Politik | 10.06.2016, 15:41 Uhr

Erste Fahrradstraße für Bad Neuenahr-Ahrweiler

Pilotprojekt „Heppinger Brücke“ soll Radverkehr fördern

Die Heppinger Straße soll im Bereich der Ahrbrücke zur Fahrradstraße werden. Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
235

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beabsichtigt, im Rahmen eines Pilotprojekts ein Teilstück der Heppinger Straße im Bereich der Heppinger Ahrbrücke als Fahrradstraße auszuweisen. Hintergründe für diese Maßnahme sind unter anderem die starke Verkehrsfrequentierung durch den kreuzenden Ahrradweg sowie die schlechte Einsehbarkeit an diesem Knotenpunkt, die speziell für Radfahrer eine Gefahrenquelle darstellt.

Was ist eine Fahrradstraße?

Der Gesetzgeber führte 1995 mit der sogenannten Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Fahrradstraße ein, nachdem sie in Bremen, Bonn und Münster erfolgreich getestet worden war. Eine Fahrradstraße ist eine Straße, die grundsätzlich der Nutzung durch Fahrradfahrer gewidmet ist. Sie dient der Förderung des Radverkehrs. Eine solche Einrichtung kommt dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. Oft sind Fahrradstraßen für Anwohner und Lieferverkehr freigegeben, doch Autofahrer dürfen dort den Radverkehr weder gefährden noch behindern. Fahrradstraßen sollen die Attraktivität des Radverkehrs steigern. Zur Fahrradstraße wird eine Straße durch Anordnung durch die Verkehrsbehörde sowie eine entsprechende Beschilderung. „Dann darf anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr diese Straße nicht benutzen, es sei denn, es ist durch Zusatzzeichen erlaubt“, erläutert Detlev Koch, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Die Vorteile für Radfahrer in diesen Straßenabschnitten liegen auf der Hand: Fahrradstraßen eröffnen den Radfahrern schnellere und sichere Wege durch die Stadt und sie dürfen ungestört nebeneinander fahren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle 30 Stundenkilometer, auch für die Radler. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern“, so Koch weiter. Für Fußgänger ändert sich in einer Fahrradstraße nichts, denn es gibt die übliche Aufteilung in Fahrbahn und Gehwege. Die Straße querende Fußgänger muss ein Radfahrer also auch in einer Fahrradstraße achten und Rücksicht nehmen. Fahrradstraßen werden durch die Straßenverkehrsbehörde eingerichtet. Im Gegensatz zu anderen Verkehrsbeschränkungen wie Tempolimit oder Durchfahrtverbote für Kraftfahrzeuge dürfen Fahrradstraßen auch ohne eine besondere örtliche Gefahrenlage angeordnet werden. Nur ausnahmsweise sollen andere Fahrzeuge als der Radverkehr in Fahrradstraßen mit einem Zusatzzeichen zugelassen werden. Darum müssen, ehe eine Fahrradstraße ausgewiesen wird, alternative Wege für den Kraftfahrzeugverkehr ausgelotet und deren Bedürfnisse berücksichtigt werden. Auch das Thema Sicherheit ist ein ganz wichtiger Aspekt. Beispiele aus anderen Städten zeigten, dass auch die Unfälle in den umgewandelten Straßen deutlich weniger geworden seien und eine größere Sicherheit erzielt werde, ergänzt Udo Schumacher, Abteilungsleiter für Sicherheit, Ordnung und Verkehr. Die Erfahrungen mit Fahrradstraßen sind positiv; größere Konflikte zwischen Rad- und zugelassenem Kfz-Verkehr sind nicht bekannt. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wird mit einer weiterhin aktiven Informationspolitik kontinuierlich Aufklärung leisten. Baubeginn für die erste Fahrradstraße in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist zum Auftakt der kommenden Sommerferien. Hintergrund dafür: der wegfallende tägliche Radverkehr der Schülerinnen und Schüler. Seitens der Verwaltung wird vorgeschlagen, Teile der Markierung dauerhaft farblich einzufärben. Die Kosten zur Umsetzung der Maßnahmen belaufen sich auf etwa 60.000 Euro.

Hoheitsrecht für Radfahrer

Fahrradstraßen sind, wie der Name bereits sagt, Radlern vorbehalten. Sie bestimmen das Tempo und dürfen nebeneinanderfahren. Ausnahme für Autofahrer: Für Pkw-Fahrer ist die Fahrradstraße verboten - es sei denn, ein Zusatzschild erlaubt es, etwa die Aufschrift „Kfz-Verkehr frei“. Autofahrer dürfen dann mit dem Verkehr mitrollen. In diesem Fall benutzen Pkw-Fahrer die Straße aber lediglich mit. Der Radverkehr hat immer Vorrang.

Tempolimit 30 km/h

Auf allen Fahrradstraßen gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Daran müssen sich nicht nur Autofahrer und motorisierte Zweiräder, sondern auch die Radfahrer halten. Im Bedarfsfall muss die Geschwindigkeit den Radfahrern gegenüber nach unten angepasst werden.

Überholen nicht erzwingen

Autofahrer müssen beim Überholen einen Mindestabstand von mindestens 1,50 Metern zu Radfahrern halten. Dabei gilt: Autofahrer dürfen keinen Druck ausüben und sich nicht an den Radlern vorbeizwängen.

Rechtsfahrgebot für Radfahrer

Auch wenn Radler auf Fahrradstraßen das Hoheitsrecht haben, dürfen sie nicht kreuz und quer auf der Straße herumfahren, gleichwohl dürfen sie auf der Fahrbahn nebeneinander herfahren. Das Rechtsfahrgebot gilt auch für Radfahrer. Wenn Auto- und Radfahrer die Regeln beachten, ist entspanntes Fahren garantiert.

Pressemitteilung der

Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

Pilotprojekt „Heppinger Brücke“ soll Radverkehr fördern

Die Heppinger Straße soll im Bereich der Ahrbrücke zur Fahrradstraße werden. Foto: Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
135

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
142

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Monatliche Anzeige
Imageanzeige
Sessionseröffnung der KG Ringener Wendböggele, 14.11.26
Angebotsanzeige (November)
Titelanzeige
Stellenanzeige: Sachbearbeiter Vorzimmer und Gärtner (m/w/d)
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
1881

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

50 ehrenamtlichen Ordnern
577

Koblenz. Angeführt von Alexandra Susenburger und ihrem Hengst Cartujano zogen erneut rund 2.000 Teilnehmende vom Münzplatz durch die Straßen und Gassen der Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck. Musikalisch unterstützt wurde der Zug durch die Musikvereine von Löf und Rhens und dem Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes.

Von "Unsere Altstadt" aus Koblenz

Weiterlesen