Die Verbandsgemeinde beteiligt sich an den Regionsprojekten Rhein-Wied und Rhein-Ahr
Es „leadert“ sich in Bad Hönningen
VG-Rat genehmigte 650 000 Euro für zwei Feuerwehrfahrzeuge in Leutesdorf und Rheinbrohl/Hammerstein
Bad Hönningen. Faust an Faust gilt in Coronazeiten wohl als Handschlag, womit neue Ratsmitglieder vom Bürgermeister verpflichtet werden.
Dem folgte in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats Bad Hönningens Bürgermeister Jan Ermtraud, bevor es in der Sprudelhalle u.a. um das Elektrofahrzeug für Bürger ging.
Die Verbandsgemeinde hatte bereits im März vergangenen Jahres einen Stromer in Form eines Renault Zoe für zwei Jahre geleast. Der steht während den Dienstzeiten der Verwaltung zur Verfügung und konnte danach für 0,45 Euro pro gefahrenem Kilometer, wobei alles, also sogar der „Treibstoff“, inbegriffen ist, von Bürgern gemietet werden.
Das ist wegen der Lockdowns und Einstellung der Buchungsplattform jetzt nicht mehr möglich. So griff die VG-Verwaltung das Angebot eines Planungsbüros auf, das im Auftrag der LEADER-Region Rhein-Wied ein Elektromobilitätskonzept entwickelt hat.
Mit dem Programm LEADER (französisch: Liaison Entre Actions de Dévelopement de l’Économie Rurale, übersetzt: Verbindung zwischen Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) fördert die EU Projekte, die das Ziel haben, die Wirtschaft in unserer Region zu stärken. Daher haben sich die Verbandsgemeinden Unkel, Linz, Bad Hönningen und Waldbreitbach zur LEADER-Region Rhein-Wied zusammengeschlossen.
Zu den Themen, die von der LEADER-Geschäftsstelle bei der VG Linz, einem Arbeitskreis und dem Planungsbüro „Steinbacher Consult“ angegangen wurden, gehört die Testphase E-Mobilität als Sharing-Projekt.
Vorgeschlagen werden sieben verschiedene Konstellationen, wobei sich der VG-Rat entschied, dass für ein Jahr ein Auto angemietet wird. Dies müsste dann jeweils vier Monate in einer der drei Verbandsgemeinden (Unkel hat abgelehnt) stehen. Durch die Förderung von bis zu 75 Prozent kämen auf die drei Verbandsgemeinde Kosten von insgesamt 6000 bis 11 000 Euro zu.
Dieses E-Mobil können Bürger auch während der Verwaltungsdienstzeiten nutzen. Was mit dem vorhandenen Stromer zum Leasingende geschehen soll, wird noch geprüft.
Ratsmitglieder forderten die Verwaltung auf, das Carsharing-Projekt bei den Bürgern intensiv zu bewerben.
Apropos Leader: Hier beteiligt sich die Verbandsgemeinde Bad Hönningen auch an der Leader-Region Rhein-Ahr mit den Verbandsgemeinden Linz, Unkel, Bad Breisig sowie den Städten Remagen und Sinzig. In dem Projekt „Starke Kommunen - Starkes Land“ (SKSL) sind bereits rheinübergreifende Maßnahmen in Gang gesetzt worden. Die ländlichen Regionen sollen als symbolischen „Brückenschlag“ ihre interkommunale Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren.
Für die Bewerbung war die Erstellung einer „Lokalen integrierten ländlichen Entwicklungsstrategie“ (LILE) notwendig, für die die teilnehmenden Kommunen je 2500 Euro aufwenden müssen. Diesem und allen anderen Vorhaben stimmte der Bad Hönninger VG-Rat zu.
Tief in die Tasche greifen wird die Verbandsgemeinde für ihre Feuerwehren. Denn der Löschzug Rheinbrohl/Hammerstein erhält Ende 2023 für 350 000 Euro ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, da das vorhandene 25 Jahre alt ist. Es wird mit einem Zuschuss von 84 000 Euro gerechnet.
Jan Ermtraud und die Ratsfraktionen dankten den Feuerwehrleuten für die ehrenamtliche Erstellung der Ausschreibung, wodurch viel Geld eingespart wurde.
Das gilt auch für die Wehrleute des Löschzugs Leutesdorf, die ein Löschgruppenfahrzeug für fast 300 000 Euro bekommen. Nach dem Bedarfsplan der VG sollte das aus dem Jahre 1991 stammende Feuerwehrauto bereits 2016 ausgetauscht werden. Bewilligt wird für das neue LF10 wohl ein Zuschuss von 75 000 Euro.
Beim Jahresabschluss 2020 der Verbandsgemeinde Bad Hönningen wurde dem Beauftragten Rainer W. Schmitz und den Beigeordneten vom Rat einstimmig Entlastung erteilt.
Vor einem Jahr hatte die SPD-Ratsfraktion die Bildung eines Senioren- und Behindertenbeirats beantragt, der jetzt mit einer entsprechenden Satzung realisiert wurde.
Der Bürgermeister informierte auch über die Jahresrechnung 2020, bei der das Wasserwerk ein Plus von 20 000 Euro und das Abwasserwerk ein Minus von 82 000 Euro hat. HEP
