Politik | 30.12.2022, 10:41 Uhr

Fraktion Bündnis90/Die Grünen Andernach zum Radverkehr 2021/2022

Eine gemischte Bilanz

Endet der Ausbau der Radwege in Andernach bereits, bevor er begonnen hat? Radweg an der L 121 Richtung Weißenthurm vor der gefährlichen Querung an der Nettebrücke. Foto: privat

Andernach. In den letzten Jahren sind auch in Andernach mehr Menschen mit dem Rad unterwegs, sowohl in ihrer Freizeit als auch im Alltagsverkehr. Es könnten aber noch viel mehr sein, wenn dafür die Voraussetzungen geschaffen würden. Wenn mehr Bürger aufs Rad umsteigen, profitieren alle davon: Die Radfahrer (mehr Sicherheit, mehr Komfort), die Einwohner (mehr Platz, weniger Lärm), das Klima (weniger Emissionen), die Stadt (weniger Investitionen in PKW-Stellplätze) und schließlich sogar leidenschaftliche Autofahrer, denn mit abnehmendem PKW-Verkehr lässt auch der Parkdruck merklich nach und sie finden eher einen Stellplatz.

Die Bilanz der letzten beiden Jahre fällt in Andernach durchwachsen aus. Radverkehr ist in weiten Teilen der Stadt durch die Umsetzung einer flächendeckenden Tempo 30-Zone sicherer geworden. Die Stadt wurde auch durchlässiger für den Radverkehr, denn nach einer Einzelfallprüfung wurden die meisten Einbahnstraßen inzwischen in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet. Mehr noch, es gibt inzwischen in der Stadt zahlreiche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Gerade Besitzer teurer E-Bikes wird es freuen, dass in der Tiefgarage unter dem Rathaus, am Parkdeck Runder Turm und demnächst auch im Parkhaus Am Stadtgraben überdachte Parkierungsanlagen für Fahrräder gibt.

Ganz ernüchternd ist jedoch ein Blick auf die Investitionen in das Radwegenetz. 2000 wurde kein Euro in den Ausbau des Radwegenetzes investiert. Die Ansätze für 2021 mit 600.000 Euro und für 2022 mit 800.000 Euro schienen einen Kurswechsel zu versprechen. Doch tatsächlich davon verausgabt wurden lediglich rund 18.000 bzw. 40.000 Euro. Die „Umsetzungsquote“ liegt also gerade einmal bei 3 - 5%. Die Verwaltung kann überzeugende Gründe angeben, die hier Investitionen verzögert haben sollen, wie die laufende Planung der Pendler-Radroute zwischen Koblenz und der nördlichen Landesgrenze oder der im März 2022 vorgelegte Maßnahmenkatalog des Kreises. Die geringe Umsetzung zeigt jedoch vor allem eines, der Radverkehr genießt bisher noch nicht die Priorität, die ihm zukommt. Im Haushalt für das nächste Jahr wurden 200.000 Euro für Investitionen in die Radinfrastruktur eingesetzt. Werden sie auch tatsächlich umgesetzt?

Pressemitteilung der

Fraktion Bündnis90/Die Grünen

Endet der Ausbau der Radwege in Andernach bereits, bevor er begonnen hat? Radweg an der L 121 Richtung Weißenthurm vor der gefährlichen Querung an der Nettebrücke. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003040-W100-606  /
Titel 24H Notdienst
Titel-Anzeige
SO 2 - Kirmes in Rheinbrohl _KW 34
Stellenanzeige 087-2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
von links nach rechts: Sven Gottschalck, Ulrich Stieber, Nick Falkner, Richard Lindner, Julius Knieps, Werner Kasel und Mario Falkner
341

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie kann ehrenamtliches Engagement in Bad Neuenahr-Ahrweiler künftig noch besser unterstützt und vernetzt werden? Dieser Frage widmeten sich am Mittwochabend Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Vereine und Initiativen sowie ehrenamtlich Engagierte bei einer Informationsveranstaltung im Veedelstreff DomCafé. Auf Einladung der Stiftung Ahrtal informierten sie sich über die Pläne für das neue Ehrenamtszentrum im ehemaligen „Haus der Jugend“.

Von Richard Lindner aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Der WKB sorgt in Mayen weiter für erheblichen Verwaltungsaufwand. Sieben von neun Abrechnungseinheiten stehen noch aus. Die FWM fordert deshalb vor weiteren Schritten eine vollständige Kostenbilanz.
694

Mayen. Zwei von neun Abrechnungseinheiten sind beim wiederkehrenden Straßenausbaubeitrag (WKB) bislang bearbeitet – doch bereits jetzt sorgt das Verfahren für erheblichen Verwaltungsaufwand. Nach Angaben der Freien Wähler Mayen (FWM) sind inzwischen mehr als 500.000 Euro an internen und externen Kosten angefallen. Gleichzeitig gibt es Forderungen nach zusätzlichem Personal, um den entstandenen Bearbeitungsstau abzubauen.

Von Michael Helsper aus Mayen

Weiterlesen