Politik | 05.05.2020

Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH

Online-Umfrage verdeutlicht prekäre Lage der Tourismus-Wirtschaft im Ahrtal

Über 130 Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Gesundheitswirtschaft und Weinwirtschaft haben an Umfrage teilgenommen - Grundlage von Marketing GmbH und Ahrtal-Tourismus für Interessenvertretung auf allen politischen Ebenen

Online-Umfrage verdeutlicht prekäre Lage der Tourismus-Wirtschaft im Ahrtal

Bad Neuenahr. Das touristische Leben steht auch im Ahrtal schon seit vielen Wochen still.

Die Lage von regionalen Unternehmen, die ganz oder teilweise vom Tourismus leben, ist prekär bis alarmierend. Dies belegt eine aktuelle Online-Umfrage, welche die Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH sowie der Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. aktuell unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat, um eine genaue Datenlage aus dem Ahrtal und Einschätzungen der Betriebe zu erhalten. Über 130 Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Gesundheitswirtschaft und Weinwirtschaft haben sich an der Umfrage beteiligt.

„Unser Ziel ist, durch ein Gesamtbild aus dem Tourismus-Bereich eine angemessene Interessenvertretung auf allen politischen Ebenen zu ermöglichen“, so Geschäftsführer Christian Senk. „Die Auswertungen der Umfrage bestätigen unsere Befürchtungen“, so Senk weiter.

Die Umsatzeinbußen für März liegen bei den angefragten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresmonat im Durchschnitt bei 58 Prozent.

Die Umsatzeinbußen für das 2. Quartal schätzen die Unternehmen insgesamt bei knapp 69 Prozent ein.

Hotellerie, Gastronomie und Ferienwohnungsbetreiber sind von der Krise besonders hart getroffen. Bei ihnen wird im zweiten Quartal mit Umsatzeinbußen von 80 bis 87 Prozent gerechnet. Hilfen von Bund und Ländern wurden beantragt, sind aber vielfach noch nicht angekommen. Hilfen des Landes sind bis dato nur bei zwei Betrieben angekommen. Bei mehr als zwei Drittel der Betriebe, die bereits staatliche Hilfen empfangen haben, lag die Bearbeitungszeit der Banken und Behörden bei drei oder mehr Wochen.

Das sei viel zu lange – „gerade auch mit Blick nach Nordrhein-Westfalen, wo die Auszahlung der beantragten Gelder innerhalb von wenigen Tagen möglich ist“, hielten die Befragten in den dafür vorgesehenen Kommentarfeldern der Umfrage vermehrt fest. Knapp 10 Prozent haben aufgrund ihrer Betriebsgröße gar keinen Anspruch auf Hilfen und empfinden die angebotenen Maßnahmen für Ihren Betrieb entsprechend als nicht passend. Jeder Dritte der befragten Betriebe ist derzeit akut von einer Betriebsaufgabe bedroht. In der Gastronomie und im Einzelhandel sogar jeder zweite Betrieb.

„Um massenhafte Betriebsaufgaben zu vermeiden, ist ein dringender Handlungsbedarf der Landes- und Bundes-Politik gefordert. Dies gilt sowohl für Betriebe bis 10 beziehungsweise 30 Mitarbeiter als auch für Betreibe mit mehr als 30 Mitarbeiten. Denn diese gehen bisher völlig leer aus. Ziel muss es sein, keinen Betrieb coronabedingt zu verlieren“, fordert Senk. Durchweg alle Betriebe wünschen sich deutlich mehr staatliche Unterstützung, vor allem in Form von unbürokratischen Sofort-Zuschüssen und Steuersenkungen, sowie mehr Planungssicherheit. Auch wurde mehrfach der Wunsch nach Informationen dazu geäußert, wann denn mit einer Wiederöffnung der Betriebe zu rechnen sei und wie diese aussehen solle.

„Sie fühlen sich von der Bundes- und Landespolitik mit ihren existenziellen Problemen nicht hinreichend wahrgenommen, denn es gibt immer noch kein greifendes Konzept, wie der Tourismus-Branche tatsächlich unter die Arme gegriffen werden kann“, sagt Bürgermeister Guido Orthen.

Auch ein Fahrplan zur Wiederöffnung von Hotel- und Gastronomiebetrieben sei noch nicht in Sicht.

Als stellvertretender Vorsitzender des Tourismus- und Heilbäderverbandes Rheinland-Pfalz, Vorsitzender der Sektion Heilbäder und Kurorte in Rheinland-Pfalz sowie als beratender Teilnehmer der Enquete-Kommission „Tourismus Rheinland-Pfalz“ will er die Umfrage-Ergebnisse dazu nutzen, die derzeitigen Probleme der Tourismus- und tourismusnahen Branchen unmittelbar auf Landesebene anzusprechen beziehungsweise auch schriftlich vorzubringen.

Zu den angefragten Betrieben zählen die Mitglieder des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., der Werbegemeinschaft Aktivkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler, der Werbegemeinschaft Ahrweiler und des Ahrwein e.V.

Sollte ein Mitgliedsbetrieb keine Einladung zur Umfrage erhalten haben, wird dieser gebeten, unter info@ahrtal.de oder Tel. 02641/91710 Kontakt aufzunehmen.

Pressemitteilung Ahrtal

und Bad Neuenahr-Ahrweiler

Marketing GmbH

Online-Umfrage verdeutlicht prekäre Lage der Tourismus-Wirtschaft im Ahrtal

Foto: muench

Foto: Dania Münch

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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