Politik | 05.07.2016

Rücksichtsloses Verhalten führt häufig zu Komplikationen mit Wildtieren

Drei Rehe in 10 Tagen

Tiere sterben oftmals einen langsamen, qualvollen Tod

Leider wird nicht in jedem Fall der Zusammenstoß mit einem Wildtier gemeldet. Die Tiere verenden dann qualvoll. Privat

Holzweiler. Nachdem im Gemeinschaftlichen Jagdbezirk Holzweiler die hohen Wildunfallzahlen durch die Montage von Wildwarnreflektoren an den Kreis- und der Bundesstraße nahezu komplett verringert werden konnten, kamen unlängst leider 3 Rehe auf der „Materialstraße“ („Betonstraße“) zwischen Dernau und der Kreuzung zur K34 Richtung Holzweiler/Esch/Gelsdorf innerhalb von 10 Tagen ums Leben. Besonders bedenklich ist der Umstand, dass nicht in jedem Fall der Zusammenstoß mit einem Wildtier gemeldet wurde. Diese verenden nach Erfahrungen der Jagdpächter in Abhängigkeit der Aufprallstärke in jedem zweiten Fall nicht sofort tödlich. Die Folge ist ein langsamer, qualvoller Tod, welchen man durch „Nachsuchen“ mit gut ausgebildeten Jagdhunden zwar verkürzen kann. Leider gelingt dies auf Grund der genannten Umstände aber nicht immer, mit der Folge der beschriebenen Qualen. Dass zudem eine „führende“ Ricke überfahren wurde, bedeutet den sicheren Tod für ihr Junges (Kitz), welches trotz erheblicher Bemühungen nicht gefunden werden konnte. Dass sich unsere „Kulturlandschaft“ zunehmend zur Erholungszone für gestresste Menschen in unserer schnelllebigen Zeit entwickelt ist eine erfreuliche Tatsache. Leider scheinen aber bei manchen „Naturfreunden“ entsprechend fundierte Kenntnisse zu den Ansprüchen und Gewohnheiten unserer tierischen Mitbewohner zu fehlen. Rücksichtsloses Verhalten führt daher häufig zu Komplikationen mit Wildtieren. Nicht immer sind die Folgen allerdings so gravierend wie bei Verkehrsunfällen. Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der genannte Streckenabschnitt durch entsprechende Verbotszeichen nur durch „Anlieger“ und landwirtschaftliche Fahrzeuge befahren werden darf. Die schnelle Abkürzung oder der „Promilleweg“ sind unter Umständen noch Gründe, die manch ein Zeitgenosse nachvollziehen könnte. Dass die dabei beobachteten Geschwindigkeiten jedoch in keinster Weise den dort anzutreffenden Wildbeständen gerecht werden ist als Hauptursache für diese nächtlichen Dramen auszumachen.

Als Jagdpächter appellieren wir an die Nutzer dieser Strecke, die Geschwindigkeit deutlich zu verringern. Vor allem während der Dämmerung und Dunkelheit sollte der 2. Gang als Hinweis für angepasste Geschwindigkeit dienen. In dem Wissen, wie gerne man hier unsere gut gemeinten Ratschläge annimmt, und diese quittiert, sollte einzig und allein die Lebensqualität unserer Fauna im Vordergrund stehen.

Ralf Schmidt, Revierpächter,

Grafschaft

Leider wird nicht in jedem Fall der Zusammenstoß mit einem Wildtier gemeldet. Die Tiere verenden dann qualvoll. Foto: Privat

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