Politik | 11.03.2024

„Große Autos zahlen drauf: Wie fair sind die neuen Anwohnerparkgebühren?“ in BLICK aktuell 10/24

Parkraum darf nicht zum Luxusgut werden

Normalerweise bin ich niemand, der Leserbriefe verfasst, aber die Diskussion um die Anwohnerparkgebühren in Koblenz regt mich sehr auf. Als Paris die Kosten für Besucher um das Dreifache erhöht hat, wurde seitens aller Medien ein Shitstorm gemacht. Dass in Koblenz für die Anwohner teilweise das Zehnfache gezahlt werden muss, war am Anfang nur nebensächlich zu lesen. Zudem wurde es in einer Nacht- und Nebelaktion im Stadtrat beschlossen.

Für mich ist es total egal, ob in einer Parktasche ein SUV oder ein Smart steht. Der Parkplatz ist weg! Egal ob das Auto klein, groß, breit oder schmal ist.

In einer Ihrer vorherigen Ausgaben war zu lesen, dass die Parkstreifen in Koblenz größtenteils nicht markiert sind. Da musste ich sehr lachen und war zu dem Zeitpunkt schon dran zu schreiben. Wir wohnen im Rauental und hier sind nur wenige Parkstreifen nicht markiert. Soll hier jetzt geparkt werden, wie jeder will? Nur wenn ein kleines Auto aus der Parklücke fährt, kann auch ein kleines wieder einparken. Sorry, aber das macht für mich keinen Sinn.

Alleine hier im Rauental könnten die Stadt/das Ordnungsamt so viel Geld verdienen. Wir selbst wohnen in der Nähe der VHS/OFD/Kreishandwerkerschaft. Hier parken die Leute, wie sie möchten, und zahlen meist nicht oder nicht lange genug. Seitdem in der Beatusstraße die Parkflächen Geld kosten, haben wir die ganzen Schüler den ganzen Tag hier stehen. Gleiches in der Yorckstraße. Hier ist es sogar noch bunter. Hier muss ich morgens regelrecht Zickzack fahren, da die Autos dort auf der Straße stehen. Wenn dann der Müllwagen kommt, geht gar nichts mehr.

Mehrfach haben wir schon nachgefragt. Da die Fahrbahn breit genug ist, darf man dort parken, anscheinend auch ohne Parkschein; den hat dort nämlich nie jemand drin. Was da ein Geld verloren geht. Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, die Parkgebühren im Rauental auf die in der Stadt anzuheben.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin nicht dagegen, dass die Parkgebühren für Anwohner erhöht werden. Aber eine Verdoppelung auf 61,40 Euro wäre genug gewesen. Hier wird mal wieder nicht nachgedacht. Parkraum in der Nähe der Wohnung darf nicht zum Luxusgut werden. Es reicht doch eigentlich, dass die deutschen Rentner in den Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen, um den Lebensunterhalt aufzubessern. Wo soll das alles noch hinführen ?

Michaela Cooley,

Koblenz

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