Politik | 02.12.2019

St. Josef-Krankenhaus Adenau

Notärztlicher Dienst soll zum 1. Januar eingestellt werden

Förderverein prüft Möglichkeiten zur Umsetzung alternativer Notarzt-Konzepte

Der Förderverein mit der Projektgruppe „Unser Notarzt“ vertreten durch den Vorsitzenden Bernd Schiffarth, rechts und seinen Stellvertreter Hermann-Josef Romes BM.a.D. Fotos: CRO

Adenau. Nachdem der Staatssekretär im Gesundheitsministerium Dr. Alexander Wilhelm in seiner Pressemitteilung vom 22. November erklärte, dass es das Anliegen der Landesregierung sei, die gesundheitliche Versorgung in der Region sicherzustellen und Lösungen für den Erhalt der Chirurgie zu finden, kam nur fünf Tage später die Ankündigung der Marienhaus GmbH zur Schließung des notärztlichen Dienstes.

Auf Nachfrage erhielt BLICK aktuell von der Pressestelle des Ministeriums des Innern folgende schriftliche Information: „Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, der zuständigen Behörde für den Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Koblenz, hat uns mitgeteilt, dass die Klinik sie darüber informiert habe, dass sie nach aktuellem Stand den Notarztdienst ab dem 1. Januar einstellen müsse.“

„Lebensgefährlich und unverantwortlich“

Ein Rückzug aus der Notfallmedizin ist für Bernd Schiffarth, dem Vorsitzenden des Förderverein St. Josef-Krankenhaus e.V. „absolut unverständlich, lebensgefährlich und unverantwortlich“. Er erklärt weiterhin: „Das betrifft zum einen die Bürger der Region, zum anderen aber auch den Nürburgringtourismus. Die Polizeistatistik belegt eindeutig, dass durch An- und Abfahrt zum „Ring“ die Verkehrsunfallzahlen mit knapp 1100 pro Jahr, davon bis zu 60 sehr schweren Unfällen, wesentlich höher seien als anderswo. Das sich die Zahl der Toten dabei halbiert habe, sei ein wesentlicher Verdienst des Notarztstandortes Adenau und der Projektinitiative „Unser Notarzt“, unterstützt von der Abteilung Anästhesie und Rettungsmedizin im Krankenhaus Adenau.“

Die offizielle Verlautbarung der Pressestelle des Ministeriums des Inneren, dass die Menschen der Region auch in Zukunft notärztlich versorgt seien, mache Schiffarth wütend. „Wie soll die dann aussehen? Es geht hier ums Geld!“

Er erläutert, dass die erforderlichen Kosten für die benötigten fünf Notfallärzte bei rund einer halben Million pro Jahr lägen und bisher nicht mal die Hälfte vom Verbund der Kostenträger (Krankenkassen) getragen würden. „Das eine kleine Einrichtung, wie das St. Josef-Krankenhaus, seit Jahren auf immensen Kosten sitzen bleibt, erklärt Schließungen und Insolvenzen vieler guter Häuser. Die entsprechende Finanzierung ist eine öffentlich-rechtliche Aufgabe, um die sich auch die Landesregierung nicht herumdrücken kann“, ist seine Meinung.

Das Ministerium des Inneren hat einen weiteren Besprechungstermin anberaumt. Nun wünsche man sich beim Förderverein, das Taten folgen.

Einsatz zeigt derzeit der Förderverein von der Projektgruppe „Unser Notarzt“. So werden vom Förderverein, um die finanzielle Lücke in der notärztlichen Versorgung zumindest für den Monat Dezember zu schließen, 15.000 Euro bereitgestellt.

Alternativen zur Marienhaus GmbH werden überdacht

Für Bernd Schiffarth stellt sich die Frage, ob die notärztliche Versorgung überhaupt zwingend mit der Marienhaus GmbH gemeinsam durchgeführt werden sollte. „NRW macht vor, wie die Versorgung durch hauptamtliche Notärzte, ausreichend finanziert, ohne Anschluss an eine bestimmte Klinik sichergestellt werden kann“, erklärt er als Beispiel.

