Besuch aus Partnerstadt Le Mée-sur Seine
Festakt im Neuen Rathaus
Meckenheim. Sichtlich stolz und zufrieden zeigte sich Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles am vergangenen Sonntag beim offiziellen Empfang im Sitzungssaal des Neuen Rathauses. Sein besonderer Willkommensgruß galt hierbei dem stellvertretenden Bürgermeister Denis Didierlaurent sowie Jocelyne Bok und Bernhard Granz als Vorsitzender des Bürgervereins.
In seiner Rede erinnerte Bert Spilles daran, das sich sicherlich noch viele Besucher an die Anfänge der Partnerschaft im Jahre 1988 erinnern. Diese Begegnungen und Kontakte von Städtepartnerschaften, die ja nicht nur zwischen Deutschland und Frankreich, sondern auch mit anderen europäischen Ländern bestehen, weisen den richtigen Weg. Sie sind ein stabilisierendes Element für Beziehungen auf staatlicher Ebene und sie beugen auch dem Wiedererstarken nationaler Ressentiments vor. Bert Spilles wörtlich: „Wenn Städtepartnerschaften auch künftig lebendig und vital sein sollen, ist es unabdingbar, dass man die Jungen für die Idee einer Städtepartnerschaft begeistert. Denn es sind die jungen Menschen, die eines Tages die Trägerinnen und Träger der Idee sind, dass durch die Begegnung verschiedener Nationen der Friede und die Einheit in unserer Ländern und in Europa erhalten bleibt. Deshalb begrüße und unterstütze ich die Kontakte zwischen unseren Schulen, aber auch zwischen Vereinen ausdrücklich. Sicher sind die Motive zur Gründung der Partnerschaften und auch die Bedeutung der von Adenauer und DeGaulle geschaffenen deutsch-französischen Freundschaft als Grundlage des Friedens in Europa für unsere Jugendlichen nicht ohne weitere erkennbar. Es liegt also an uns Älteren, den Wert von Städtepartnerschaften verständlich zu machen, zumal diese Begegnungen auch gegen nationalistische und populistische Ideen immunisieren und angesichts der vielfältigen Bedrohungen die Solidarität in Europa fördern.“
In Meckenheim klappt das aber schon recht gut, denn die Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums hatten es übernommen die Besucher aus der Musikschule in Le Mée zu betreuen und diesen die Stadt und die Umgebung zu zeigen. Daher bezog sich Bert Spilles dann auf den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und zitierte diesen mit den Worten: „ Seht was ihr an Europa habt: das friedliche und tolerante Miteinander unterschiedlicher Nationen, unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, seht die persönliche Freiheit an, das Streben nach sozialem Ausgleich, die vielen Möglichkeiten der Teilhabe an der Demokratie! Und dann steckt Eure Energie, Eure Kreativität und Euren Schwung da hinein, diese, unsere europäische Art zu leben, zu erhalten und weiterzuentwickeln, im Dialog gerade auch mit unseren französischen Nachbarn.“
Gegenseitiges Verständnis
Die Städtepartnerschaft zwischen Meckenheim und Le Mée wird im kommenden Jahr 30 Jahre andauern und ist auch nur deshalb so lebendig, weil man sich besucht, versteht und schätzt. Und ein letztes Mal griff Bert Spilles in die Zitatenkiste und diesmal hatte er die Lacher und viel Applaus auf seiner Seite, als er ein Wort von Heinrich Heine aus dem Jahre 1828 aufgriff: „Lasst uns die Franzosen preisen! Sie sorgen für die zwei größten Bedürfnisse der menschlichen Gesellschaft, für gutes Essen und bürgerliche Gleichheit.“
Musikalisch hatten es die Schüler der Musikschule aus Le Mée übernommen, mit Schlagzeug und Saxophon den Festakt musikalisch zu umrahmen. Bernhard Granz vom Bürgerverein bedankte sich ebenfalls bei vielen Helfern, jedoch auch ganz besonders beim Obsthof Manner, denn die Besucher konnten in der Apfelstadt dort einen Einblick in die Apfelernte bekommen und natürlich auch dort unter Apfelbäumen zu Mittag essen. Viel Dank und Lob gab es auch von den französischen Gästen und mit dem Absingen der Nationalhymnen endete der Festakt, bevor es zu einem gemeinsamen Mittagessen in der Jun gholzhalle ging, denn am Nachmittag stand für die Gäste die Rückfahrt nach Frankreich an. STF
Die Schüler der Musikschule aus Le Mée sorgten für die musikalische Umrahmung des Festaktes.
