Politik | 19.11.2025

Freie Wähler lehnen geplante Sperrung der Balduinbrücke entschieden ab

Stephan Wefelscheid und Christian Altmaier auf der Balduinbrücke. Foto: Dennis Ekermann

Koblenz. Die jüngsten Überlegungen der Stadtverwaltung, die Balduinbrücke künftig für den motorisierten Individualverkehr zu sperren oder im Rahmen eines Modellversuchs als Fahrradstraße auszuweisen, stoßen bei der Freie Wähler-Stadtratsfraktion auf entschiedene Ablehnung.

Sowohl der Fraktionsvorsitzende Stephan Wefelscheid, MdL als auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Christian Altmaier, kritisieren die Pläne als verkehrspolitisch kurzsichtig und wirtschaftlich riskant.

Bedeutung der Balduinbrücke für den Verkehr

Die Balduinbrücke ist eine zentrale Verbindung zwischen der Koblenzer Altstadt und den nördlich der Mosel gelegenen Stadtteilen wie Lützel, Neuendorf, Wallersheim und auch Metternich. Bereits im Sommer diesen Jahres kam es zu Verkehrseinschränkungen durch notwendige Instandsetzungsarbeiten, was die Folgen einer Sperrung deutlich gemacht hat. Beide Ratsmitglieder betonen, dass selbst eine temporäre Sperrung bereits zu erheblichen Staus, längeren Fahrzeiten und Umleitungsverkehr geführt habe. Eine dauerhafte Regelung halten sie daher für unverantwortlich. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass das ganze ohne Diskussion in den politischen Gremien umgesetzt werden soll und die Verwaltung hier wieder eine Aktion gegen den Willen der Bürger durchzieht. Ohne jeden gesunden Menschenverstand“, so Christian Altmaier.

Altmaier: Nachteile auch für Busverkehr

Christian Altmaier, zugleich Mitglied der Gesellschafterversammlung der koveb, hebt hervor, dass eine Sperrung oder Umgestaltung der Brücke auch den öffentlichen Nahverkehr massiv beeinträchtigen würde. „Die Buslinien 2/12 und 5/15 gehören zu den am stärksten nachgefragten Linien in Koblenz. Eine Schließung oder Reduzierung der Brückenkapazität verlängert die Fahrzeiten unnötig und verschlechtert die Pünktlichkeit.“ Altmaier kritisiert, dass durch die geplante Bevorzugung des Radverkehrs der Busverkehr benachteiligt werde. „Das ist nicht die Lösung für eine moderne, gebündelte und umweltfreundliche Mobilität“, so Altmaier.

Wefelscheid: Erreichbarkeit der Innenstadt gefährdet

Auch Stephan Wefelscheid warnt vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen im Zusammenhang mit den Verkehrsmaßnahmen. Er verweist dabei auf die parallel diskutierte Sperrung des Peter-Altmeier-Ufers. „Wenn immer mehr zentrale Verkehrsachsen blockiert oder eingeschränkt werden, leidet die gesamte Erreichbarkeit der Innenstadt. Die Einkaufs- und Dienstleistungsstadt Koblenz lebt davon, dass Kunden, Beschäftigte und Besucher sie mit allen Verkehrsträgern gut erreichen können“, erklärt der Abgeordnete. Eine fortgesetzte Einschränkung des motorisierten Verkehrs stelle die Attraktivität der Stadt ernsthaft infrage.

Plädoyer für integrative Mobilität

Wefelscheid und Altmaier sprechen sich stattdessen für ein integratives Verkehrskonzept aus, das eine Balance zwischen den verschiedenen Mobilitätsformen wahrt. Sie fordern, die geplante Sperrung der Balduinbrücke zu überdenken und stattdessen gezielt den ÖPNV und verkehrsflussfördernde Maßnahmen zu stärken. Beide Politiker sehen in einer nachhaltigen, aber realitätsnahen Verkehrspolitik den Schlüssel zu einer lebenswerten und zugleich wirtschaftlich starken Stadt Koblenz. „Diese Verkehrsader so zu beeinträchtigen, mit allen zu erwartenden Konflikten gerade mit den vielen Buslinien, ist keine weitsichtige Verkehrspolitik“, schließen Altmaier und Wefelscheid.

Pressemitteilung Freie Wähler Koblenz

Stephan Wefelscheid und Christian Altmaier auf der Balduinbrücke. Foto: Dennis Ekermann

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Karl Matheis: Eine unendliche Geschichte, alle Beteiligten sollten mal darüber nachdenken, ob sie heute ein Haus bauen würden mit Plänen aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts! Bei Straßen wollen wir dies offensichtich machen.
  • Rainer Hohn: Wenn man um Cannabis so nen Wind machen würde, wie man hier unreflektiert und regelmässig den Alkohol feiert, würden sich alle wieder aufregen. Ein toxisches Nervengift, welches unter allen Drogen die meisten Toten zu verantworten hat.
  • illgen: was soll der mist dann . wenn sich jeder mal an die eigene nase packt dann würde es nicht da so gefährlich sein . auch die bussfahrer sollten sichmal sn die eigene nase packen und dort langsamer fahren.
Dauerauftrag
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige "Rund ums Haus"
Werner Langen
Stellenausschreibung Koch/Köchin
Wahlwerbung Thomas Meyer
Stellenanzeige Berichtsabteilung
Empfohlene Artikel
17

Koblenz. In der kommenden Ratssitzung wird die Fraktion der Grünen gemeinsam mit SPD und Die Linke-PARTEI. Einheitsbäume für Koblenz beantragen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
8

Mit Bio-Diesel beladenes Schiff kollidiert mit Fährsteiger

19.03.: Schiffsunfall in Boppard: Tankmotorschiff rammt Fähranleger in Boppard

Boppard. Am Morgen des 19. März 2026 ereignete sich gegen 09:25 Uhr ein Schiffsunfall am linksrheinischen Fähranleger in Boppard. Ein Tankmotorschiff, das flussaufwärts unterwegs war, kollidierte mit dem Fährsteiger der Fähre Boppard. Dabei zog sich das Schiff oberhalb der Wasserlinie einen etwa fünf Zentimeter großen Riss zu, durch den geringfügig Wasser eindrang. Das eingedrungene Wasser konnte jedoch mit bordeigenen Mitteln abgepumpt werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Hausmeister, bis auf Widerruf
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Bestellung 4500017176/E4B/ZMKB
51/434095/2423353/4701916 Preisvorteil e-Förderung
Wahlanzeige 5 von 6
Imagewerbung
Landtagswahlen 2026
Dusch WC - Unterboden
Imageanzeige - Dauerauftrag
Anzeige Karosserieinstandsetzung
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, März 2026
Rund ums Haus
Hannelore Knabe