Politik | 16.11.2015

Ehrlichkeit beim Thema „Gülle“ gefordert

Stellungnahme zu dem Leserbrief „Gülleimporte aus den Niederlanden“ von Dr. Konstanze Ameskamp im BLICK aktull vom 4.11.15

Seit über zwei Jahren befasst sich die Bürgerinitiative gegen industrielle Güllelager und Massentierhaltung in Wohnortnähe mit der Problematik der Gülledüngung. Schon in der ersten Informationsveranstaltung der BI im Oktober 2013 wurde auf die Belastungen für Mensch und Umwelt, von der Gülle ausgehend, hingewiesen. Viele Wissenschaftler und Mediziner haben sich bislang der Thematik angenommen und alle kommen zu einem Ergebnis, dass die Gülle aus der Massentierhaltung eine Gefahr darstellt und lt. Aussage der Umweltministerin von Rheinland-Pfalz gar als „Sondermüll“ behandelt werden muss.

Da stimmt es mich nachdenklich, wenn eine Regionalpolitikerin, die der Fraktion der „Grünen“ zugehörig ist, Aussagen über Gülle trifft, die ihrer Einschätzung nach, diese als unbedenklich einstuft. Jeder der sich auch nur oberflächlich mit der Thematik befasst hat, dürfte mittlerweile zu dem Ergebnis kommen, dass Gülle aus Massentierhaltung nicht einfach nur als billiges Wirtschaftsgut angesehen werden darf. Auch die Aussage, die ADD würde alle Transporte und Düngungen überwachen und kontrollieren, dürfte hier eher dem Wunschgedanken als der Realität entsprechen. Von einer lückenlosen Überwachung sind wir noch weit entfernt, müssen die Landwirte doch die von ihnen ausgebrachten Güllemengen erst am Ende des Jahres aufweisen. Eine Kontrolle hat bis dorthin, wenn überhaupt nur Stichprobenartig stattgefunden. Bodenproben auf Äckern brauchen sogar nur alle drei Jahre genommen werden.

Auch die Behauptung die Gülle wäre „hygienisiert“ kann bei den angelieferten Mengen bezweifelt werden. Richtig ist, dass Transporte in Holland lediglich in „wärmebehandeltem Zustand“ durchgeführt werden dürfen. Dafür führen die Fahrer Proben mit. Aber auf deutscher Seite gibt es diesbezüglich keine Kontrollen und die mitgeführten Proben werden nicht auf den tatsächlichen Herkunftsort geprüft. Was das bedeutet bedarf keiner näheren Erläuterung zudem das „Hygienisieren“ auch ein finanzieller Aspekt für den Gülleerzeuger darstellt. Die Anlieferung in großen Tankschiffen wirft weitere Probleme auf. Die Herkunft der Gülle stammt aus verschiedenen Mastbetrieben. Ist auch nur ein Betrieb darunter, der seine Abgaben nicht wärmebehandelt und die Gülle vermischt wird, wird die komplette Ladung wieder verkeimt. Diese auf die Äcker ausgebrachten Keime gehen auch auf unsere Nahrungsmittel über. Hierzu brachte das ZDF in der Sendung WISO am 03.11.15 einen Bericht, wobei 50% der aus Deutschland stammenden Lebensmittel wie Tomaten, Salat, Paprika u.ä., das auch gerne als Rohkost verzehrt wird, bei einer Laborprobe gefährliche Keime wie MRSA und EBSL aufwies. Weiterhin wurde beim Löschen der Ladung 200 Liter Gülle in den Rhein abgelassen. Der Hafenbetreiber relativierte diese Umweltsünde mit den Worten, dass Gülle für das Gewässer nicht schädlich sei. Da sei die Frage erlaubt, warum man in der Grafschaft und Teilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler, nach einem Gülleeintrag in das Trinkwassernetz, seitens der Gesundheitsbehörde ein Abkochgebot von mehreren Wochen verhängt hat und eine Chlorung die bis zum heutigen Tage anhält, durchführt. Doch nicht weil Gülle unbedenklich ist.

Ich fordere alle Verantwortlichen auf objektiv und ehrlich mit dem Thema Gülle umzugehen. Gerade von Politiker erwarte ich eine sachgerechte und ehrliche Stellungnahme und nicht wie es mittlerweile zur Kultur geworden ist, scheibchenweise den Bürgern die Wahrheit zu vermitteln oder diese ganz zu unterdrücken. Holger Bäsel,

2. Vorsitzender

Für die Bürgerinitiative gegen industrielle Güllelager und Massentierhaltung in Wohnortnähe

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