Politik | 30.06.2020

Stadtratsbeschluss im zweiten Anlauf

Entwicklungskonzept für Friedhof St. Martin soll dessen Zukunft sichern

Zukunftsorientierte und pflegefreundliche Belegung des Friedhofs sowie die Wegeführung und die Bepflanzung sollen thematisiert werden

Rheinbach. Im zweiten Anlauf beschloss der Rheinbacher Stadtrat doch noch, ein Friedhofsentwicklungskonzept für den Friedhof St. Martin in der Kernstadt in Auftrag zu geben. Dafür sollen 20.000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden, entschied das Gremium mit großer Mehrheit in seiner jüngsten Sitzung, bei der lediglich die neun verbliebenen Christdemokraten dagegen stimmten.

„Die UWG begrüßt die Beauftragung nicht, trägt sie aber mit“, verkündete deren Fraktionsvorsitzender Dieter Huth.

Schließlich seien die Friedhöfe Teil der regionalen Kultur und müssten daher bewahrt und zukunftsfähig gemacht werden. Außerdem hoffte er, dass die Ergebnisse, die man bei der Beschäftigung mit dem Friedhof St. Martin gewinne, auch auf die anderen Friedhöfe der Stadt übertragen werden könnten.

Zumal man damit auch Klarheit über die Kosten gewinne, die bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen entstehen würden, ergänzte sein Fraktionskollege Dr. Reinhard Ganten. Abgesehen davon koste ein unkoordiniertes Vorgehen auf Dauer wahrscheinlich erheblich mehr, so Dr. Georg Wilmers (SPD).

Nicht mit den anderen Friedhöfen zu vergleichen

Lediglich Kurt Brozio (CDU) fand das Konzept insgesamt nicht zielführend, denn der Friedhof St. Martin sei schlicht und einfach nicht mit den anderen Friedhöfen in der Stadt, vor allem denen in den Ortschaften, zu vergleichen.

Zudem befürchtet er durch das Konzept und seine Umsetzung erhebliche Mehrausgaben bei deutlich geringeren Einnahmen, was die Kosten der Friedhofsgebühren auf Dauer stark erhöhen dürfte. „Deshalb sagen wir nein zu dem Konzept, das kann man auch anders lösen.“ Doch damit konnte er sich nicht durchsetzen.

Der Pflegezustand der Rheinbacher Friedhöfe habe in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zu Beschwerden gegeben, so hatte die Verwaltung ihren Antrag begründet. Das gelte vor allem für den innerstädtischen Friedhof St. Martin, der historisch gewachsen und wenig pflegefreundlich gestaltet sei. Aktuell könne er nur mit einem hohen Personaleinsatz in einem ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden.

Um den Zustand auf den Friedhöfen langfristig zu verbessern, solle deshalb ein Friedhofsentwicklungskonzept erarbeitet werden. In den möchte man eine zukunftsorientierte und pflegefreundliche Belegung des Friedhofs planen sowie die Wegeführung, deren Beschaffenheit und die Bepflanzung thematisieren.

Kosten für die Umsetzung entstehen

„Ziel ist dabei, einen nachfrage- und zukunftsorientierten Umgang mit den Friedhofsflächen zu finden, der insbesondere dem Trend der Entwicklung der Bestattungsformen mit aktuell 75 Prozent Urnenbestattungen und 25 Prozent Sargbestattungen nachkommt und zugleich eine aufwandsärmere Pflege in Form von umsetzbaren Pflegestandards ermöglicht“, so Fachgebietsleiterin Daniela Hoffmann. Das sei umso wichtiger, weil sich städtische Friedhöfe mittlerweile in einem Wettbewerb mit privaten Anbietern von Bestattungsangeboten befänden. So würden längst nicht mehr alle Rheinbacher auf einem Friedhof in Rheinbach beigesetzt, in den vergangenen fünf Jahren lag die Quote bei nur noch 70 Prozent.

Das Konzept soll auch berücksichtigen, dass mit einer Entscheidung über die Friedhofsentwicklungsplanung auch Kosten für deren Umsetzung entstehen werden. Dabei werde es im Ergebnis darum gehen, eine ausgewogene und verträgliche Lösung zu finden, die nicht zu einer unverhältnismäßigen Erhöhung der Friedhofsgebühren führte. „Darüber hinaus wird es auch erforderlich sein, dass die Pflege der Friedhöfe in das richtige Verhältnis zur Pflege der übrigen städtischen Grünflächen gesetzt wird“, so Hoffmann weiter. Mittlerweile habe auch Pfarrer Bernhard Dobelke die wohlwollende Unterstützung der Pläne seitens der katholischen Kirchengemeinde signalisiert, die Eigentümerin des Friedhofs St. Martin sei.

JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Heizölanzeige
Kirmes in Löhndorf
Löhndorfer Kirmes
Kirmes in Löhndorf
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen in Heimersheim
Empfohlene Artikel
Krufts Ortsbürgermeister Walter Kill legt Amt zum 30. April nieder. Foto: OG Kruft
1860

Kruft. Walter Kill hat die Niederlegung seines Amtes als Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Kruft mit Wirkung zum 30.04.2026 erklärt. Nach fast sieben Jahren in dieser Funktion zieht er eine persönliche Bilanz zwischen Aufgabenstellung und erzielten Ergebnissen sowie der inhaltlichen und zeitlichen Inanspruchnahme. Vor dem Hintergrund mehrfach erlebter Anfeindungen gegen seine Person in der Vergangenheit...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
25

28-Jähriger sollte gegen Bezahlung einen Mann erschießen, der jedoch knapp überlebte

16.04.: Nach versuchtem Auftragsmord in Köln: Tatverdächtiger von schwedischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert

Köln. Nach Schüssen auf einen 36-Jährigen in der Nacht zu Sonntag (21. Dezember) im Stadtteil Dellbrück haben die schwedischen Justizbehörden am 16. April den 28 Jahre alten Tatverdächtigen nach Deutschland ausgeliefert. Der zuletzt in Oxie (südlich von Malmö) lebende Mann war bereits am 4. Februar aufgrund eines vom Amtsgericht Köln erlassenen europäischen Haftbefehls durch die schwedische Polizei festgenommen worden.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
49

Täter verletzte Mann nach einem Streit am Bein

18.04.: Nach Messerangriff in Wohnung: Täter flüchtig

Alfter. Die Bonner Polizei hat in der Nacht zu Samstag (18.04.2026) nach einer Auseinandersetzung unter Bekannten in einer Wohnung in Alfter-Witterschlick Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Anlagenmechaniker
Kirmes in Polch
Handwerker im Außendienst
Suchen Auslieferungsfahrer
Genusstage 17./18.04.
Blumen Meyer Neueröffnung
Brunchanzeige
Anzeige Reinigungskraft
Anzeige KW 16
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch
Kooperationsgeschäft