Wasserwerk Heimerzheim bietet bald noch größere Versorgungssicherheit
Neuer Speicher für 4000 m³ Wasser
Swisttal-Heimerzheim. „Das Beste aber ist das Wasser“, sagte bereits Pindar, Dichter im 5. Jahrhundert in Theben. Und verhaltener Stolz klang auch bei den Verantwortlichen des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen-Swisttal durch, als sie jetzt den in Ansätzen schon gut erkennbaren neuen Trinkwasserspeicher am Wasserwerk Heimerzheim vorstellten. 20 mal 40 Meter wird der neue Speicher aus hochwertigem Beton messen, wenn alle 203 Einzelteile aufgestellt und mittels Stahlseilen verbunden sind. Die Betonteile sind vorgefertigt und werden in Heimerzheim zusammengebaut. Zehn bis elf Tonnen wiegt jedes Fertigteil der Außenwände, diese hebt aber in geradezu spielerischer Weise ein starker Kran von den Lastkraftwagen und stellt sie millimetergenau an die zugeteilte Stelle. Vor Ort werden nur die Bodenplatte sowie die Deckenplatte gegossen. In den Betonteilen sind bereits alle Öffnungen und Verbindungen für die notwendigen Rohr- und elektrischen Anlagen eingeplant, sodass ein zügiger Baufortschritt garantiert ist. Helmut Richter vom beratenden Ingenieurbüro Bieske + Partner aus Lohmar: „Am 24. März erst haben wir mit dem ersten Spatenstich für die Baugrube die Arbeit hier vor Ort aufgenommen, und bis spätestens zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“
Wasserqualität und Versorgungssicherheit
„Das Trinkwasser für Euskirchen und Swisttal hat eine hervorragende Qualität“, stellte Uwe Friedl, Euskirchener Bürgermeister und Vorsteher des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen-Swisttal (WES) fest. Das Wasser wird aus drei eigenen 150 Meter tiefen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Wasserwerkes gewonnen, wo es dann aufbereitet wird. „Es ist uns wichtig, die Versorgungssicherheit von 70.000 Menschen in Euskirchen und Swisttal, das sind rund 21.0000 Haushalte, jederzeit zu garantieren“, so Friedl weiter. Bisher ist im Heimerzheimer Wasserwerk nur eine Speicherkapazität von 600 Kubikmetern gegeben, über den Verbund mit dem Wasserwerk Arloff sei aber auch jetzt ein Wassernotstand praktisch ausgeschlossen. Der Vorteil des neuen Speichers ist, neben der größeren Versorgungssicherheit, aber auch ein finanzieller Aspekt. Wird zu Stoßzeiten am Tag und insbesondere in den Abendstunden besonders viel Wasser verbraucht, kann der große Speicher mit preiswerterem Nachtstrom dann bis zum nächsten Morgen wieder vollgepumpt werden. In den Nachtstunden sinkt der Wasserverbrauch auf unter zehn Prozent.
Wasserpreis soll stabil bleiben
1,6 Millionen Euro investiert der WES für den neuen Trinkwasserspeicher.
„Das Geld ist gut angelegt“, ist auch Manfred Lütz, stellvertretender Swisttaler Bürgermeister, zufrieden. „Ohne Wasser, ob nur zum Zähneputzen, Duschen oder mehr, könnten wir unser gewohntes Leben kaum aufrecht erhalten. Unser Dank gilt daher allen, die sich hier verantwortungsvoll eingebracht haben.“
Immerhin 104,6 Liter Wasser verbraucht jeder Einwohner pro Tag. Daher ist das Wasser auch das am besten überwachte und am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Der Wasserpreis, so war von den Verantwortlichen vor Ort zu hören, werde aufgrund dieser Investition nicht erhöht werden müssen.
Ingenieur Helmut Richter erläutert die Baupläne.
