Politik | 01.12.2016

Unternehmerfrühstück der Kreiswirtschaftsförderung mit hochaktuellem Thema

Personalförderprogramm „unternehmensWert:Mensch“

Kleine und mittelständische Unternehmen mit vielen Vorteilen

Tino Hackenbruch, Leiter der Kreiswirtschaftsförderung begrüßte die Teilnehmer des vierten Unternehmerfrühstücks. -DU-

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Insgesamt vier Unternehmerfrühstücke mit mehr als 250 Teilnehmern organisierte die Kreiswirtschaftsförderung im Jahr 2016. Jüngst war das Bad Neuenahrer Dorint-Hotel Austragungsort der Erfolgsveranstaltung, die sich diesmal dem Personalförderprogramm „unternehmensWert:Mensch“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) widmete. Gemeinsam mit dem Hochschulzentrum für Weiterbildung der Hochschule Mainz wurde das Programm vorgestellt und dessen Verfahrensabläufe erläutert. Als Dozentin konnte Dr. Paulina Jedrejczyk gewonnen werden, die als Mitarbeiterin am Hochschulzentrum für Weiterbildung nicht nur Erstberaterin, sondern auch Koordinatorin des Programms ist. „unternehmensWert:Mensch“ ist auf kleinere und mittlere Unternehmen zugeschnitten und reagiert auch auf Dauerthemen wie Demographischer Wandel, Fachkräftemangel oder den immer härteren Wettbewerb um Nachwuchskräfte. Zusammengefasst geht es darum, mittelständische Unternehmen zu unterstützen und deren Potenziale zu nutzen – vor allem mit guter und nachhaltiger Personalpolitik. Diese stützt sich bei „unternehmensWert:Mensch“ auf vier Säulen: Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz. Ein Ziel des Programms ist es beispielsweise, aus den eigenen Mitarbeitern Führungskräfte zu machen, statt teure externe Kräfte zu engagieren. Mit zeitgemäßen Personalinstrumenten wie Gesundheitsmanagement oder Coaching sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozusagen „bei der Stange gehalten“ werden. Paulina Jedrejczyk berichtete auch von den Ergebnissen aktueller Studien in Sachen „Erwartungen von Nachwuchskräften“: „Persönliche Weiterentwicklung, Work-Life-Balance, gute Führungskultur sowie Feedback und Anerkennung gehören zu den am häufigsten genannten Punkten. Angesichts der steigenden Heterogenität der Gesellschaft sind Unternehmen aber gut beraten, auch den Bedürfnissen von anderen Gruppen, zum Beispiel weiblichen und älteren Arbeitskräften, Aufmerksamkeit zu schenken“, so Jedrejczyk, die auch einige Praxisbeispiele aufführte und auf die Vorteile kleiner und mittelständischer Unternehmen hinwies: „Persönliche Anerkennung, flache Hierarchien, teambasierte Arbeitsweise, Nähe zum Produkt und zu den Kunden, das Gefühl etwas Sinnvolles zu leisten – ein entscheidender Vorteil um auf die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexibler eingehen zu können.“

Personalarbeit „zwischen Tür und Angel“

Um eine nachhaltige Personalentwicklungsstrategie umzusetzen, müssten sich, so Jedrejczyk, kleine und mittelständische Unternehmen auch aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen. „Das ist gar nicht selbstverständlich. Häufig wird Personalarbeit zwischen Tür und Angel erledigt und ohne externe Unterstützung ist es nicht möglich, Methoden der modernen Personalpolitik umzusetzen.“ „unternehmensWert:Mensch“ bietet schnelle, unbürokratische Hilfe, die nicht an schwer erfüllbare Bedingungen geknüpft ist und wird zudem finanziell gefördert. Das Unternehmen erhält im Optimalfall eine Beratungsleistung von 10.000 Euro und zahlt dafür 5.000 oder sogar nur 2.000 Euro. Letzteres gilt für kleine Unternehmen, die weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Nach einer kostenlosen Erstberatung werden, nach Prüfung der Teilnahmebedingungen, der individuelle Beratungsbedarf des Unternehmens ermittelt. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Prozessberatung. Sechs Monate später erfolgt ein Ergebnisgespräch mit der Erstberatungsstelle. Gemeinsam mit der Unternehmensführung und der Mitarbeitervertretung werden hier die Ergebnisse der Prozessberatung resümiert. Nach dem Referat nutzten viele Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks die Möglichkeit, Fragen an die Dozentin zu stellen. Gastgeber Tino Hackenbruch, Leiter der Kreiswirtschaftsförderung dankte Dr. Jedrejczek und wies sowohl auf den kommenden „Ideenwettbewerb 2017“ als auch auf den geplanten „Ausbildungstag des Kreises Ahrweiler“ hin.

Dr. Paulina Jedrejczyk berichtete in ihrem Vortrag über interessante Details moderner Personalführung.

Dr. Paulina Jedrejczyk berichtete in ihrem Vortrag über interessante Details moderner Personalführung.

Tino Hackenbruch, Leiter der Kreiswirtschaftsförderung begrüßte die Teilnehmer des vierten Unternehmerfrühstücks. Fotos: -DU-

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