Politik | 18.01.2021

Bündnis 90/Die Grünen Neuwied, Arbeitskreis Soziales des Kreisverbandes

Flüchtlingssituation auf Lesbos und in Bosnien

Kreis Neuwied. Auch Monate nach dem verheerenden Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist die Lage für die Menschen unerträglich. Die Bewohner des Lagers hatten durch das Feuer im September 2020 alles verloren. Inzwischen wurde ein provisorisches Lager für sie aufgebaut. Aber jetzt im Winter ist es kalt und regnet viel. Es fehlt im neuen Lager an vielem, wie sauberem Wasser, Lebensmittel, Seife, ausreichende hygienische Einrichtungen, trockene Kleidung und Decken.

Gefährlich ist die Situation für unbegleitete Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern und Verwandte angekommen sind. Sie sind der Gefahr von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert und brauchen besonders dringend unsere Hilfe.

Inge Rockenfeller, Sprecherin des Arbeitskreises Soziales des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen und Ratsmitglied im Stadtrat Neuwied erklärt: „Wir Grüne fordern, dass vor allem schutzbedürftige Kinder, Jugendliche und Frauen so schnell wie möglich von europäischen Staaten aufgenommen werden. Hier sehen wir uns als besonders wohlhabendes Land in besonderer Verantwortung. Auch ist die Lage der Flüchtlinge in Bosnien unerträglich. Das Flüchtlingslager Lipa ist vor Weihnachten von der Internationalen Organisation für Migration geräumt worden, nachdem die bosnischen Behörden es nicht winterfest gemacht hatten. Daraufhin wurden mehrere Zelte in Brand gesteckt. Es befinden sich noch rund 700 Menschen in Lipa, die von der Polizei in das zerstörte Lager zurückgebracht wurden. Sie dürfen das Lager nicht verlassen. Aber die Bedingungen sind dort schrecklich: Kein Wasser, kein Strom, die Zelte drohen zusammenzuklappen und Kälte.

Manuel Sarrazin, MdB von Bündnis 90/Die Grünen erklärt: „Ein wichtiges EU-Thema in Bezug auf Südosteuropa ist die Flüchtlingsproblematik. Wir können Griechenland und Bosnien nicht mit der Situation allein lassen und fordern eine faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Als Menschheit ist es unsere Aufgabe, Menschen in Not zu helfen. Es ist ein gutes und starkes Zeichen, dass wir uns in Zeiten eines keimenden Rechtspopulismus und rechter Hetze gegen Geflüchtete, ganz klar positionieren und uns zur Menschlichkeit und Solidarität mit den Ländern bekennen, in denen die Flüchtlinge ankommen.“ Helmut Hellwig, Mitglied im AK Soziales und Mitglied im Verbandsgemeinderat Puderbach erläutert:“ Wir sind auf kommunaler Ebene auf die Aufnahme geflüchteter Menschen vorbereitet und viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich bis heute ehrenamtlich für Geflüchtete engagieren, sind nach wie vor bereit zu helfen. Aufgrund der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und unserem Grundgesetz fordern wir deshalb intensive politische Anstrengungen, um die katastrophale Lage an den EU-Außengrenzen zu lösen, bis es eine europäische Gesamtlösung für die Aufnahme und faire Asylverfahren für Geflüchtete gibt.“

Holger Wolf, Mitglied im AK Soziales, Ratsmitglied im Kreistag Neuwied und Direktkandidat für den Wahlkreis 3 und Oliver Köppl , Direktkandidat für den Wahlkreis 4 stellen fest: „Viele Städte haben sich bereits dazu bereit erklärt Flüchtlinge aufzunehmen. So sollten sich auch der Kreis und die Stadt Neuwied zur Menschenwürde und Solidarität bekennen und sich ihrer Verantwortung stellen.“ Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Kreis Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
19.01.202116:57 Uhr
Gabriele Friedrich

So viele Menschen, die Häuser haben und viel Platz könnten 1 Person aufnehmen über den Winter. Aber es wird immer nur der Staat gerufen. Die Kirche wäre wohl hier auch einmal gefragt.
Flüchtlingsunterkünfte kann man auch aus Holz bauen. Zelte sind nun wirklich unwürdig.
In dieser Kälte würde man nicht mal einen Hund draußen lassen.

19.01.202113:06 Uhr
Helmut Gelhardt

Diese Forderungen sind absolut richtig.
Die Verantwortlichen in der EU und Deutschland müssen sich schämen, dass die EU als Ganzes unter dem Strich in der Bearbeitung der Flüchtlingsproblematik sehr weitgehend versagt hat und weiter versagt. In den verantwortlichen Köpfen der EU und Deutschlands dominiert das Gedankengut des Neoliberalismus (= marktextremistischer Kapitalismus), des Militarismus und der Abschottung. Menschlichkeit wird in Sonntagsreden gern wohlfeil geäußert. Praktiziert wird Menschlichkeit und Solidarität staatlicherseits viel zu wenig.
Das Elend der Armen und Geschundenen spielt in reichen und sehr reichen Gesellschaften eine untergeordnete bis ignorierte Rolle.

Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Essen auf Rädern
Anzeige "Rund ums Haus"
Tag der offenen Tür
First Friday Anzeige März
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
23

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
11

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
10

Die Magic Dancers Remagen stellen sich vor:

Ein traditionsreicher Verein mit Herz und Leidenschaft

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Daueranzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Alles rund ums Haus
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anlagenmechaniker
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Stellenanzeige mehrere Stellen
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in