Politik | 27.08.2024

Bürgerbegehren „Für einen bürgerfreundlichen Umbau von Vor dem Voigtstor“ in Rheinbach

Eine fatale Entscheidung für die Lebensqualität und den Klimaschutz

Vertreter des Bürgerbegehrens im Gespräch vor Ort in der Straße Vor dem Voigtstor.  Fotos: privat

Rheinbach.Das Bürgerbegehren „Für einen bürgerfreundlichen Umbau von Vor dem Voigtstor“ präsentierte sich erstmals in der Öffentlichkeit und informierte über die Gründe, die zum Bürgerbegehren führten und was mit dem Bürgerbegehren erreicht werden soll.

Das Ziel des Bürgerbegehrens ist es, einen Umbau der Straße Vor dem Voigtstor grundsätzlich wie folgt zu erreichen:

- mindestens 2,5 Meter breite Gehwege auf beiden Seiten;

- der Standort des einzigen Baumes, der heute im Abschnitt Bungert - Gymnasiumstraße steht, bleibt erhalten und der Baum wird nicht beseitigt, solange er gesund ist;

- einen Schutzstreifen für den Radverkehr stadtauswärts in Standardbreite, der Richtung Osten weitergeführt wird;

- eine Fahrspur für den Kfz-Verkehr in jede Richtung, keine Verbreiterung der Fahrbahn gegenüber heute.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen hat auf Vorschlag des Bürgermeisters dagegen mehrheitlich beschlossen, beim Umbau der Straße Vor dem Voigtstor die Fahrbahn für den Autoverkehr zu verbreitern und eine zusätzliche Linksabbiegerspur in die Gymnasiumstraße einzurichten. Dafür sollen die Bürgersteige auf beiden Seiten nur noch etwa 2 Meter breit sein – heute teilweise über 4 Meter breit -, der Baum an der westlichen Ecke der Gymnasiumstraße soll beseitigt werden und es sind keine Schutzstreifen für den Radverkehr mehr vorgesehen.

Das Bürgerbegehren will erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden können, ob die Straße Vor dem Voigtstor bürgerfreundlich umgebaut wird oder ob es beim beschlossenen autogerechten Umbau bleibt.

„Bürgerfreundlicher Umbau bedeutet zum einen eine höhere Aufenthaltsqualität durch mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger auf breiteren Bürgersteigen“, erläuterte Herr Mostert als einer der Vertreter des Bürgerbegehrens, „dies ist gerade in der Geschäftsstraße Vor dem Voigtstor wichtig, die zudem für den Fußverkehr eine wichtige Verbindungsstraße zwischen der Hauptstraße und dem Pallotti-Areal und den Geschäften an der Meckenheimer Straße ist. Die Leute brauchen Platz auf dem Gehweg, um auch einmal stehen zu bleiben und sich etwas im Schaufenster ansehen oder sich unterhalten zu können, bei nur 2 Meter schmalen Bürgersteigen werden sie dann jedoch sofort zum Verkehrshindernis. Gewerbetreibende können keinen Aufsteller, keinen noch so schmalen Tisch oder Auslagen auf den Gehweg stellen, weil er mit zwei Metern dafür einfach zu schmal wäre. Nötig sind mindestens 2,5 Meter Breite, nach Möglichkeit deutlich mehr.“

