Politik | 20.04.2026

Leserbrief zum Thema: Alarm- und Einsatzplan für den Kreis Ahrweiler

Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler: „Es ist der blanke Hohn!“

Flutschäden im Juli 2021.  Foto: ROB

Als Bürger dieses Landkreises fühle ich mich nicht gut beraten und auch nicht sonderlich beschützt, wenn man beim lesen des Artikels, in dem der Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler Stellung bezieht. Man könnte den Eindruck erhalten, dass die PR-Maßnahme der Verwaltung auf jeden Fall eines bewirken soll – und zwar zu Beschwichtigen. In dem Artikel war besonders und in erstaunlicher Weise zu erfahren, was alles nicht geht oder länger dauern wird. Sehr bezeichnend und eindrucksvoll, finde ich den Hinweis auf die Ehrenamtler. Hier wurde in Aussage gebracht, dass die Erhebungsdaten für einen Alarm- und Einsatzplan (AEP) von den ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschützern vor Ort erarbeitet werden müsse und dass oft die Zeit fehle und es dauern kann, bis man alle Daten erhalten hat. Mit Verlaub an die verantwortliche Behörde: Diese Feststellung kann man doch nicht nach fünf Jahren nach der Flut den Bürgern verkaufen. Zumal ich es nicht redlich finde, die zeitliche Verzögerung, nun auch noch dem Ehrenamt anzuhaften. Das ist der blanke Hohn! Warum bedient man sich nicht bei Fachstellen, wie Brandingenieure, Fachberatungseinrichtungen oder Organisationen, die so etwas können?

Die Vorgehensweise könne in etwa wie folgt ablaufen: Nach einer ersten Erstellung einer Bestandsaufnahme und einer fachlichen Ausarbeitung der vorliegenden Fachexpertise (durch ein Fachbüro), könnte im zweiten Schritt, eine gemeinsame Abstimmung in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschützern erfolgen. Im weiteren Schritt, könnte mit den politischen Gremien gemeinsam mit der Verwaltung, der dann vorliegende fachlich ausgearbeitete Vorschlag, in eine entsprechende finale Form münden. Die finale und abstimmungsreife Fassung, sollte sodann im Kreistag beraten, beschlossen und mit sofortiger Wirkung in Kraft treten können. Nur so wird für mich ein Schuh daraus. Fakt ist, und das war auch aus dem Bericht zu entnehmen, dass die Expertise wahrscheinlich nicht bis zur Sommerpause fertiggestellt sein dürfte. Auch der Hinweis auf eine stetige Anpassung ist für mich selbstredend und bedarf nicht einer weiteren Erläuterung. Dieser Hinweis hat aber die Absicht, versteckt in Aussage zu bringen: Das Projekt wird nie fertiggestellt sein. Für die Menschen im Ahrtal ist es inakzeptabel und nicht hinnehmbar, dass nun wieder in der Sache geschoben wird.

Die Landrätin, als Leiterin der zuständigen Kreisbehörde, wird sich hier verantworten müssen und in einer guten Plausibilität, den Bürgern erklären müssen, warum zu Beginn des Jahres sechs, nach der Flut, -die ab dem 15. Juli dieses Jahres beginnt-, immer noch kein AEP dem Landkreis Ahrweiler für den Ernstfall den Hilfskräften und Bürgern zur Verfügung steht. Entgegen der ursprünglichen Aussage der Landrätin, alles dafür zu tun, so schnell als möglich einen AEP erstellen zu lassen, hält sich mein Verständnis für die leidlichen Verzögerungen zur Realisierung, doch sehr in Grenzen und ist mehr als ernüchternd.

Detlef Odenkirchen,

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Flutschäden im Juli 2021. Foto: ROB

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