Politik | 08.09.2026, 15:10 Uhr

Rheinbacher Verkehrskonzept

FDP: Hauptstraße darf nicht zur „Spielstraße“ werden

Rheinbach. Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Rheinbach kritisiert den von der Stadtverwaltung vorgelegten Verkehrsentwicklungsplan scharf. Besonders kritisch sieht die Fraktion die vorgesehenen Änderungen für die Rheinbacher Hauptstraße.

Mit dem Verkehrsentwicklungsplan legt die Stadt einen langfristigen Rahmen für die künftige Verkehrsplanung vor. Einer der zentralen Punkte ist die Hauptstraße. Dort sieht das Konzept einen verkehrsberuhigten Bereich vor. Umgangssprachlich wird so etwas häufig als „Spielstraße“ bezeichnet. Dort gilt Schrittgeschwindigkeit, Fußgänger dürfen die gesamte Straßenbreite nutzen und Kinder dürfen auf der Fahrbahn spielen. Auf der Hauptstraße dürfte dann nur noch mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, also mit ungefähr 5 km/h.

„Für eine zentrale Geschäftsstraße ist das aus unserer Sicht der falsche Ansatz“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Marc Frings. „Wir wollen die Hauptstraße beruhigen, aber nicht ihre Funktion als Geschäftsachse aufgeben.“

Die FDP unterstützt ausdrücklich die geplante Zweispurigkeit von Grabenstraße und Löherstraße. Dadurch kann ein Teil des Verkehrs aus der Hauptstraße herausgenommen werden. Anschließend soll die Hauptstraße aus Sicht der Liberalen als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20 ausgestaltet werden.

„Tempo 20 ist für uns der vernünftige Mittelweg. Die Hauptstraße wird ruhiger und attraktiver, bleibt aber weiterhin gut erreichbar“, so Marc Frings.

</div><div>Besonders wichtig ist der FDP dabei die wirtschaftliche Funktion der Hauptstraße. Dort befinden sich Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen, die auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen sind.

„Wenn wir die Hauptstraße so stark ausbremsen, dass Autofahrer sie möglichst vollständig meiden sollen, kann das am Ende genau die Geschäfte treffen, die wir eigentlich stärken wollen. Eine attraktive Innenstadt braucht Aufenthaltsqualität, aber eben auch Kunden.“

Aus Sicht der FDP ist der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich genau für diesen Ausgleich gedacht. Der Verkehr wird deutlich verlangsamt, gleichzeitig bleibt die Straße als Geschäftsstraße erreichbar und nutzbar.

„Wir wollen keine Durchgangsrennstrecke durch die Innenstadt. Aber aus einer Geschäftsstraße eine faktische Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit zu machen, geht zu weit. Tempo 20 schafft deutlich mehr Ruhe, ohne die wirtschaftliche Funktion der Hauptstraße unnötig zu schwächen.“, so Frings.

Die FDP betont zugleich, dass sie die grundsätzliche Umgestaltung der Verkehrsführung nicht ablehnt. Die Zweispurigkeit von Grabenstraße und Löherstraße wird ausdrücklich unterstützt. Auch eine stärkere Beruhigung der Hauptstraße hält die Fraktion für richtig.

„Unser Vorschlag ist deshalb klar: Verkehr auf die Grabenstraße und Löherstraße verlagern, die Hauptstraße entlasten und dort einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 schaffen. Das ist für uns der richtige Ausgleich zwischen Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit.“</div><div>Die FDP wird sich deshalb dafür einsetzen, dass die Hauptstraße nach der Neuordnung der Verkehrsführung nicht zur ideologischen Spielstraße wird.

„Unsere Innenstadt soll schöner, ruhiger und lebenswerter werden. Aber sie muss auch wirtschaftlich funktionieren. Tempo 20 statt Schrittgeschwindigkeit ist dafür aus unserer Sicht der bessere Weg.“

Pressemitteilung FDP Rheinbach

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