Leserbrief zu BLICK aktuell Rheinbach 24/2020 Seite 26
Harmonie geht anders
Zu „Klares Votum der Christdemokraten
für die Gruppe um Markus Pütz und Bernd Beißel“
„Die Bürger, die unsere Wähler sind, hassen nichts mehr als Knies in der Partei“, schrieb der ehemalige Kölner Regierungspräsident Heinz-Peter Lindlar seinem „christdemokratischen Leuchtturm“ in Rheinbach ins Stammbuch. Ein kluger Mann, der Herr Lindlar, aber leider kam sein Appell zu spät. Denn die Würfel waren schon vorher gefallen und die Versöhnung wohl schon im Vorfeld endgültig gescheitert. „Die Pütz-Mannschaft eroberte sämtliche Kandidatenplätze mit deutlichem Vorsprung.“ Zu erobern gab es aber eigentlich nichts. Jeweils rund 175 von den 301 anwesenden Mitgliedern haben für die einzelnen Kandidat/innen – ohne Gegenkandidaten/innen – gestimmt; das sind 58%. Bezogen auf die Mitglieder insgesamt, das sind 526, wären das jeweils rund 33% – nicht gerade eine breite Parteibasis! Von einem christlichen Friedensgruß und der beschworenen Harmonie „im Indianerschritt“ in der Partei kann unter diesen Umständen keine Rede sein. Harmonie geht anders. Normalerweise hat sie die „Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen, ein ausgewogenes, ausgeglichenes Verhältnis von Teilen zueinander“ das Ziel, und nicht die von vorne herein geplante Abservierung von parteiinternen Gegner/innen ohne Ansehen von Verdiensten für die Partei, Inhalten oder Kompetenzen. Ob sich Oliver Wolf mit seiner Kandidatur einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln. Mag sein, dass er bisher als innovativer Unternehmer und erfolgreicher Gewerbevereinsmanager reüssieren konnte. Aber ob die Organisation eines Autokinos und ein Herz für Rheinbach für die Leitung einer Stadt wie Rheinbach und die Führung dieses „gärigen“ CDU-Haufens qualifizieren, ist zumindest fraglich. Vielleicht hätte er aber auch mal unseren Bürgermeister der Herzen, Stefan Raetz, fragen sollen, warum der keine Lust mehr zu einer erneuten Kandidatur verspürt hat. Durchgesetzt hat sich wohl die Gruppe, die in der Vergangenheit in erster Linie durch rückwärtsgewandte Politik, wie z.B. die jahrelange Blockade der Stolpersteinverlegung stand und steht. Für die Umweltpolitik sich in der Bepflanzung von Blumenkübeln und der Suche nach paar Quadratmetern für eine Blumenwiese erschöpft. Ansonsten Blockade aller ökologischen Initiativen auf der ganzen Linie, wie z.B. zuletzt das von Mitgliedern der Ortsgruppe Rheinbach des ADFC entwickelte Konzept der „Blauen Straßen“.
Moderne Konzepte für urbane Mobilität ohne luftverschmutzende Diesel- und Benzinmotoren, zukunftsorientierte Verbesserungen der Infrastruktur für einen reibungslosen innerstädtischen Rad- und Fußverkehr Fehlanzeige. Mit dieser CDU wird sich an der sich tagtäglich durch unsere beschauliche Innenstadt wälzenden, endlosen Blechlawine nichts ändern, werden die letzten Plätze im Fahrradklimatest zur Gewohnheit werden. Radfahren für ältere Menschen in Rheinbach Stress pur bleiben! Es wird Zeit für einen Politikwechsel in Rheinbach.
Hans Gerd Paffenholz,
Wormersdorf