In der 1. Dezemberwoche werden der ärztliche Leiter des Notarztstandortes Adenau und weitere Mitglieder der Projektgruppe dem Gremium des Verbundes der Kostenträger ein Konzept vorstellen, das auch diesen Aspekt beinhaltet. Unter dem Vorsitz der AOK gehört auch das Innenministerium diesem Gremium an.

Somit läuft beim Thema Lösungsfindung zum Erhalt der Chirurgie und des Notarztstandortes alles wieder bei der Landesregierung zusammen. Und somit auch die zentrale Frage der Finanzierung.

.

Übungen sind für den Notfall immens wichtig.

Übungen sind für den Notfall immens wichtig.

Der Förderverein mit der Projektgruppe „Unser Notarzt“ vertreten durch den Vorsitzenden Bernd Schiffarth, rechts und seinen Stellvertreter Hermann-Josef Romes BM.a.D. Fotos: CRO

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Lärmschutz für Bengen

  • K. Schmidt: Funfact: Gegen Lärm von Flugplatz und insbesondere Sportschießstand hätte Herr Orthen als Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler schon lange etwas tun können, schließlich liegen diese Lärmquellen auf...
  • Michael Gülck: Die Forderung nach einer verbesserten Datengrundlage zu bestehenden Biogas-Blockheizkraftwerken sowie nach einer frühzeitigen Einbindung relevanter Akteure ist aus planerischer Sicht grundsätzlich nachvollziehbar.
  • K. Schmidt: "Hier wird es aber noch viele Behörden-Abstimmungen geben müssen." - und kein Mensch bzw. Politiker merkt, wieviel Schwachsinn in diesem Satz steckt, wie sehr dieser Umstand den Wiederaufbau lähmt und...
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0005#
Anzeige "Rund ums Haus"
Empfohlene Artikel
Die SPD-Frauen Andernach erhalten im Rahmen des Innovationsfonds 2025 des SPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz eine Auszeichnung und eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 500 Euro. Foto: Fotografie Bianka Hörnig
20

Andernach. Die SPD-Frauen Andernach erhalten im Rahmen des Innovationsfonds 2025 des SPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz eine Auszeichnung und eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 500 Euro. Die Initiative „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde als sichtbares Beispiel bürgerschaftlichen Engagements gewürdigt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
2

Weltwassertag am 22. März

Beflaggung am Rathaus

Meckenheim. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März hissen die Stadtwerke Meckenheim am Montag, 23. März, vor dem Rathaus am Siebengebirgsring vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) zur Verfügung gestellte Motto-Flaggen zum Thema „Trinkwasser“. Neben dem Slogan „Nachhaltig, naturnah, zukunftssicher – unser Trinkwasser“ sind die Logos des WTV und der Stadt Meckenheim abgebildet, was die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit verdeutlicht.

Weiterlesen

2

Allgemeine Berichte

Teamgeist statt Schulbank

VG Altenahr. Vom 05. auf den 06. Februar hieß es für die Fünftklässler der Ahrtalschule Realschule plus Koffer packen und den Schulalltag einfach mal hinter sich lassen. Für 29 Mädchen und Jungen der Ahrtalschule ging es auf Klassenfahrt in die „Ahrtal-Jugendherberge“.

Weiterlesen

Während einer zweitägigen Schulung des Krisenstabs der Wachtberger Verwaltung standen Szenarien wie ein flächendeckender Stromausfall und ein Cyberangriff im Mittelpunkt.Foto: Gemeinde Wachtberg
3

Krisenstab Wachtberg trainiert für Stromausfall und Cyberangriff

Zwei Tage Intensivschulung: Fit für den Ernstfall

Wachtberg. Während einer zweitägigen Schulung des Krisenstabs der Wachtberger Verwaltung standen Szenarien wie ein flächendeckender Stromausfall und ein Cyberangriff im Mittelpunkt. Ulf Krüger und Sascha Brennig vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kamen dafür nach Berkum und brachten einen geheimnisvollen „Werkstattkoffer“ mit, der überraschenderweise nur ein wenig Büromaterial enthielt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
MAYA Azubi Messe
Start in den Frühling
MAYA
+Hospimed
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Wahlanzeige 4 von 6
Stellenanzeige Küchenleitung
Kreishandwerkerschaft
Unterstützeranzeige -Nink-
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Stellenanzeige Empfangskraft