„Bürgerfreundlicher Umbau bedeutet zum anderen mehr Klimaschutz im Verkehr durch mehr Raum für die umweltfreundlichen Verkehrsarten Fußgänger und Radverkehr und Erhalt des einzigen Baumes im Abschnitt Bungert-Gymnasiumstraße“ macht Frau Oermann, eine weitere Vertreterin des Bürgerbegehrens, deutlich. „Wenn wir dem Autoverkehr immer mehr Straßenraum geben und dafür die Fußgänger an den Rand drängen und nichts für den Radverkehr tun, müssen wir uns nicht wundern, dass es immer mehr Autoverkehr gibt, was dann noch höhere Treibhausgasbelastung, noch mehr Autolärm und eine Verödung der Straße Vor dem Voigtstor bedeutet, in der sich außerhalb von Autos keiner mehr gerne aufhält“ meint Frau Oermann und weist darauf hin, dass die Förderung von Klimaschutz und den klimafreundlichen Verkehrsarten Fuß- und Radverkehr auch in rechtlichen Vorschriften wie dem Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz von 2022 heute vorgesehen ist. „In Rheinbach machen wir jetzt das Gegenteil, das Wort „Klimaschutz“ taucht in der Beschlussvorlage des Bürgermeisters gar nicht auf, spielte also bei der Umbauentscheidung offensichtlich keine Rolle“ schüttelt Frau Oermann den Kopf“.

Die Vertreter des Bürgerbegehrens weisen darauf hin, dass die Pläne für den Umbau bisher anders aussahen. 2021 wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen eine Umbauplanung mit Schutzstreifen für den Radverkehr in beide Richtungen und ohne Linksabbiegerspur, dafür aber mit einem Parkstreifen vorgestellt und beschlossen, auf dieser Basis weiter zu planen und vor einer Entscheidung eine Bürgerbeteiligung durchzuführen.

Nun sind Schutzstreifen für den Radverkehr und Parkstreifen nicht mehr geplant, dafür eine deutliche Verbreiterung der Fahrbahn und die Einrichtung einer Linksabbiegerspur. Die Bürgerbeteiligung fand nicht statt, die Anwohner wurden nicht einbezogen.

„Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger war bei der getroffenen Umbauentscheidung offensichtlich nicht gefragt. Die Entscheidung halten wir für fatal für die Lebensqualität mitten in unserer Stadt und schlecht für den Klimaschutz. Daher wollen wir Unterschriften sammeln, um zu erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden können, ob sie nicht lieber wollen, dass sich Rheinbach für einen bürgerfreundlichen Umbau von Vor dem Voigtstor entscheidet“, macht Frau Oermann das Ziel des Bürgerbegehrens noch einmal deutlich.

Unterschriften können erst gesammelt werden, wenn der Bürgermeister den Vertretern des Bürgerbegehrens eine Einschätzung der mit der Durchführung der verlangten Maßnahme verbundenen Kosten mitgeteilt hat. Die Kostenschätzung muss auf dem Unterschrifteinzettel mit aufgedruckt sein. Das Bürgerbegehren hat am 4. Juli um die Kostenschätzung gebeten und wartet seitdem auf die Mitteilung der Kostenschätzung durch den Bürgermeister. Die Kosten für den vom Ausschuss beschlossenen Umbau wurden in der Beschlussvorlage vom Bürgermeister mit 1.900.000 Euro plus ca. 800.000 Euro für den Umbau des Knotenpunktes 2 angegeben. Das Bürgerbegehren erwartet eine Kostenschätzung in etwa gleicher Höhe.

Die Markierungen auf dem Boden zeigen die geplante Reduzierung der Gehweg breite auf 2 Meter (links) und den Teil, der zukünftig Fahrbahn für den Autoverkehr werden soll (rechts, weiß schraffiert).

Die Markierungen auf dem Boden zeigen die geplante Reduzierung der Gehweg breite auf 2 Meter (links) und den Teil, der zukünftig Fahrbahn für den Autoverkehr werden soll (rechts, weiß schraffiert).

