Katholisches Pfarramt St. Peter und Paul Remagen
Diener des Glaubens und der Freude
Am 22. Februar wird Kooperator Pfarrer Alfred Becker in den Ruhestand verabschiedet
Remagen. Priester sind „Gesandte“ des Gekreuzigten - sie stehen durch ihre Weihe in der Nachfolge der Apostel. Sie hat Jesus einst nach nächtlichem Gebet ausgewählt. Einfache Leute, Stammväter des neuen Gottesvolkes. Nach seiner Auferstehung gab Jesus ihnen fünf Aufträge: "Geht zu den Menschen - bringt ihnen die frohe Botschaft - tauft sie - lehrt sie das neue Gebot der Freiheit und der Liebe einzuhalten - sagt ihnen, das ich bei ihnen bin, bis zum Ende aller Zeiten."
Vierzig Jahre Engagement
Am 22. Februar 2014 wird der hoch geschätzte Priester Alfred Becker verabschiedet, der mehr als vierzig Jahre engagiert bemüht war, die Aufträge Jesu zu erfüllen. Bei der Priesterweihe durch Bischof Dr. Bernhard Stein am 9. Juli 1972 in Trier, stellte er seinen Dienst gemeinsam mit den Studienkollegen unter das Leitwort: „Diener des Glaubens und der Freude sein“. Für die Menschen bestellt, hat Alfred Becker stets danach gefragt, was sie heute zum Leben brauchen. In den Begegnungen seines priesterlichen Dienstes hat er diese Frage immer wieder beantwortet: Was der Mensch zum Leben braucht – ist Sinn. Sinn durch Gott, durch Liebe, durch Gemeinschaft – auch mit der Schöpfung. Alfred Becker war nie ein Herr des Glaubens, denn Herren sind einsam und freudlos.
Freude wächst in der Gemeinschaft
Sein Primizspruch deutet vielmehr auf eine Grundvoraussetzung hin, die ein Priester mitbringen sollte: Gemeinschaftsfähigkeit, denn Freude wächst in der Gemeinschaft des Glaubens. In der Ausübung seiner vielfältigen Funktionen war Pfarrer Becker nie ein Einzelkämpfer. Er arbeitete meist in komplexen, oftmals großräumigen Gebilden und mit einem großen Team von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zunächst war er Kaplan in Mayen „Herz Jesu“ und später Jugendseelsorger und -pfarrer in der Region Rhein-Mosel-Ahr. Wer dem Glauben und der Freude dient, ist auch ein Gottsucher, das heißt, in ihm ist ein Kern, der mit Gott zu tun hat. Wenn Alfred Becker mit großem Ernst, schlicht und auf die Mitte konzentriert Eucharistie feiert und das Wort Gottes verkündet, ist diese tiefe Ahnung Gottes in seiner Existenz und Persönlichkeit spürbar. Dass Pfarrer Becker außerdem Leitungs- und Führungskompetenz besitzt und gesundes Urteilsvermögen, kam ihm bei der Ausübung anspruchsvoller Ämter in schwierigen Zeiten zugute. 1981 wurde er Pfarrer und Dechant in Daun und 1986 ernannte ihn der Trierer Bischof zum Regionaldekan der Region Schaumberg-Blies. „Mit der Priesterweihe ist die Karriere zu Ende“, sagte Papst Franziskus vor einigen Wochen. Das hat Alfred Becker gut gefallen. Seine Aufgaben und Ämter im Bistum Trier waren für ihn nie eine Beförderung, sondern ein Anspruch.
Die Anerkennung des Anderen
1998 wurde Pfarrer Becker zum Vorsitzenden des Caritasverbandes Schaumburg-Blies e.V. bestellt und 1997 übernahm er den Vorsitz des Caritasverbandes Saarbrücken. Auch bei diesen Aufgaben, die er viele Jahre parallel zu seinem Amt als Regionaldekan erledigen musste, kam ihm eine priesterliche Grundfähigkeit zu Hilfe. Die Fähigkeit zur Hingabe, zur Liebe und zur Anerkennung des Anderen. Seit 2009 unterstützt Alfred Becker als Kooperator die Seelsorge in den Gemeinden St. Peter und Paul, Remagen sowie St. Johannes-Nepomuk, Kripp. Wie an allen Orten seines Wirkens zuvor, ist er hier mit den Menschen unterwegs, mit sehr viel Freude am Miteinander. Er ist ein weltzugewandter Mann und machte nie viel Aufheben um seine Person: „Am liebsten trage ich eine Albe und eine Stola“, verriet er einmal über seine bevorzugte liturgische Kleidung, die ja die Person des Priesters in den Hintergrund treten lassen soll.
Leise Töne
Der aus Schleid in der Eifel stammende Pfarrer schlägt eher die leisen Töne an, ist kritisch und hoch loyal zugleich. Er hat etwas zu sagen: Seine Predigten sind spannend, kurz und auf dem Punkt. Gespickt mit literarischen Bildern, die jede(r) versteht. Die Freude und Begeisterung des Aufbruchs blieb ihm auch in den letzten Dienstjahren erhalten. Angesichts seiner Erfolge und der eigenen Unzulänglichkeit ist sein Blick noch entschiedener auf Gott gerichtet und auf die Gemeinschaft aller, die mit ihm unterwegs waren und sind.
Zum Abschied eine Heilige Messe
Er wird die nächsten Jahre in Remagen bleiben und die Seelsorgerinnen und Seelsorger unterstützen. Mit einer festlichen Heiligen Messe am Samstag, 22. Februar, um 18 Uhr in der Remagener Pfarrkirche - die Chöre der Pfarreiengemeinschaft, unterstützt von Instrumentalisten, bringen die Missa brevis von W. A. Mozart in G-Dur zur Aufführung - danken die Gemeinden Alfred Becker für seinen großen priesterlichen Dienst, der viel Gutes in den Menschen des Bistums bewirkt hat. Mit der anschließenden Begegnung im Pfarr- und Jugendzentrum wird er in den Ruhestand verabschiedet.
