Bündnis 90/Die Grünen Neuwied, Arbeitskreis Soziales des Kreisverbandes
Flüchtlingssituation auf Lesbos und in Bosnien
Kreis Neuwied. Auch Monate nach dem verheerenden Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist die Lage für die Menschen unerträglich. Die Bewohner des Lagers hatten durch das Feuer im September 2020 alles verloren. Inzwischen wurde ein provisorisches Lager für sie aufgebaut. Aber jetzt im Winter ist es kalt und regnet viel. Es fehlt im neuen Lager an vielem, wie sauberem Wasser, Lebensmittel, Seife, ausreichende hygienische Einrichtungen, trockene Kleidung und Decken.
Gefährlich ist die Situation für unbegleitete Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern und Verwandte angekommen sind. Sie sind der Gefahr von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert und brauchen besonders dringend unsere Hilfe.
Inge Rockenfeller, Sprecherin des Arbeitskreises Soziales des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen und Ratsmitglied im Stadtrat Neuwied erklärt: „Wir Grüne fordern, dass vor allem schutzbedürftige Kinder, Jugendliche und Frauen so schnell wie möglich von europäischen Staaten aufgenommen werden. Hier sehen wir uns als besonders wohlhabendes Land in besonderer Verantwortung. Auch ist die Lage der Flüchtlinge in Bosnien unerträglich. Das Flüchtlingslager Lipa ist vor Weihnachten von der Internationalen Organisation für Migration geräumt worden, nachdem die bosnischen Behörden es nicht winterfest gemacht hatten. Daraufhin wurden mehrere Zelte in Brand gesteckt. Es befinden sich noch rund 700 Menschen in Lipa, die von der Polizei in das zerstörte Lager zurückgebracht wurden. Sie dürfen das Lager nicht verlassen. Aber die Bedingungen sind dort schrecklich: Kein Wasser, kein Strom, die Zelte drohen zusammenzuklappen und Kälte.
Manuel Sarrazin, MdB von Bündnis 90/Die Grünen erklärt: „Ein wichtiges EU-Thema in Bezug auf Südosteuropa ist die Flüchtlingsproblematik. Wir können Griechenland und Bosnien nicht mit der Situation allein lassen und fordern eine faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Als Menschheit ist es unsere Aufgabe, Menschen in Not zu helfen. Es ist ein gutes und starkes Zeichen, dass wir uns in Zeiten eines keimenden Rechtspopulismus und rechter Hetze gegen Geflüchtete, ganz klar positionieren und uns zur Menschlichkeit und Solidarität mit den Ländern bekennen, in denen die Flüchtlinge ankommen.“ Helmut Hellwig, Mitglied im AK Soziales und Mitglied im Verbandsgemeinderat Puderbach erläutert:“ Wir sind auf kommunaler Ebene auf die Aufnahme geflüchteter Menschen vorbereitet und viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich bis heute ehrenamtlich für Geflüchtete engagieren, sind nach wie vor bereit zu helfen. Aufgrund der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und unserem Grundgesetz fordern wir deshalb intensive politische Anstrengungen, um die katastrophale Lage an den EU-Außengrenzen zu lösen, bis es eine europäische Gesamtlösung für die Aufnahme und faire Asylverfahren für Geflüchtete gibt.“
Holger Wolf, Mitglied im AK Soziales, Ratsmitglied im Kreistag Neuwied und Direktkandidat für den Wahlkreis 3 und Oliver Köppl , Direktkandidat für den Wahlkreis 4 stellen fest: „Viele Städte haben sich bereits dazu bereit erklärt Flüchtlinge aufzunehmen. So sollten sich auch der Kreis und die Stadt Neuwied zur Menschenwürde und Solidarität bekennen und sich ihrer Verantwortung stellen.“ Pressemitteilung
Bündnis 90/Die Grünen
Kreis Neuwied

So viele Menschen, die Häuser haben und viel Platz könnten 1 Person aufnehmen über den Winter. Aber es wird immer nur der Staat gerufen. Die Kirche wäre wohl hier auch einmal gefragt.
Flüchtlingsunterkünfte kann man auch aus Holz bauen. Zelte sind nun wirklich unwürdig.
In dieser Kälte würde man nicht mal einen Hund draußen lassen.
Diese Forderungen sind absolut richtig.
Die Verantwortlichen in der EU und Deutschland müssen sich schämen, dass die EU als Ganzes unter dem Strich in der Bearbeitung der Flüchtlingsproblematik sehr weitgehend versagt hat und weiter versagt. In den verantwortlichen Köpfen der EU und Deutschlands dominiert das Gedankengut des Neoliberalismus (= marktextremistischer Kapitalismus), des Militarismus und der Abschottung. Menschlichkeit wird in Sonntagsreden gern wohlfeil geäußert. Praktiziert wird Menschlichkeit und Solidarität staatlicherseits viel zu wenig.
Das Elend der Armen und Geschundenen spielt in reichen und sehr reichen Gesellschaften eine untergeordnete bis ignorierte Rolle.