Landtagswahl 2016 in den Verbandsgemeinden Linz und Unkel
Heimsieg für Demuth in Linz- Kopf-an-Kopf-Rennen in Unkel
Linz/Unkel. Die Freude über den erneuten Einzug in den Mainzer Landtag hielt sich bei Ellen Demuth am Sonntagabend sichtlich in Grenzen. Geschockt hatte sie mit ihren Parteifreunden, mit denen sie im Linzer Brauhaus eigentlich den Wahlsieg von Julia Klöckner hatte feiern wollen, die ersten Prognosen registriert. „Das wäre schon ein sehr enttäuschendes Ergebnis“, kommentierte sie nach betretenem Schweigen die ersten Hochrechnungen, die Malu Dreyer deutlich vor ihrer CDU-Herausforderin sahen. Die verkündete zwar einen „halben Erfolg“, weil man die rot-grüne Koalition verhindert habe, dabei sitzt merklich der Stachel tief, nicht nur schlechter angeschnitten zu haben als vor fünf Jahren gegen Kurt Beck, sondern auch ein schlechteres Ergebnis eingefahren zu haben, als ihr Vorgänger, der ungeliebte Christoph Böhr.
Gegen 21.30 Uhr floss dann im Brauhaus doch der Sekt, auch wenn den meisten Christdemokraten immer noch nach Selters zumute war. Immerhin stand da bei einem mehr als achtprozentigen Vorsprung fest, das Ellen Demuth das Direktmandat gewonnen hatte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte allerdings auch noch ihre SPD-Gegenkandidatin, Birgit Haas, dank ihres Listenplatzes 31 in den Landrat einziehen zu können. „Wenn sich das Ergebnis für die SPD stabilisiert und wir nicht allzu viele Direktmandate gewonnen habe, bin ich in Mainz dabei“, war sich da die Bürgermeisterin von Straßenhaus noch relativ sicher. Erst spät in der Nacht kam die Ernüchterung, dass nur der 29. Listenplatz berechtigte in den Mainzer Landtag einzuziehen.
„Mir war schon klar, dass es äußerst schwer sein würde, diesen Wahlkreis der CDU abzuringen“, hatte Birgit Hass am frühen Abend erklärt. Das ist ihr vor allem in der Verbandsgemeinde Linz ganz und gar nicht gelungen. Büßte die SPD dort bei den Zweitstimmen mit 30,4 Prozent nur 0,2 Prozent ein, so konnte sie bei den Erststimmen nur 26,8 Prozent einfahren, während 2011 noch 33,1 Prozent der Wähler ihre Stimme dem SPD-Kandidaten Guido Job gegeben hatten, was immerhin einen Verlust von 6,3 Prozent ausmacht. Mit nur 28,4 Prozent der Stimmen holte Birgit Haas in Dattenberg sogar 8 Prozent weniger, in Kasbach-Ohlenberg sank ihr Stimmenanteil von 35,9 Prozent auf 28,1 Prozent und in Ockenfels von 34,2 Prozent auf 25,6 Prozent.
Allerdings hatte auch Ellen Demuth Federn gelassen, wenn auch bei den Erststimmen nur 1,7 Prozent. Zwar lag die CDU bei den Zweitstimmen mit 40,6 Prozent in der VG Linz weit über dem Landesdurchschnitt, hatte allerdings von fünf Jahren noch 43,1 Prozent eingefahren. In Leubsdorf stimmten mit 47,1 Prozent immerhin 4,9 Prozent weniger für die Christdemokraten als 2011, die in Sankt Katharinen mit 41,4 Prozent einen Verlust von 4 Prozent hinnehmen mussten.
Zu verdanken hatten sie dies dort unzweifelhaft der AfD, die dort auf satte 12,8 Prozent kam, und damit in der VG insgesamt auf 10,1 Prozent, da die Rechten, abgesehen von den 10 Prozent in Vettelschoß, ansonsten nur einstelligen Ergebnisse erzielen konnten. Dennoch sind sie mit Abstand drittstärkste Kraft in der VG Linz. Einstellig dagegen das Ergebnis der Grünen, die von 14,7 Prozent um 9,4 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent absanken. Lediglich in Leubsdorf bezifferten sich ihre Verluste bei 6,2 Prozent der Stimmen auf 6 Prozent, in Dattenberg verloren sie dagegen bei 5 Prozent ganze 10,5 Prozent und in Ockenfels sanken sie sogar von ehemals 18,7 Prozent auf 6,8 Prozent. Grund war in dem kleinen Rheinhöhenort die Kandidatur des Liberalen Tobias Kador, den nicht nur 20,5 Prozent seiner Mitbürger im Mainzer Landtag sehen wollten, sondern der seiner Partei auch 10,1 Prozent der Zweitstimmen bescherte, ein Plus von 4,4 Prozent. Insgesamt legte die FDP in der VG Linz um 2,4 Prozent auf 6,7 Prozent zu, während Tobias Kador den Anteil der Erststimmen mit 8,3 Prozent mehr als verdoppelte. Keinen großen Einfluss auf die Besetzung des Landtages hatten auch in der VG Linz Die Linke mit 2,2 Prozent, was einem Verlust von 0,2 Prozent entspricht, und die Freien Wähler mit 2,5 Prozent, auch wenn ihr Kandidat Hermann Bernardy in Sankt Katharinen auf 5,4 Prozent und in Kasbach-Ohlenberg sogar auf 6,5 Prozent der Erststimmen kam.
