Politik | 03.06.2022

Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Hubig: Es geht weiter voran an den Schulen im Ahrtal

Beeindruckende Leistungen der Schulgemeinschaften

Ministerin Dr. Hubig mit Schulleiterin Gundi Kontakis. Foto: Ministerium für Bildung

Kreis Ahrweiler. Bald ein Jahr ist es nun her, dass die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal auch der dortigen Schul- und Kitalandschaft massiv zugesetzt hat. Seitdem ist der Wiederaufbau der Einrichtungen in vollem Gang oder es werden tragfähige Übergangslösungen eingerichtet. Über den Fortschritt der Maßnahmen hat sich Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig bereits bei mehreren Besuchen im Ahrtal informiert. An diesem Donnerstag hat sie in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Berufsbildende Schule und die Erich-Kästner-Realschule plus besucht, um sich erneut ein aktuelles Bild vom Fortgang des Wiederaufbaus zu machen.

„Natürlich sind die Spuren, die das verheerende Hochwasser hinterlassen hat, immer noch allgegenwärtig. Man sieht sie an den Schulen, aber ich spüre das auch in den vielen Gesprächen mit den Schulgemeinschaften im Ahrtal“, sagte Hubig im Anschluss an ihre Besuche. „Zugleich sehen wir einen ungebrochenen Willen, den normalen Schulbetrieb wieder aufleben zu lassen. An beiden Schulen, die ich besucht habe, ist der geregelte Schulbetrieb wieder möglich – wenn auch anders als früher. Die Klassengemeinschaften wurden nicht auseinandergerissen. Die BBS-Schülerinnen und -Schüler, die auf sechs verschiedene Standorte verteilt waren, sind alle wieder in ihr angestammtes Quartier zurückgekehrt. Zum Teil werden sie schon in alten Klassensälen unterrichtet, zum Teil in provisorischen Zweckbauten. Sie alle haben mir ebenso wie die Schulleitung und die Lehrkräfte geschildert, wie froh sie sind, wieder in ,ihrer“ Schule zu sein. Und die bisherigen Leistungen der Abschlussklassen zeigen, dass trotz der widrigen Umstände sich die Ergebnisse keineswegs verschlechtert haben. Das alles stimmt mich optimistisch, dass wir im Ahrtal auch weiter gut vorankommen. Die Schulgemeinschaften, die Schulaufsicht, die Schulträger und das Ministerium arbeiten dabei Hand in Hand.“

Ministerin Hubig hatte die Berufsbildende Schule bereits am 29. Juli 2021, gut zwei Wochen nach der Flut, besucht. Damals steckten die Gebäude noch tief im Schlamm, Teile mussten abgerissen werden, in anderen türmten sich Geröll, Schmutz und Trümmer. „Was wir damals sehen mussten, hat uns alle sehr erschüttert“, erinnerte Hubig sich bei ihrem neuerlichen Besuch. „Genauso haben wir damals aber auch schon diese große Zuversicht und den Zusammenhalt gespürt, die an dieser Schule herrschten. Ich bin sehr beeindruckt, was hier – ebenso wie an den anderen betroffenen Schulen im Ahrtal – geleistet worden ist.“

„Unmittelbar nach der Flut waren wir in Anbetracht der gewaltigen Zerstörungen und der menschlichen Tragödien fassungslos und verstört, aber voller Adrenalin“, berichtete Gundi Kontakis, Schulleitern der BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der vergangenen Woche haben die letzten BBS-Schülerinnen und -Schüler ihr Ausweichquartier verlassen und nach Bad Neuenahr-Ahrweiler zurückkehren können „Die Schulgemeinschaft ist kraftvoll nach vorne gegangen und hat – wie ich denke – für unsere Schülerinnen und Schüler das Beste aus der Situation gemacht. Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen, und wir realisieren, dass wir uns immer noch im, Basislager‘ befinden, viele Anstrengungen noch vor uns liegen und unsere Kräfte endlich sind. Wir versuchen gerade, diesen ,Durchhänger‘ mit geeigneten Maßnahmen zu überwinden, wobei uns der Optimismus und Elan unserer Schülerinnen und Schüler positiv bestärkt. So hoffen wir, dass unsere besondere Situation nicht dem kollektiven schnellen Vergessen zum Opfer fällt, bevor wir den vor uns liegenden Berg bezwungen haben.“

Vor ihrem Besuch an der BBS schaute sich Bildungsministerin Hubig ebenfalls in Bad Neunahr-Ahrweiler an der Erich-Kästner-Realschule plus um. „Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern hier jeden Tag von 8 bis 16 Uhr jene nahezu heile Welt, die viele von ihnen in ihrem privaten Umfeld noch längst nicht wieder haben“, unterstrich Schulleiterin Doris Stutz. „Das gelingt uns, weil wir die Arbeit im Ganztagsbereich frühzeitig wiederaufnehmen konnten. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben neben den Aufräumarbeiten unheimlich viel Einsatz gezeigt, um das zerstörte Material für den Fachunterricht wieder zu beschaffen. Die praktische Arbeit in den Wahlpflichtfächern sollte nicht zu kurz kommen, weil hier ein rein sprachlich basierter Unterricht unseren Schülerinnen und Schülern nicht den gewünschten Lernzuwachs verschaffen kann. Sie müssen Dinge auch visuell und haptisch ,begreifen‘, deshalb haben wir von Beginn des Schuljahres an viel Aufmerksamkeit auf diesen Punkt gerichtet.“

„Von Anfang an haben das Bildungsministerium und die Schulaufsicht die von der Flut betroffenen Schulen dabei unterstützt, die Folgen dieser schrecklichen Katastrophe zu bewältigen oder zumindest abzumildern“, betonte Ministerin Hubig. „Psychologische Unterstützung erfolgt durch die Abteilung Schulpsychologie im Pädagogischen Landesinstitut, die zeitweise aus anderen Ländern unterstützt wurde. Alle Schulen haben ein Beratungs- und Fortbildungsangebot erhalten. Das Beratungszentrum Mayen wurde personell aufgestockt.“

Um personelle Mehrbedarfe in Folge der Flutkatastrophe abzudecken, hatte die Schulbehörde bereits im ersten Halbjahr des Schuljahres 2021/2022 zusätzlich schulartübergreifend 21 Stellen erhalten zudem wurde ein Vertretungspool, die sogenannte „Sonderfeuerwehr Ahrtal“, eingerichtet. Das Land stellte zudem rund 1.300 digitale Endgeräte zur Ausleihe an Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.

Pressemitteilung des

Ministeriums für Bildung RLP

Ministerin Dr. Hubig mit Schulleiterin Gundi Kontakis. Foto: Ministerium für Bildung

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