Politik | 06.04.2022, 16:28 Uhr

Parents for Future unterstützen den Klimaschutzprozess in Wachtberg

Fraktionsübergreifende Klimaneutralität bis 2035 in Planung

Lokalpolitik, Gemeindeverwaltung, Zivilgesellschaft und Landwirtschaft informieren sich zu Möglichkeiten des Klimaschutzes in Wachtberg

Wachtberg. Die im August 2021 in Kraft getretene Klimaschutznovelle der früheren Bundesregierung setzt klare Ziele für die Minderung von Treibhausgasen für die Energieerzeugung. Die Bundesregierung will diese Ziele durch konkrete Vorgaben und Maßnahmen für den Ausbau von Windkraft und Solarenergie nochmals massiv beschleunigen. Aber die Erfahrung zeigt: Staatliche Maßnahmen allein sind nicht ausreichend, die Klimawende muss auch „von unten“ kommen, und zwar aus den Gemeinden und Städten selbst.

Um dieses anzupacken haben sich zahlreiche Ratsmitglieder aus dem Wachtberger Gemeinderat, der Beigeordnete der Gemeinde und Vertreter der enewa am 1. und 2. April in einem Seminar getroffen. Als Vertreter der Zivilgesellschaft nahmen die Parents for Future teil.

Einleitende Vorträge behandelten die derzeitige Situation des Energiebedarfs und den aktuellen „Stand der Dinge“ in Wachtberg, Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der „BürgerEnergie Rhein-Sieg eG“ und stellten das Versuchsprojekt „Agrar-Photovoltaik im Obstanbau“ im benachbarten Gelsdorf vor.

In einem sehr überzeugenden Vortrag berichtete der ehemalige Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises Bertram Fleck, über sein Projekt der vollständigen Energieautarkie des gesamten Kreises. Derzeit wird dort durch Windenergie, Photovoltaik und Biogasproduktion dreimal so viel Energie produziert, wie der Kreis selbst verbraucht. Damit wurde den Seminarteilnehmern eindrücklich vor Augen geführt, wie die Energiewende erfolgreich erreicht werden kann. Zentrales Element dabei war das Einbinden der Bürger und der Zivilgesellschaft als „Motoren der Energiewende von unten“.

Seminararbeitsgruppen berieten anschließend über Möglichkeiten der Umsetzung vor Ort.

Im Ergebnis steht nunmehr der fraktionsübergreifende politische Wille, gemeinsam einen „Leitplan für die Klimaneutralität der Gemeinde Wachtberg bis 2035“ zu entwickeln. Grundlage dafür ist eine Aktualisierung des integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Region Rhein-Voreifel aus dem Jahr 2012. Teil des Leitplans wird eine breite Einbeziehung der Öffentlichkeit sein, bis hin zu ehrenamtlichen „Sonnenbotschaftern“ in den einzelnen Ortsteilen.

Besonders im Bereich Öffentlichkeitsarbeit können mit den unterschiedlichsten Maßnahmen große Erfolge erzielt werden. Seien es Energieberatungen vor Ort oder Austauschaktionen für alte Glühbirnen - die Palette wirksamer, die Öffentlichkeit mitnehmender Aktionen scheint vielfältig. Aber auch die Überlegungen einer genossenschaftlichen Bürgerbeteiligung am Ausbau der Windkraft in Wachtberg sollte aktiv vorangetrieben werden.

Nach Auffassung der Wachtberger Parents for Future brachte dieses Seminar tatsächlich den Durchbruch, dass Rat, Verwaltung und Bürger es gemeinsamen schaffen können, Wachtberg als Teil der Lösung der globalen Klimakrise zukunftsfest aufzustellen. „Wir bleiben dran und werden den ganzen Prozess auf der Seite der Bürgerinnen und Bürger weiter aktiv begleiten. Es wird aber entscheidend für den Erfolg sein, dass für die notwendigen ersten Schritte bereits im Haushalt dieses Jahr Mittel eingestellt werden. Ansonsten geht uns der neugefundene Elan schnell verloren“, heißt es in ihrer Pressemitteilung.

Pressemitteilung Parents

for Future, Wachtberg

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