CDU in Unkel knapp vorne
In der VG Unkel lieferten sich CDU und SPD ein Kopf an Kopf-Rennen. Das konnten die Mannen um Ellen Demuth mit 35,7 Prozent gegenüber 34,8 Prozent zwar für sich entscheiden, allerdings hatte sich das Stimmenverhältnis gegenüber 2011 doch sehr zu ihren Ungunsten verändert. Damals hatten die Christdemokraten die SPD bei den Zweitstimmen noch klar mit 38,3 zu 30,7 Prozent hinter sich gelassen. Maßgeblich zu dem aktuellen Stimmenzugewinn der Sozialdemokraten haben die Bürger der Stadt Unkel beitragen. So votierten dort 38,8 Prozent dafür, dass Malu Dreyer Ministerpräsidentin bleibt, ein Zuwachs von 5,6 Prozent, während der Stimmenanteil der CDU um 2,1 Prozent von 35,5 auf 33,4 Prozent sank, sodass die SPD bei den Zweitstimmen in der Stadt 5.2 Prozent vor der CDU liegt. Profitieren davon konnte Birgit Haas jedoch nicht. Im Gegenteil. Während Ellen Demuth mit 39,2 Prozent nur marginal verlor, sank der Stimmenanteil der SPD-Kandidatin um 2,5 Prozent auf 31,5 Prozent. Ihre größten Verluste fuhr sie in Erpel ein, wo sie bei 31,4 Prozent ganze 6 Prozent einbüßte. Ein unheimlichen Stimmenzuwachs hatte die Beigeordnete der VG Rengsdorf lediglich in ihrer Heimatgemeinde Straßenhaus mit 60,7 Prozent eingefahren, ein plus von 19,5 Prozent, sodass Birgit Haas, nur in der VG Rengsdorf vor Ellen Demuth lag.
Im Vergleich zum Wahlkreis haben die Grünen in der VG Unkel mit 7,3 Prozent zwar noch recht gut abgeschnitten, allerdings haben sie dort auch die größte Verluste eingefahren. Ganze 20,7 Prozent der Wähler hatten ihnen 2011 noch ihre Stimmen gegeben und auch Elisabeth Bröskamp hatte sich über 17,9 Prozent bei den Erststimmen freuen können, wohingegen sich Melanie Petri mit 7,4 Prozent zufrieden geben musste. Ihr bestes Ergebnis konnte sie mit 8,7 Prozent in Rheinbreitbach verzeichnen, während sie in Bruchhausen nur auf das landesweite Ergebnis von 5,3 Prozent kam.
Damit mussten die Grünen nicht nur die AfD, mit 8,4 Prozent die drittstärkste Partei, an sich vorbei ziehen lassen. Auch die Liberalen liegen mit 7,6 Prozent in der VG Unkel klar vor ihnen, wobei die FDP in Rheinbreitbach auf stolze 9,2 Prozent kam. Dort lag ihr Kandidat, der Ockenfelser Tobias Kador, mit 9,6 Prozent der Erststimmen sogar noch klar vor dem AfD-Kandidaten Hans.Joachim Röder, der nur 8,1 Prozent erzielte. Sein schlechtestes Ergebnis fuhr dieser allerdings in seiner Heimatstadt ein, wollten sich doch nur 7,5 Prozent der Unkeler von ihm in Mainz vertreten lassen, während immerhin 9,5 Prozent der Bruchhausener für ihn votiert hatten, aber nur 1,1 Prozent der Afd die Zweitstimme gegeben hatten. Für Die Linke und die Freien Wähler fiel auch in der VG Unkel das Wahlergebnis mit 2,2 Prozent und 1,4 Prozent mehr als enttäuschend aus.
Artikel melden
Windpark für Bad Hönningen: Flächenpachtvertrag unterzeichnet
- Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Wie gut ist der Kreis Ahrweiler auf künftige Katastrophen vorbereitet?
- Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
Aktivierende Morgenwanderung rund um die Brauselay in Cochem 2026
- Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf
Freizeit ist Helferzeit
Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.
Weiterlesen
Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit
Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt
Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.
Weiterlesen
Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort
17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand
Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.
Weiterlesen
