CDU-Fraktionsmitglieder informieren sich über Situation bei Meckenheimer Tafel
Die Tafel ist wichtiger denn je
Meckenheim. „Wir sind keine Vollversorger. Aber wir helfen den Menschen, ihre Ausgaben für Lebensmittel zu senken,“ so Dr. Uwe Petersen, der Vorsitzende der Tafel Rheinbach-Meckenheim. Und das ist bei derzeit steigenden Preisen wichtiger denn je. Drei Mitglieder der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Meckenheim – Katja Kroeger, Ariane Stech und Wilfried Wieland – besuchten jetzt den Standort in der Meckenheimer Altstadt, um sich über die Arbeit und über aktuelle Herausforderungen zu informieren.
60 Ehrenamtliche engagieren sich an den beiden Standorten in Meckenheim und Rheinbach, um Lebensmittel und Hygieneartikel an rund 600 Menschen auszugeben. Jüngst sind viele Flüchtlinge aus der Ukraine hinzugekommen. Grundsätzlich werden nur Leute aufgenommen, die Bedürftigkeit nachweisen können, weil sie etwa Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind. Sorge macht Dr. Petersen, dass mehr als ein Drittel der Berechtigten Kinder oder Jugendliche sind. Die Tafel kooperiert mit rund 35 Betrieben, darunter sehr große Firmen aus dem Meckenheimer Gewerbegebiet sowie Supermärkte und Discounter, aber auch örtliche Obstbauern. Lebensmittel, die eine begrenzte Haltbarkeit haben, sollen nicht auf dem Müll landen: Das ist eine der Grundideen der Tafeln. Zusätzlich zu den Lebensmittelspenden bekommt die Tafel auch Geld über Leergut-Pfandbons und erhält Spenden, mit denen sie Anschaffungen finanzieren kann. Damit die Lebensmittel frisch bleiben, hat die Tafel Profikühlschränke und Gefriergeräte sowie inzwischen vier Fahrzeuge.
Das Gelände in der Meckenheimer Altstadt ist nicht allzu groß, aber Petersen ist zufrieden damit und sehr erfreut über die Unterstützung durch die Stadt Meckenheim. „Wir sind auf einen Standort, der gut erreichbar ist, angewiesen.“ In Rheinbach liegt die Tafel weiter außerhalb, was laut dem Vorsitzenden schwieriger für die Kundinnen und Kunden ist. Neben der Tafel haben sich Internetplattformen wie Foodsharing etabliert, außerdem gehen Firmen dazu über, Tüten mit noch brauchbaren Lebensmitteln für wenig Geld zu verkaufen; beides macht der Tafel Konkurrenz. Sie ist aber gut vernetzt und tauscht mit anderen Tafeln in der Region Lebensmittel, die sie in großer Zahl bekommen hat, und nimmt für ihre Kundschaft dafür etwas anderes mit.
Der Ablauf an den Abholtagen ist sehr strukturiert, alle Berechtigten haben einen Termin, sodass es nicht zu langen Wartezeiten kommt und auch nicht zu Konflikten wegen Drängelns. Wer viermal hintereinander nicht erscheint und sich auch nicht abgemeldet hat, wird von der Kundenliste gestrichen – es gibt keinen Rechtsanspruch, die Tafel nutzen zu können. An den Coronaregeln halten die beiden Standorte fest. Keinesfalls soll es wieder dazu kommen, dass sie geschlossen werden müssen. Mehr Helferinnen und Helfer sind immer willkommen; die meisten Ehrenamtlichen sind schon etwas älter. Da tagsüber sortiert und ausgegeben wird, ist es schwierig, Berufstätige zu gewinnen.
Die Ratsmitglieder nahmen viele Informationen mit. „Sie leisten einen sehr sinnvollen Beitrag“, so Katja Kroeger, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Auch sei es bemerkenswert, wie viele örtliche Firmen bereit seien, die Arbeit zu unterstützen.
Pressemitteilung
der CDU Meckenheim
