Politik | 12.06.2017

Elternausschüsse der Kitas in Bendorf und Stromberg kämpfen gemeinsam

„Familienfreundlich geht anders!“

Hort des HadeKi soll fristlos geschlossen werden – Catering statt eigene Küche

Carina Krings (v. r.), Christina Geißler und Yvonne Dum vor dem Rathaus in Bendorf.Foto: Privat

Bendorf. „Kinder sind unsere wichtigste Zukunft!“ Sie umfassend zu betreuen, wenn die Eltern arbeiten oder ihnen eine frische, vitaminreiche Nahrung zu servieren, das war bisher Standart im Haus des Kindes in Bendorf. Das ist der Kita-Leitung und den Erzieherinnen und Erziehern zu verdanken, die sich hier mit Herzblut für die Nachwuchs-Bendorfer einsetzen. Der Hort ist bisher täglich bis 17.30 Uhr geöffnet, von Montag bis Freitag gibt es Hausaufgabenbetreuung und freitags ist Aktionstag. Auch an schulfreien Tagen ist der Hort geöffnet und es gibt eine Ferienfreizeit und Ferienangebote. „Ziemlich überraschend kam für uns die Nachricht von Bürgermeister Michael Kessler, dass zum nächsten Kindergartenjahr 2018/2019 die Hortgruppe nach über zwanzig Jahren fristlos geschlossen werden soll“, so Carina Krings, Vorsitzende der Elternausschussvertretung Haus des Kindes. Wie viele andere Mütter sagt sie: „Als betroffene Mutter bin ich auf den Hort angewiesen“, denn ohne den Hortplatz wäre eine regelmäßige Ausübung des Berufes gar nicht möglich.

Die Stadt argumentiert mit Kosten, die eingespart werden müssen. Nach Ansicht der Eltern ist es allerdings von Nöten, nicht einfach den Schließungsgedanken mit dem Argument, diese Kinder würden bevorzugt, zur Abstimmung in den Raum zu geben, sondern an langfristigen Lösungen zu arbeiten. Denn Kitaplätze fehlen auch mit dem Neubau der Kita am Lohweg schon jetzt. In Stromberg wird sogar – nachdem man an die Grenzen der Kapazitäten stößt – die Gründung einer ausgelagerten „Waldgruppe“ in einem Bauwagen in Betracht gezogen. „Wir hoffen, dass der geplante Anbau an der Kita in Stromberg damit nicht gänzlich in Vergessenheit gerät“, so die Angst von Tanja Simmat, der Vorsitzenden der dortigen Elternausschussvertretung. „Und bei all diesen Überlegungen über fehlende Kita-Plätze wurden die Neubaugebiete in Bendorf-Süd oder von neu zugezogenen Familien noch nicht einmal berücksichtigt.

„Traurig, dass uns die Stadtspitze keine geplanten Alternativen für eine künftige Betreuung der Hortkinder darlegen konnte, sollte die Schließung tatsächlich beschlossen werden“, so Krings. Gleichzeitig dankt sie aber ausdrücklich allen Parteienvertretern aller Fraktionen, die bei diesem Thema sofort ein offenes Ohr signalisiert haben und erst einmal Zuspruch gegeben haben. Da die Parteienvertreter sich detaillierter mit dem Thema beschäftigen wollen vor einer Beschlussfassung, wurde der angesetzte Punkt der Sitzung des Jugend- und Sportausschusses am Dienstag der KW 23/2017 erst einmal vertagt. „Damit es jedoch für die Kita Stromberg zwecks konzeptionellen Planungen der „Waldgruppe“ weiter gehen kann, wäre ein schnellstmöglicher Beschluss des Ausschusses in diesem Punkt extrem wichtig“, so Tanja Simmat. Sie hofft auf eine außerordentliche Sitzung. Mit einer Schließung der Hortgruppe bleibt auch die bisher von dort geleistete umfangreiche Ferienbetreuung der Sechs- bis Elfjährigen Kinder offen und fraglich.

Und als wäre das nicht schon für die Eltern schlimm genug, steht nun noch die Umstellung des Verpflegungskonzeptes von der bisherigen Frischküche im HadeKi zu einem Caterer im Gespräch seitens des Bürgermeisters. Dabei könnte mindestens ein Arbeitsplatz eingespart werden. Gesunde Ernährung, das Kennenlernen und die Zubereitung frischer, regionaler Produkte war bisher ein klares Signal für einen Hortplatz und ein Aushängeschild für die Stadt Bendorf. Nun doch eher ein Rückschritt-Signal, wenn dies abgeschafft und durch Catering ersetzt werden soll. „Das neue Konzept löst bei den Eltern Existenzängste aus, zumal viele Dinge noch gar nicht weiter geprüft, genehmigt oder zu Ende gedacht sind“, so Carina Krings und Tanja Simmat. „Wir wären auch bereit, für eine frische Zubereitung unseren Kostenbeitrag zu erhöhen“, so einige Eltern vorab.

Nach dem Vortrag von Bürgermeister Kessler gab es im Elternausschuss eine einstimmige Abstimmung gegen eine Schließung des Hortes. Auch eine Petition zur Unterschrift wurde ins Leben gerufen, man kann online abstimmen (unter www.change.org – „Wir wünschen uns ein familienfreundliches Bendorf“) oder aber auch in Unterschriftenlisten seine Meinung kundtun.

Die Elternausschüsse aus Bendorf und Stromberg rufen aus: „Wir sind gerne dazu bereit, uns gemeinsam mit den unterschiedlichsten Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Familien um umsetzbare und nachhaltige Lösungen einzusetzen“. Die Eltern und die Vertreter der Elternausschüsse schauen mit Hoffnung nach vorne, denn für sie stehen die Kinder und eine bestmögliche Betreuung und Versorgung im Vordergrund. Dafür möchten und werden sie kämpfen, für eine familienfreundliches Bendorf.

Pressemitteilung der

Elternausschüsse

des HadeKi Bendorf und

der Kita Stromberg

Carina Krings (v. r.), Christina Geißler und Yvonne Dumvor dem Rathaus in Bendorf. Foto: Privat

Carina Krings (v. r.), Christina Geißler und Yvonne Dum vor dem Rathaus in Bendorf. Foto: Privat

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