Vertreter des Bürgerbegehrens im Gespräch vor Ort in der Straße Vor dem Voigtstor. Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Bahnhof Engers wird barrierefrei

  • Gitta Meyer: Und wenn nur 2 ode 3 Menschen leicht an dem Zug ran und reinkommt ist es das wert. Ich habe einen Mann ,der behindert ist,und im Rollstuhl sitzt. Da sind mir die Mäuse egal. Es kann sich keiner vorstellen ,wenn.man nicht selbst betroffen ist.
  • Hildegard DÖTSCH : Wurde im Vorfeld geprüft, wieviel beeinträchtige Menschen täglich den Bahnhof/ die Züge nutzen würden/wollen? Die Rodung bringt eine Vielzahl an Vögel, die in den Birken lebten in Bedrängnis. Auch Kleintiere, Eidechsen, Mäuse etc.

Neuwied: Gesunde Bäume sollen gefällt werden

  • Inge: Unmöglich das so was in der heutigen Zeit in der das Thema Umweltschutz, Kimaschutz, Artenschutz ect. angeblich so groß geschrieben wird .Die Begründungen die Bäume zu fällen sind so was von daneben und anders zu klären.
  • Sandra Schneider: Das sehe ich auch so, das macht den Ychulhof auch nicht größer. Es wäre sehr schade um die alten Bäume.
  • Sven : Typisch Neuwied alte Bäume fällen un kleine neu pflanzen. Lastt die alten großen stehen.

Initiative "Rettet die Alte Post" in Rheinbach

  • Lukas Wegberg: Drin war ich noch nie, aber der Außenbereich dieses Etablissements ist nebst Bahnhof der einzige unästhetische Fleck in der gesamten Stadt, der mir spontan einfällt. Dass die Kneipe nun einer anderen...
Image Anzeige
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Techniker
Stellenanzeige Disponent
Celtic Rhythmus
Stellenanzeige i-Kraft
Stellenanzeige - diverse Bereiche
Empfohlene Artikel

Ahrweiler. Im Rahmen seiner Wintertour hat der SPD-Landtagskandidat Thomas Meyer den Ahrweiler BC besucht. Im Gespräch mit Vereinspräsident Gerd Treffer stand die gesellschaftliche Bedeutung des Sports ebenso im Fokus wie die konkreten Chancen und Herausforderungen für den Verein und das Ehrenamt.

Weiterlesen

Kreis Ahrweiler. Vor kurzem traf sich CDU-Landtagskandidat Guido Orthen mit Schulleitungen mehrerer Grundschulen zu einem fachlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen und notwendige Weichenstellungen in der Bildungspolitik. Im Mittelpunkt standen die frühkindliche Förderung, die Personalausstattung sowie die digitale Infrastruktur an den Schulen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Kerben. In Deutschland leben rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus, wobei mindestens 9,1 Millionen von ihnen an Diabetes Typ 2 leiden. Fast jeder kennt jemanden, der mit dieser Erkrankung zu kämpfen hat. Doch ist die Diagnose tatsächlich unausweichlich? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Krankheit oder ihre Folgen zu verhindern?

Weiterlesen

Bachem. Der Kapellenverein Bachem e. V. lädt seine Mitglieder zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2026 ein. Die Versammlung findet am Donnerstag, 16. April 2026, um 19.30 Uhr in der St.-Anna-Kirche Bachem statt. Neben den turnusmäßigen Berichten stehen in diesem Jahr auch Neuwahlen des Vorstands und der Kassenprüfer auf der Tagesordnung.

Weiterlesen

Allgemeine Berichte

Trödelmarkt in Polch

Polch. Am 3. Mai findet in Polch bereits zum neunten Mal der beliebte Floh- und Trödelmarkt der „Helf Angels, Nachbarschaftshilfe Maifeld e.V.“ statt.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Dauerauftrag 2026
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0004#
Närrische Preise
Junior Sales Manager
Schnitzelbuffet MK
Stellenanzeige Rechtsanwaltsfachangestellte-/Bürokraft in Teilzeit
Candlelight Schwimmen
Titel
Imagewerbung
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Stellenanzeige Logistikteam
Stellenanzeige Produktionsmitarbeiter
Stellenanzeige SHK-Anlagenmechaniker u. Kundendienstmonteur