Politik | 10.06.2016, 16:23 Uhr

Die Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“ aus Bad Neuenahr-Ahrweiler hakt nach

Gelungenes Beispiel für Altbausanierung

Ein wahres Schmuckstück ist die historische Immobilie von Josef Nelles in der Poststraße. BI „lebenswerte Stadt“
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. In einer Zeit, in der es scheinbar lohnenswerter ist, Altbauten abzureißen statt zu sanieren, fällt es wohltuend ins Auge, wenn andere Wege beschritten werden. Die Bürgerinitiative stellt solche guten Beispiele vor.

Josef Nelles hat das Haus Poststraße 20 erhalten und damit auch ein Stück Stadtgeschichte und hiesige Baukultur.

Frage: Was hat Sie dazu bewegt, das Haus zu erhalten und so umfassend wiederherzustellen? Und was macht dieses Haus für Sie persönlich so einzigartig?

Josef Nelles: Mir war es ein Anliegen, mit der Erhaltung und Restaurierung des Gebäudes einen Beitrag für eine schöne Poststraße als Einkaufsstraße zu leisten.

Wichtig war mir aber auch, möglichst naturbezogene Materialien wie Schiefer zu verbauen und den Bezug zu unserer Umgebung mit den Weinbergen herzustellen. Aber auch die Wohnungen und das Treppenhaus wurden mit Sorgfalt und hochwertigen Materialien restauriert.

Frage: Viele wagen sich gar nicht erst an Sanierungen heran: zu aufwendig, zu unkalkulierbar, zu ungewiss … Wie haben Sie die Phasen der Renovierung erlebt?

Josef Nelles: Die Kernsanierung und die Erweiterung des Gebäudes haben sich über zirka zwei Jahre hingezogen. Die Herausforderungen während der Durchführung waren schon hoch, aber wir haben jede neue Situation gut durchdacht und uns mit unseren Handwerkern und Architekten beraten und die bestmögliche Lösung zusammen herausgearbeitet und umgesetzt.

Frage: Wurden Sie gut beraten?

Josef Nelles: Ja, ich wurde gut beraten. Ich habe mich zuvor lange mit der Architektur und Gestaltungsmöglichkeiten beschäftigt. Hierzu war ich in Kontakt mit Architekten und der Stadt Bad Neuenahr.

Frage: Hatten Sie den Eindruck, dass die Handwerker gut mit der Substanz umzugehen wussten?

Josef Nelles: Das kann ich nicht für jedes Gewerk sagen, aber in der Summe war ich zufrieden.

Frage: Immer wieder ist zu hören: Sanieren ist zu teuer. Würden Sie das in der Rückschau unterschreiben?

Josef Nelles: Es war mir vorher bewusst, dass für eine nachhaltige Sanierung unter Einbeziehung aller energetischen und technischen Möglichkeiten hohe Investitionen nötig sind. Langfristig betrachtet, war es aber die richtige Entscheidung. Und ich würde eine Sanierung heute wieder in gleicher Weise durchführen.

Frage: Worin besteht für Sie der Mehrwert einer Sanierung?

Josef Nelles: Bei der Erhaltung und Sanierung eines alten Gebäudes mit einer erhaltenswerten Fassade wird ein Stück Geschichte unserer Stadt erhalten. Des Weiteren entsteht ein Unikat mit eigenem Charme und Charakter. Dies und der individuelle Anspruch machen für mich den Mehrwert aus.

Frage: Haben Sie finanzielle Unterstützung erhalten?

Josef Nelles: Ja, da ich das Gebäude wirklich kernsaniert und alles auf den neuesten technischen Stand gebracht habe, wurde ich auch mit den Programmen zur Energieeinsparung durch KfW gefördert.

Frage: Was würden Sie sich für unsere Stadt wünschen?

Josef Nelles: Dass die Stadt Bad Neuenahr, aber auch die Kreisverwaltung, ihr Bewusstsein für die Erhaltung von alten Gebäuden noch mehr schärfen und bei geplanten Abrissen und Neubauten im Stadtkern vehement klare Richtlinien und Vorgaben in Anlehnung an die Nachbarbebauung macht und die Einhaltung kontrolliert. Die Einbindung von Bürgern, Vereinen und Initiativen, wie die Bürgerinitative „lebenswerte Stadt“, ist sinnvoll und sollte in die Entscheidungen der Stadt und der Kreisverwaltung miteinbezogen werden.

Frage: Was geben Sie anderen Altbaubesitzern mit auf den Weg?

Josef Nelles: Sich vorab mit anderen, zum Beispiel über die Bürgerinitiative, in Verbindung zu setzen und sich gut beraten zu lassen. Auch das geplante Netzwerk der BI der Handwerker, die alte Gewerke beherrschen, ist bestimmt sehr nützlich. Des Weiteren kann man sich darüber hinaus mit anderen Eigentümern über ihre gemachten Erfahrungen austauschen. Dies spart viel Zeit und Geld und kann eine gute Basis für Inspirationen und Ideen sein.

Pressemitteilung der

BI „lebenswerte Stadt“

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ein wahres Schmuckstück ist die historische Immobilie von Josef Nelles in der Poststraße. Foto: BI „lebenswerte Stadt“

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