Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“
Korrektur von Missverständnissen und sachlichen Irrtümern zur aktuellen Verkehrsdebatte in Lahnstein
Lahnstein. Die Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ sieht sich aufgrund zahlreicher irreführender Darstellungen in der öffentlichen Debatte veranlasst, die folgenden Sachverhalte richtigzustellen:
1. Realistische Alternative zur Hochstraße: Nutzung der Bürgermeister-Müller-Straße
Es wird häufig behauptet, der von der Bürgerinitiative (BI) vorgeschlagene Verkehrsweg über die Bürgermeister-Müller-Straße würde das Rheinquartier vom Tunnelzugang `Zollgasse` abschneiden. Diese Annahme ist jedoch nicht zutreffend.
Tatsächlich ist es derzeit aufgrund der Beschilderung der Westallee und Südallee als reine Anliegerstraßen rechtlich nicht erlaubt, die Bürgermeister-Müller-Straße als Durchgangsstraße zu nutzen.
Die BI schlägt daher eine alternative Verkehrsführung vor, bei der durch den Einsatz von Verkehrsspiegeln oder – falls erforderlich – einer Ampelregelung eine sichere und regelkonforme Ein- und Ausfahrt über den Tunnel ermöglicht wird. So bleibt das Rheinquartier angebunden, ohne geltende Vorschriften zu verletzen.
2. Faire Lösung für den Schwerlastverkehr: Entlastung beider Stadtteile statt einseitiger Belastung
Ein weiterer verbreiteter Irrtum betrifft die Position der BI zum Schwerlastverkehr in Niederlahnstein. Es wird behauptet, die BI wolle diesen Verkehr weiterhin ausschließlich über die Rudi-Geil-Brücke führen, um Oberlahnstein zu entlasten.
Diese Darstellung ist falsch.
Die BI setzt sich unter dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ für eine gleichmäßige Verteilung des Schwerlastverkehrs auf beide Seiten der Lahn ein. Dadurch sollen sowohl die Belastung der Brücke als auch die der Anwohner reduziert und gerecht verteilt werden – im Sinne einer ausgewogenen Verkehrsbelastung beider Stadtteile.
3. ÖPNV in der Kritik: Mangelhafte Akzeptanz und fehlende Erreichbarkeit für viele Bürgerinnen und Bürger
Auch wenn dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), dem Betreiber der Buslinien, bislang nur wenige offizielle Beschwerden vorliegen, zeigt sich dennoch deutlich: Der ÖPNV in Lahnstein findet wenig Akzeptanz und stößt auf breite Ablehnung.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, insbesondere ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen haben sich direkt an die BI gewandt und über erhebliche Schwierigkeiten beim Erreichen der Haltestellen berichtet. Sie fühlen sich vom bestehenden Busangebot abgehängt, da viele zentrale Bushaltestellen von der Adolfstrasse in Randbereiche verlegt wurden und haben die BI um Hilfe und Unterstützung gebeten.
Die BI nimmt diese Anliegen sehr ernst und setzt sich für konkrete Verbesserungen des ÖPNV-Angebots sowie transparenter Kommunikationswege ein.
4. Hochstraße nicht stilllegen, sondern integrieren: Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich statt Totalsperrung
Schließlich wird der BI unterstellt, sie strebe eine vollständige Verkehrsberuhigung der Hochstraße an. Auch das entspricht nicht den Tatsachen.
Tatsächlich unterstützt die BI eine Initiative von 59 lokalen Gewerbetreibenden, die sich in einer Unterschriftenaktion persönlich an den Oberbürgermeister der Stadt Lahnstein, Herrn Siefert gewandt haben. Gefordert wird die Rückkehr zur ursprünglichen Verkehrsführung mit einer Einbindung der Hochstraße in den innerstädtischen Verkehr – als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20 km/h und Kurzzeitparkmöglichkeiten.
Die Gewerbetreibenden befürchten bei einer vollständigen Verkehrsberuhigung massive Umsatzverluste bis hin zur Geschäftsaufgabe. Die BI teilt die Einschätzung , dass die geplante Verkehrsberuhigung nicht nur zu wirtschaftlichen Verlusten, sondern auch zur Schließung langjährig etablierter Geschäfte führen und die Ansiedlung von neuen Betrieben verhindern kann. Sie fordert daher mit Nachdruck eine verkehrliche Lösung, die sowohl den Anwohnern als auch dem Einzelhandel gerecht wird.
Pressemitteilung der
Bürgerinitiative
„Zurück zur ursprünglichen
Verkehrsführung“
