Politik | 23.03.2018

Wachsender Bedarf an Kita-Plätzen in Bendorf

Erweiterung der Kita Stromberg steht an

Eröffnung der neuen Kita im Lohweg verzögert sich

Die Kindertagesstätte Stromberg soll um zwei Gruppen erweitert werden. GM

Bendorf. Wie in den letzten Jahren ist ebenfalls das neue Jahr 2018 bei der Stadt Bendorf geprägt von der Frage nach einem weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung. So wird nach einem Beschluss des Stadtrates die provisorische Kindertagesstätte im ehemaligen Pfarrhaus in Mülhofen zur Deckung des Fehlbedarfs an Kita-Plätzen auch nach Eröffnung der neuen Kindertagesstätte im Lohweg vorläufig weiter betrieben, da es sich bereits jetzt zeigt, dass die Plätze in der neu geschaffenen Kita Lohweg auf Dauer nicht ausreichen werden, um den Bedarf zu decken. In der letzten Ratssitzung wurde deutlich, dass sich die Inbetriebnahme des Neubaus der Kindertagesstätte Lohweg noch bis Ende Mai 2018 verzögert. Der Grund sind mangelhafte Arbeiten eines Handwerksbetriebes. Die mit den Bodenbelagsarbeiten beauftragte Firma hat trotz mehrfacher Aufforderung weder die Arbeiten fertiggestellt noch ihre Mängel beseitigt. Der Bauvertrag für dieses Gewerk musste daher gekündigt, beschränkt neu ausgeschrieben und dann an die jetzt mindestfordernde Firma neu vergeben werden. Hierdurch tritt eine Verzögerung der Fertigstellung von einigen Wochen ein.

Unter der Berücksichtigung, dass in dem Neubaugebiet Stromberg-Süd II viele junge Familien ihr Bauvorhaben realisieren, werden auch die in der Kita Stromberg zur Verfügung stehenden 65 Plätze mittelfristig nicht ausreichen. Durch die kontinuierlich steigende Nachfrage wird eine Ausdehnung der Kita Stromberg erforderlich, wegen fehlender Platzkapazitäten für das Kita-Jahr 2017/18 mussten dort bereits 17 Absagen erteilt werden. Auf der Warteliste stehen ständig zwischen 15 und 20 Kinder, deshalb hat der Bendorfer Stadtrat in seiner Sitzung im November 2017 die Erweiterung der Kindertagesstätte Stromberg um zwei weitere Gruppen beschlossen. Durch die zuständigen Jugendämter von Kreis und Land wird ebenfalls eine Erweiterung der Kita Stromberg befürwortet, um dem jetzt schon erkennbaren anhaltenden Mehrbedarf an Kindergartenplätzen begegnen zu können. Die Fachbehörden haben jedoch deutlich gemacht, dass ein Anbau von lediglich zwei Gruppenräumen nicht ausreichend sein wird, um die erforderliche Betriebserlaubnis zu erhalten. Dazu müssen zusätzlich der im Altbestand vorhandene Sanitärbereich, die Küche sowie das Nebenraumprogramm den größeren Kinder- und Gruppenzahlen angepasst werden.

Zuschüsse von Land und Kreis

Vom Landkreis Mayen-Koblenz wird bei einer Erweiterung der Kita Stromberg um zwei Gruppen ein Baukostenzuschuss von 100.100 Euro gewährt. Wie das Land zukünftige Baumaßnahmen in Kitas fördern wird, kann derzeit leider immer noch nicht beantwortet werden, wegen dieser unklaren Frage der Landesförderung verzögert sich die Umsetzung des Stadtratsbeschusses. Vom Bund wurden dem Land Rheinland-Pfalz zwar Mittel in Höhe von 53 Mio. EUR zur Verfügung gestellt, aber weder der im September 2017 vom Ministerium für Bildung vorgelegte Entwurf der Verwaltungsvorschrift (VV) „Gewährung von Zuwendungen zu den Bau- und Ausstattungskosten von Kindertagesstätten“, noch ein anderen zukünftiges Verfahren über die Verteilung der dem Land zur Verfügung gestellten Mittel wurden bisher beschlossen. Nach diesem Entwurf ist geplant, die Zuwendung als Projektförderung im Wege der Festbetragsfinanzierung als Pauschalen zu gewähren, maximal jedoch bis zu 90 % der nachgewiesenen zuwendungsfähigen Kosten. Für jede Kindergartengruppe mit mindestens 15 zusätzlichen Betreuungsplätzen können danach bis zu 193.912 Euro in Anspruch genommen werden. Bei der Schaffung von zwei zusätzlichen Gruppen wäre dementsprechend von einer Förderung von bis zu 487.984 Euro (Förderung Land = 387.824 Euro / Förderung Kreis = 100.100 Euro) auszugehen. Dieser Betrag ist auch im Produkthaushalt der Stadt für das Jahr 2018 eingeplant.

Förderanträge auf Landesmittel zum aktuellen Stichtag 15. April werden noch nach der alten VV abgewickelt, dies würde eine wesentlich geringere Förderung um 184.474 Euro bedeuten. Ein Förderantrag ist daher zum nächsten Stichtag 15.10. vorgesehen, da dann davon auszugehen ist, dass bis dahin die neue VV beschlossen worden ist und eine erhöhte Förderung erwartet werden kann.

Trotz der weiterhin unklaren Landesförderung arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck an der Planung für einen 2-gruppigen Anbau an die Kita Stromberg. In diesem Zusammenhang sind Architektenleistungen erforderlich, um eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Verfahren zu bekommen. Der Stadtrat fasste einstimmig den Beschluss, dem Architekt Dipl.-Ing. Peter Schwenkmezger (A+ Architekten) in Bendorf den Auftrag zu erteilen für die Planung der Erweiterung der Kita Stromberg um zwei Gruppen. Der Auftrag ist zunächst beschränkt auf die Grundlagenermittlung, die Vorplanung und die Entwurfsplanung. Das beauftragte Architekturbüro kann zu diesem Zweck auf die Werte und Erfahrungen zurückgreifen, die beim Bau der Kita Lohweg entstanden waren bzw. hierbei gemacht wurden. In Zusammenarbeit mit Kita-Leitung und Kita-Träger hat das Architekturbüro zwischenzeitlich Umstrukturierungspläne in vier Varianten ausgearbeitet, die Peter Schwenkmezger dem Stadtrat in der letzten Ratssitzung vorstellte und die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzeigte. Dabei wurde klar, dass ein Neubau unumgänglich ist, eine kostengünstigere Aufstockung des Altbestandes ist laut Schwenkmezger aus Gründen der Statik nicht möglich. Die vorgestellten Pläne sollen in den Fraktionen der Parteien beraten werden, in einer nächsten Sitzung wird sich dann der Stadtrat für eine der vorgestellten Varianten entscheiden und deren Umsetzung beschließen.

Die Kindertagesstätte Stromberg soll um zwei Gruppen erweitert werden. Foto: GM

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