Politik | 14.03.2018

Hauptausschuss schlägt dem Unkeler Stadtrat eine Verkehrsregelung für die Innenstadt vor

Frankfurter Straße soll als verkehrsberuhigte Zone getestet werden

Unkel. Bei nur einer Gegenstimme hat der Unkeler Hauptausschuss dem Stadtrat Mitte voriger Woche einen Beschlussvorschlag präsentiert, mit dem die Verkehrsregelung in der Frankfurter Straße, einer der „unendliche Geschichten“ der Kulturstadt am Rhein, einen Abschluss finden könnte. Testweise, vorerst für ein Jahr, soll die Straße durch die denkmalgeschützte Innenstadt verkehrsberuhigt werden. „Um überflüssigen Fahrzeugverkehr aus der Frankfurter Straße herauszuhalten, werden die bereits am Neven-Dumont-Platz, Höhe Volksbank, angeordneten Sperr-und Lieferfristen auch zwischen dem Oberen Markt und dem Willy-Brandt-Platz übernommen“, beschrieb Stadtbürgermeister Gerhard Hausen die Regelung. Eine Anfahrt dieses Streckenabschnitts zwischen 5 und 12.30 Uhr ist über die Pantaleonstraße, die Lehngasse und die Kirchstraße möglich. An der Pützgasse wird zudem ein Notfallparkplatz auf Höhe des Brunnens ausgewiesen.

Seit Beendigung der ersten Innenstadtsanierung vor knapp 20 Jahren ist die Frankfurter Straße vom Willy-Brandt-Platz oder Unteren Markt bis zum Oberen Markt oder auch Eschenbrender Platz als Fußgängerzone ausgewiesen. An diese nur 60 Meter lange Strecke knüpfen sowohl im Norden wie Süden verkehrsberuhigte Zonen an, wobei ab der Volksbank Anlieferern zwischen 5 und 12.30 Uhr sowie Gästen der Hotels und Pensionen generell die Durchfahrt bis zum Willy-Brandt-Platz erlaubt war. Die Weiterfahrt Richtung Süden hatte einige Zeit ein Poller in Höhe der „Löwenburg“ verhindert. Gehalten hat sich an diese Verkehrsregelung weder hinsichtlich des Durchfahrtsverbots und schon gar nicht hinsichtlich der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit so gut wie niemand. Nachts wurde die Frankfurter Straße zur „Freude“ der Anlieger sogar zur Moped-Rennstrecke umfunktioniert und der Willy-Brandt-Platz verbotener Weise zum Abstellen von Autos genutzt.

Wie schon vor Jahren an der „Löwenburg“ soll nun auf dem Willy-Brandt-Platz auf Höhe der Vogtgasse ein Poller die Fahrt durch die denkmalgeschützte Altstadt verhindern.

„Eine entsprechende Verkehrsregelung haben wir schon im Oktober im Stadtrat diskutiert, aber wegen einer von den Geschäftsleuten um Apotheker Thomas Wierig initiierten Unterschriftenliste hatte die CDU-Fraktion eine Vertagung des Beschlusses beantragt, um die Meinung der Bürger einzuholen“, erinnerte Gerhard Hausen. Mehrere Interessengruppen hätten seitdem versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Insgesamt drei Umfragen seien dem Stadtrat vorgelegt worden, die man jedoch alle nicht als repräsentativ bezeichnen könne. „Wir müssen die Befindlichkeiten der Anlieger wie der Geschäftsleute berücksichtigen, ohne dabei die Interessen aller Bürger aber auch von Unkel als Touristenstadt aus den Augen zu verlieren. Alle wollen möglichst nah parken. Das ist am Neven-Dumont-Platz und auf dem Platz hinter dem Tordurchgang des Schwarzenberger Hofs zur Grabenstraße hin möglich und auch der große Parkplatz an der Schulstraße ist nicht allzu weit von der Frankfurter Straße entfernt“, so der Stadtbürgermeister.

„Wir unterstützen den Beschlussvorschlag. Das Ziel, den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt zu halten und gleichzeitig den Ansprüchen aller Anlieger gerecht zu werden, kommt der Quadratur des Kreises gleich“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Alfons Mußhoff. Durch die vorhandenen Parkplätze sei jedoch die Erreichbarkeit der Geschäfte gewährleistet und durch die Fristenlösung auch ein Be- und Entladen gegeben, stimmte er Gerhard Hausen zu. Lediglich die Lösung mit dem Sperrpfosten auf dem Willy-Brandt-Platz sei nicht optimal, da sie das Parken nicht verhindere. Dem illegalen Parken könne man besser durch Blumenkästen einen Riegel vorschieben, die bei Festlichkeiten wie dem Wein- und Heimatfest entfernt werden könnten. Ein Ansinnen, mit dem sich sein SPD-Kollege, Bernd Meyer, durchaus einverstanden erklärte, bezeichnete er die bisherige Situation als keinesfalls akzeptabel. Gleichzeitig regte er jedoch an, noch nach weiteren Lösungen zu suchen, die ein Parken auf dem Willy-Brandt-Platz verhindern würden. DL

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