Bericht zum Klimaschutz und zur Energiewende im Kreis Ahrweiler vorgelegt
Kreis Ahrweiler: Klimaschutzziele rücken in fast unerreichbare Ferne
Große Ernüchterung im Kreis- und Umweltausschuss: Statt eigentlich notwendiger 55 Prozent tragen erneuerbare Energien nur 14,4 Prozent zum Stromverbrauch im Kreis bei
Kreis Ahrweiler. Große Ernüchterung herrscht bei den Klimaschützern im Kreis Ahrweiler: Das bereits 2011 beschlossene Ziel, die im Kreis benötigte elektrische Energie bis zum Jahre 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, ist in fast unerreichbare Ferne gerückt. Derzeit werden nämlich gerade mal 14,4 Prozent des in Kreis benötigten Stroms aus Sonne, Wind und Biomasse erzeugt. Nötig wäre jedoch ein Beitrag von 55 Prozent, wenn das ambitionierte Ziel überhaupt noch irgendwie erreicht werden soll. Wie dies zu bewerkstelligen sei, konnte auch der Kreis- und Umweltausschuss jetzt nicht beantworten.
Franziska Schlich, die Koordinatorin der Energiewende in der Kreisverwaltung, stellte den aktuellen Bericht zum Klimaschutz und zur Energiewende im Kreis Ahrweiler vor, der jedoch wenig Erbauliches beinhaltet. Der Kreis engagiere sich zwar schon seit vielen Jahren für eine nachhaltige Energiewirtschaft, habe bereits eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet und im Dezember 2022 sogar ein integriertes Klimaschutzkonzept im Kreistag beschlossen. Doch er sei weit von seinen gesteckten Zielen entfernt. Im Kreishaus seien drei volle Personalstellen ausschließlich für umwelt- und klimaschutzbezogene Themen tätig, was bei 130.000 Einwohnern den hohen Stellenwert des Klima- und Umweltschutzes verdeutliche. Auch die Kommunen im Kreis seien ihrerseits überaus aktiv in Sachen Klimaschutz. Außerdem habe sich der Kreis im Frühjahr 2022 nach den Erfahrungen der Flutkatastrophe das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 die CO2-Neutralität zu erreichen.
Gesamter Stromverbrauch stieg um 9,3 Prozent
Soweit die Theorie, doch in der Praxis sieht es ganz anders aus. So sei der Gesamtstromverbrauch im Kreis von 2018 bis 2019 um stolze 52.917 Megawattstunden angestiegen, was einem Plus von 9,3 Prozent entspreche. Der Wärmeverbrauch habe zwar um 3,8 Prozent abgenommen, doch weil sich im Verkehrssektor ebenfalls eine Steigerung um 13.889 Megawattstunden ergab, stieg auch der Gesamtenergieverbrauch um 11.320 Megawattstunden an. Auffällig sei, dass sich der Stromverbrauch der privaten Haushalte um gut 20 Prozent und von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sogar um 32 Prozent erhöht habe, während der Stromverbrauch in der Industrie praktisch gleichblieb. Im Jahr 2019 habe die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei gerade mal 14,4 Prozent gelegen, „dies zeigt deutlich, dass noch weitere ambitionierte Bestrebungen erfolgen müssen, um das Kreistagsziel zu erreichen“, so Schlich.
Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zeige ebenfalls ein zwiespältiges Bild. 2021 sei im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 13,9 Prozent weniger Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeist worden, obwohl die installierte Leistung um 5,8 Prozent auf 68.965 Kilowatt gestiegen sei. Auch die Anzahl der installierten Anlagen sei um 308 oder 9,1 Prozent auf 3658 gestiegen. Dies lasse darauf schließen, so Schlich, dass ein bedeutender Anteil des produzierten Sturms in den Eigenverbrauch der Anlagenbesitzer fließe. Abgesehen davon habe auch die Flut im Ahrtal Anlagen sowie Teile des Stromnetzes zerstört, weshalb auch hierdurch Verluste zu verzeichnen seien. Alles in allem hinke die stagnierende Produktion erneuerbaren Stroms der jährlichen Zielgröße, die 2021 bei 55 Prozent gelegen habe und 2023 schon bei 65 Prozent liege, mit immer größer werdendem Abstand hinterher.
Die Sonne dominiert als Energiequelle
Im Kreis Ahrweiler dominierte die Sonne als Energiequelle bei der Erzeugung nachhaltigen Stroms. 54,8 Prozent entfalle auf Solaranlagen, die Windkraft produziere etwa 30 Prozent – bei lediglich acht Anlagen im Kreis. Biomasse tragen vor allem als Grundlastträger zur Versorgungssicherheit bei und stelle 14,9 Prozent des eingespeisten erneuerbaren Stroms bereit. Wasserkraft sei nur mit marginalen Mengen vorhanden. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass nur die Nutzung der Solarenergie jährliche Wachstumsraten verzeichne. Dabei können mit einem einzigen Windrad sehr viel mehr erreicht werden.
JOST
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