Polizei Straßenhaus ein rotfarbener Kleinwagen mit erheblichen Beschädigungen und einer unsicheren Fahrweise in der Ortslage Puderbach gemeldet. Durch die Fahrweise wurden mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Unter anderem habe eine Familie mit Kinderwagen, welche die Straße „Ackerweg“ auf Höhe der Kirche überquerte, auf den Bürgersteig springen müssen, um nicht von dem rotfarbenen Kleinwagen erfasst zu werden.

Weiterlesen

Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
40

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
23

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Dauerauftrag 2026
Anzeige Uhren Vintage
Industriemechaniker
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Titelanzeige Goldankauf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Innovatives rund um Andernach
Maikirmes Franken
10 Jahre NoWi