Politik | 08.09.2020

Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V.

Neue Erkenntnisse zum schweren Güterzugunfall

Lahnstein. Wie bereits berichtet ist am Sonntagabend, 30. August gegen 18:40 Uhr in Höhe des Bahnhofs Niederlahnstein ein Güterzug entgleist.

Der Güterzug soll sich nach Angaben der Bahn auf der Fahrt von Rotterdam nach Basel befunden haben. Er war insgesamt mit rund 300.000 Liter Dieselkraftstoff beladen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Koblenz. Sechs Waggons waren am Sonntagabend entgleist. Warum ist nach wie vor unklar.

Entgegen erster Meldungen der Bahn und der Bundespolizei bis zum Montagabend, sind dabei 120.000 Liter Bio-Diesel ausgelaufen und ins Erdreich versickert. Tatsächlich waren es aber 150.000 Liter Mineraldiesel, so wurde von der Bundespolizei nachgebessert.

Wie kann es zu einer derartigen Falschmeldung kommen? Muss doch die Ladung eines jeden Güterzuges, insbesondere bei Gefahrguttransporten für Rettungskräfte und den Notfallmanager der Bahn jederzeit abrufbar sein.

Solch eine Fehleinschätzung im Zuge des „Ersten Angriffs“ bei großen Schadensereignissen darf nicht passieren, da sich daran die unmittelbar einzuleitenden Rettungs- und Schadenbegrenzungsmaßnahmen ausrichten.

Über das Wochenende, so die Bahn, sollen die Gleise und Weichen am Bahnhof in Niederlahnstein entfernt werden. Im nächsten Schritt werde das mit Diesel verseuchte Erdreich abgetragen. Laut dem Bahnsprecher müssen bis zu 7.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden.

Die Streckensperrung wird voraussichtlich bis 13. September dauern.

Der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler, sagte am Dienstag, es sei möglich, dass rund um den Bahnhof das Erdreich ausgetauscht werden müsse.

Neben dem Boden könnte demnach auch das Grundwasser verunreinigt sein. Die Kreisumweltbehörde führe derzeit regelmäßig Messungen in Niederlahnstein durch, um festzustellen, ob der Diesel in die Kanalisation gelaufen sei, heißt es.

In diesem Zusammenhang muss auch die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft prüfen, ob es sich möglicherweise um einen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr, ein strafbewährtes Umweltdelikt oder weitere strafrechtlich relevante Delikte handeln könnte.

Dieser folgenschwere Unfall, bei dem der Schaden trotz der massiver Gefährdung der Gesundheit der Menschen und dem Ausmaß der Umweltbelastung diesmal wieder überschaubar geblieben ist, zeigt aus Sicht der Bürgerinitiativen und zahlreicher Kommunal- und Kreisparlamente entlang der Nord-Südtransversale, dass die Gefahr einer großen Katastrophe permanent besteht.

Deshalb ist eine Geschwindigkeitsreduzierung für Gefahrguttransporte auf der Strecke am Mittelrhein und im Rheingau auf maximal 50 km/h unmittelbar zu veranlassen ist.

Eine akzeptable Lösung kann nur die Alternativstrecke vom Bonn-Troisdorf nach Mainz-Bischofheim sein.

Deshalb muss das Bundesverkehrsministerium unverzüglich die Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, damit sofort in die Planung dieser Strecke eingestiegen werden. Pressemitteilung

Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V.

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